Vom Sinn und Unsinn der Feingold Diät

Feingold: Ein überzeugter Mediziner

Die Feingold Diät taucht immer wieder in der Kombination mit dem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom mit Hyperaktivität (ADHS) auf. Befürworter der Diät betonen, dass durch die Nahrung eine Beeinflussung der Erkrankung stattfinden könne. Diese These ist allerdings stark umstritten. 1973 war das Geburtsjahr dieser Ernährungsform. Der amerikanische Mediziner Ben Feingold gab auf einer Allergie-Sektion bekannt, dass er beobachtet habe, dass das Verhalten der ADHS-Kinder durch die Ernährung beeinflusst werden könne.

Er stellte hierzu eine konkrete diätische Ernährung vor. Diese basierte auf der Überzeugung des Mediziners, dass Nahrungsmittelzusätze für die Störungen verantwortlich seien. Nicht nur die Hyperaktivität spielte in diesem Zusammenhang eine wesentliche Rolle. Auch Lernstörungen und andere Verhaltensauffälligkeiten seien nach Meinung Feingolds durch diese Zusätze bedingt. Erst zwei Jahre später erschien ein Buch des Mediziners über seine Entdeckung. Hier wurden die Grundsätze der Ernährung ausführlich dargestellt.

In diesem Buch erwähnte er erstmals, dass die Salicylate aus der Nahrung entfernt werden müssten. Bei diesen Stoffen handelt es sich sowohl um natürliche wie auch um künstliche Zusatzstoffe. Diese Stoffe sind allerdings nicht nur in künstlich hergestellten Lebensmitteln zu finden. Vielmehr sind sie auch Bestandteile natürlicher Lebensmittel wie beispielsweise Äpfel, Aprikosen, Pflaumen, Stachelbeeren, Gurken und anderen Obst- und Gemüsesorten. Diese Naturprodukte dürfen nach dieser Lehre ebenfalls nicht mehr gegessen werden.

Vom manche Verzicht auf Nahrung und alltägliche Gegenstände

Die Stoffe sind allerdings nicht nur in Lebensmitteln zu finden. Vielmehr sind sie auch in verschiedenen alltäglichen Produkten vorhanden. Hierunter sind auch Vitaminpräparate, Mundwasser, Zahnpaste und etliche mehr vorhanden. Diese dürfen nach der Lehre des Arztes ebenfalls nicht mehr verwendet werden. Wie aus den Beschreibungen deutlich zu entnehmen ist, handelt es sich bei der Durchführung um eine starke Einschränkung. Die Ernährung kann daher sehr einseitig werden.

Im Alltag ergibt sich daraus das Problem der Lebensmittelauswahl. Nicht alle verfügbaren Nahrungsmittel können verwendet werden. Selbst wenn alles aus frischen Zutaten zubereitet wird, fällt die Zusammenstellung schwer. Zugleich können Mangelerscheinungen entstehen, die gesundheitliche Schäden auslösen können. Ein weiteres Problem resultiert aus der Eingrenzung der alltäglichen Gegenstände, die ebenfalls mit den Salicylaten versetzt sind. Da auch Zahnpasta und Mundwasser einen Anteil der Stoffe aufweisen, dürfen diese nicht mehr eingesetzt werden. Die Zahnhygiene leidet darunter, wodurch die Zahngesundheit beeinträchtigt werden kann. Zugleich enthalten Medikamente für Kinder diese Zusatzstoffe. In der Folge ist das Kind in vielen Fällen gezwungen, eine Erkrankung ohne Medikamente zu überstehen. Dies kann allerdings sehr belastend sein und ebenfalls gesundheitliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Studien bringen keine Bestätigung

Auch wenn die Regeln eingehalten werden, so ist dies keine Garantie für eine Besserung. Auch Feingold wurde von seinen Patienten immer wieder darauf hingewiesen, dass sich das Verhalten der Schützlinge nicht verbessert habe. Diese Aussage wurde von dem Mediziner stets damit abgewehrt, dass die Salicylate doch aufgenommen worden seien. Die Diät sei daher nicht streng genug durchgeführt worden. Inzwischen wurden mehr als zehn Studien zur Wirkung der Diät durchgeführt. In keiner einzigen Studie konnte eine generelle Wirksamkeit bestätigt werden.

Nur bei einem Prozent der Studienteilnehmer kam es tatsächlich zu einer Verbesserung. Dieser Prozentsatz liegt noch unter der Wahrscheinlichkeit einer Spontanverbesserung. Daher kann selbst bei diesen Patienten nicht eindeutig bestimmt werden, ob das Verhalten tatsächlich durch die besondere Ernährung beeinflusst wurde. Diese Studien führten schließlich dazu, dass die meisten Organisationen für ADS keine Empfehlungen mehr für die Ernährungsform des Arztes geben. Vielmehr wird davon ausgegangen, dass eine Wirkung nicht zu erwarten ist und die gesundheitlichen Nachteile weit schwerer wiegen als die Vorteile.

 

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