Die Leber als Appetitzügler

Es gibt tatsächlich Menschen, die sich ohne Probleme zügeln können, die, während andere eine ganze Tafel essen, schon nach einem Stück Schokolade zufrieden sind. Verfügen diese Leute über eine besonders gute Selbstdisziplin oder hat dies auch andere Gründe? Aus zwei Studien ging nun hervor, dass unsere Leber auch als Appetitzügler fungieren kann.

Menschen, die schon bei der zweiten Praline dankend mit dem Kopf schütteln, sind nicht zwangsläufig immun gegen bestimmte Reize. Eventuell reagiert ihr Gehirn nur besonders sensibel auf die Signale, die von der Leber ausgesandt werden. Aus zwei Studien, die im Fachblatt „Cell“ veröffentlicht wurden, ist ersichtlich, dass die Leber nicht nur das verarbeitet, was sie vorgesetzt bekommt, sonder dass unser Stoffwechselorgan auch in der Lage ist, unserem Gehirn seine Belastungsgrenzen mitzuteilen und somit den Konsum von Süßigkeiten oder auch alkoholischen Getränken regulieren kann.

Ein Hormon gegen Fettleibigkeit

Für diesen Vorgang produziert die Leber das Hormon FGF 21. Bei Stoffwechselstress, beispielsweise nach einer sehr kohlenhydrathaltigen Mahlzeit, kommt es zur Ausschüttung dieses Hormons. FGF 21 gilt daher als Steuerstelle zur Bekämpfung von Fettleibigkeit und wird mittlerweile in vielen Studien untersucht.

Aber wie wirkt FGF 21? Forscherteams aus den USA und aus Dänemark zeigten in Versuchen an Mäusen und später an Affen, dass die genetische Form des Hormons darüber bestimmt, welche Nährstoffe wir bevorzugen. Dieser Vorgang erfolgt laut Meinung der Wissenschaftler im Gehirn. Das von der Leber ausgeschüttete Hormon stimuliere einerseits das Belohnungssystem und erhöhe andererseits die Aktivität des Hippocampus, einem Bereich, der für Lernprozesse von Bedeutung ist. Daher vermuten die Forscher, dass FGF 21 auch langfristig unsere Nahrungspräferenz beeinflussen könnte.

Ist dies also der Durchbruch, die Antwort auf die Frage, wie man schlank wird? Obwohl beide Expertenteams diese Möglichkeit in ihren Studien andeuten, ist es doch unwahrscheinlich, dass ein einziges Hormon unsere gesamten Gewichtsprobleme lösen kann. Denn abgesehen von der Leber nehmen noch zahlreiche andere Regelkreise unseres Körpers Einfluss auf unser Essverhalten.

 

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