„Einfach das essen, was gut tut“: Ein Interview mit Ernährungsexpertin Maike Ehrlichmann

Nicht erst seit gestern ist Gesundheit und Ernährung in Deutschland ein großes Thema: Immer wieder gibt es neue Fitness-Trends und neue Ernährungskonzepte, die das allgemeine Wohlbefinden steigern und gleichzeitig zu einer katalogtauglichen Figur verhelfen sollen. Nur ist nicht immer direkt klar, welches die individuell richtige Diät ist. So können sich alle Unsicheren an Ernährungsberater und Fitness-Coaches wenden, die ihnen helfen können, das für sie passende Modell zu finden.

In diesem Dschungel der Ernährungskonzepte hat Maike Erlichmann ein einfaches Konzept entwickelt, um die persönliche Ernährung individuell verbessern zu können. In ihrem Buch „Ehrlich Essen Macht Schön“ stellt sie ihr Ernährungskonzept gespickt mit vielen Rezepten vor. Unserer Redaktion hat sie im dreiteiligen Interview einige Fragen dazu beantwortet.

Vistano: Immer wieder tauchen neue Ernährungstrends auf, die ihre Vorgängermodelle ablösen oder erweitern. Vielen Menschen fällt es in diesem Dschungel aus Ernährungsmodellen schwer, den Überblick zu behalten. Was ist Ihrer Meinung nach eine gesunde Art sich zu ernähren?

Ehrlichmann: Wenn ich es ganz einfach ausdrücken würde, würde ich sagen: „Einfach das essen, was guttut“. Das klingt jetzt erst mal so daher gesagt, aber ich meine es absolut ernst und das ist auch wirklich genau das Ziel, auf das ich hinarbeite. Das Entscheidende ist, dass die Menschen lernen müssen, was ihnen guttut – vor, während und nach dem Essen. Die Vorfreude, dass das Essen schmeckt und das gute Gefühl nach dem Essen sind wichtig. Es sollte nicht darum gehen zu sagen: „Ich esse einen Salat, weil das gesund ist.“, sondern. „Ich esse das, worauf ich mich freue.“ Und das ist bei sehr wenigen Menschen der Fall. In der Beratung können sie das aber, sie wissen das ganz genau was ihnen guttun würde.

Vistano: Bedeutet das, dass jeder Mensch eigentlich weiß, was ihm guttun würde?

Ehrlichmann: Ja, das ist meine These. Ich sehe seit 15 Jahren in den Beratungen, dass die Menschen sofort wissen, wie sie sich fühlen würden, wenn sie sich vorstellen etwas Bestimmtes zu essen. „Schließen Sie die Augen, stellen sie sich vor, wie würden Sie sich fühlen, wenn Sie jetzt einen Teller Möhrensuppe mit Ingwer essen oder ein Steak mit Salat oder einen schönen Kaiserschmarrn?“ Sie wissen genau, ob das jetzt gut wäre oder nicht und wie sie sich hinterher fühlen würden. Sie wissen es einfach aber denken lieber konsequent darüber nach, was denn richtig sei und was sie essen sollten, statt auf ihre innere Stimme zu hören.

Diesen Mechanismus kennen wir aus der Psychologie und den verschiedenen Ichs, die wir in uns tragen. So tragen wir dieses „Eltern-Ich“ in uns, das Vorgaben wie „du sollst, du musst, du darfst nicht“ macht. Darauf reagiert man letztendlich immer kindlich. Das innere Kind hat die Möglichkeit entweder brav zu sein oder es ist rebellisch. Obwohl man oft zunächst brav ist, kommt irgendwann oft das Bedürfnis ein Stück ins Rebellische zu gehen. Leider wechselt man dann oft ganz auf die „böse“ Seite und denkt sich: „Jetzt ist es auch egal.“ Dann bleibt es nicht bei ein bisschen Schokolade oder einem Glas Wein, was kein Problem gewesen wäre, sondern eine Spirale beginnt. Am nächsten Tag macht man sich dann nur noch mehr Druck, weil man das vermeintliche Versagen wieder gutmachen muss. Der Druck kann dann wieder zur Rebellion führen.

Ich glaube, wenn man ehrlich lernt auf die Signale des Körpers zu hören, dann greift man auch zu Lebensmitteln, die gesund sind und einen guten Nährstoffgehalt aufweisen.

Vistano: Das heißt also, dass man Fertigprodukte und Fast-Food eher weglassen würde, wenn man ehrlich wäre.

EhrlichmannGenau das ist die Erfahrung. Natürlich sagen viele „Wenn ich essen darf, was ich will, dann esse ich nur noch Currywurst und Chips.“ Wenn man dann die drei Punkte durchgeht – vorher, während und hinterher, geht es ihnen nicht gut. Wenn man tatsächlich auf die Körperwahrnehmung hört, greift man zu frischen, hochwertigen Lebensmitteln. Das Verhältnis von Kohlenhydraten, Eiweiß und ähnlichem ist dabei so unterschiedlich wie die Menschen selbst.

Während Maike Ehrlichmann im ersten Teil auf die eigene Wahrnehmung, die individuellen Bedürfnisse und wie man auf die Signale achtet eingegangen ist, wird sie im zweiten Teil des Interviews mit Vistano erklären, was ehrliche Lebensmittel sind und weshalb es uns nicht immer leicht fällt, auf unsere Körpersignale zu hören.

Bildquelle: © Maike Ehrlichmann / Fotografin: Elena Bojadzieva

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