Diät und Psyche- wie hängt Beides zusammen?

In fast jeder Frauenzeitschrift kann man sie lesen – die unendlichen Abnehm- und Ernährungstipps. Essen ist emotional – wer strikt Diät hält, versucht das in der Regel mit dem Verstand zu kontrollieren. Der Versuch sich rational zu beschränken, führt häufig zu opulenten Mahlzeiten und darauf folgend schlechtem Gewissen und Schuldgefühlen. Doch richtig erfolgreich kann man nur sein, wenn man die Psyche mit einbezieht. Denn es ist nicht alleine der starke Wille, der zum Erfolg führt, sondern handfeste physiologische Gegebenheiten und Prozesse, die berücksichtigt werden wollen, damit die Diät anschlagen kann.

Einige evolutionsbiologische Steine im Weg

Hinter dem berüchtigten Jojo-Effekt stehen Vorgänge in der Körper- und Hirnchemie, die in grauer Vorzeit wichtig waren fürs Überleben. Pfunde, die sich der Körper angeeignet hat, versucht er für den Notfall auch zu behalten – selbst angesichts der Tatsache, dass das heutzutage bei der guten Ernährungslage zumindest in den westlichen Ländern nicht nur nicht mehr nötig, sondern sogar kontraproduktiv ist. In Hungerphasen, also auch während einer Diät, produziert er deshalb verstärkt das Hormon Ghrelin, das auch bei vollem Magen Hungergefühle auslöst.

Während und nach einer Diät hat man also zwangsläufig auch nach normalen Mahlzeiten das Gefühl nicht ausreichend gegessen zu haben. Normalerweise ist der Hypothalamus zuständig für das Gefühl der Sättigung, welches er mit dem Hormon Leptin regelt. Bei Menschen mit einem höheren Körperfettanteil wirkt Leptin jedoch weniger stark, sodass automatisch mehr gegessen wird, als wirklich nötig. Neben diesen physiologischen Gründen für das Zuviel an Essen gibt es auch noch den sogenannten hedonischen Hunger. Er ist die Lust auf schmackhaftes Essen. Ist dieses Ziel erreicht und berührt dieses Essen unsere Geschmacksnerven werden Glückshormone wie Dopamin ausgeschüttet.

Und um sich diesen Kick zu verschaffen, isst man mehr als der Körper braucht. Doch ist  es die Vorfreude, die bei Dicken intensiver ist, als der eigentliche Genuss, so dass sie unwillkürlich mehr konsumieren müssen, um dieselbe Menge an Glücksgefühl zu verspüren wie Normalgewichtige.

Selbstwirksamkeit

Bei fast Allen, die viel Gewicht abgenommen haben, ist ein relevantes Ereignis vorausgegangen, das den Initialimpuls gegeben hat. Das Abnehmen selbst wirkt dann wie ein Selbstläufer: Die Freude darüber abgenommen zu haben und sich Kleidung immer wieder eine Größe kleiner kaufen zu können, stärkt das Selbstbewusstsein und motiviert zu weiterer Gewichtsabnahme. Psychologen bezeichnen diese Fähigkeit zur Eigenmotivation als Selbstwirksamkeit.

Tipps und Tricks

Tipps und Tricks gibt es wie Sand am Meer. Hier nur einige kleine Hinweise: Hilfreich ist es sich realistische Ziele zu setzen, die man auch erreichen kann und die damit zum Weitermachen motivieren. Keine Schuldgefühle, wenn es mal nicht so klappt wie geplant. Notwendig ist es auch Hunger von Appetit und Essen als Ersatz unterscheiden zu lernen. In Appetitphasen einfach mal etwas sättigendes, wie Gemüse und Tee zu sich nehmen. Und zum Abschluss noch einen Trost für alle, denen es zu langsam geht. Oftmals ist moppelig gesünder: Nach schweren Erkrankungen hat man mit etwas mehr Speck auf den Rippen bessere Heilungs- und Überlebenschancen als als dünner Hering.

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