Genprodukte in unseren Lebensmitteln?

Im Februar ließ die Europäische Union den Anbau von Genmais 1507 zu. Jetzt wo genmanipulierter Mais also auch in der EU angebaut werden kann und damit in unsere Nähe gerückt ist, stellt sich so mancher die Frage die Frage, in welchen Lebensmitteln bereits Gentechnik steckt und wie ich das erkennen kann.

Denn schon jetzt kann man Lebensmittel, die direkt oder indirekt mit Gentechnik hergestellt wurden im Supermarkt kaufen. Bisher beschränkt sich dies jedoch auf verarbeitete Produkte wie etwa Chips, Schokoriegel und dergleichen. Es gibt noch kein Gemüse, Obst oder Fleisch, das mit Gentechnik hergestellt wurde und auch so im Laden angeboten würde. Wohl aber dienen Genpflanzen bei manchen Tieren als Futter und gelangen somit in den Nahrungskreislauf. Etwa Genmais, der an Kühe oder Hühner verfüttert wird. Eier oder Milchprodukte können also indirekt Gentechnik enthalten.

Gibt es eine Kennzeichnungspflicht?

Auf der Zutatenliste müssen grundsätzlich alle genveränderten Inhaltsstoffe als solche gekennzeichnet werden. Es gibt allerdings Ausnahmen für Tierprodukte wie Eier, Milch oder Fleisch sowie für von gentechnisch veränderten Bakterien hergestellte Zusatzstoffe. Werden die Tiere also etwa mit Genmais oder Gensoja gefüttert, muss dies nicht angegeben werden. Es gibt allerdings freiwillige Siegel wie etwa das des Verbandes Lebensmittel ohne Gentechnik, die nur Produkte erhalten, wenn nachgewiesen wurden, dass die Tiere ohne Gentechnik gefüttert wurden und keine gentechnisch veränderten Zusatzstoffe enthalten sind. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte danach also Ausschau halten.

Bioprodukte (fast) gentechnikfrei

Bei Bioprodukten kann man nahezu sicher sein, dass diese so gut wie keine Gentechnik beinhalten. Es gilt eine Toleranzgrenze von 0,9 Prozent. Bio-Produkte können also Spuren von Gentechnik enthalten, auch wenn die Hersteller angewiesen sind, alles zu tun, um dies zu verhindern. Ganz verhindern kann man es leider nicht, wenn etwa ein Bio-Feld in der Nähe eines Gen-Ackers liegt. Durch den Wind können Samen herübergetragen werden und sich in das Bio-Feld setzen.

Kennzeichnungspflicht in der Gastronomie

In der Gastronomie müssen eigentlich alle Genprodukte gekennzeichnet werden. In der Praxis ist dies jedoch häufig nicht der Fall. Oft wird mit Öl aus genmanipuliertem Raps frittiert – und der entsprechende Hinweis darauf fehlt in den meisten Fällen. Oft wissen die Gastronomen selbst nicht einmal, dass sie vielleicht Genprodukte verwenden. Beispielsweise wenn sie Milch, Eier oder Fleisch von gengefütterten Tieren verwenden, das nicht gekennzeichnet ist.

Genprodukte und Gesundheit

Laut dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) gibt es bisher keine Hinweise, dass Genprodukte gesundheitsschädlich sind. Allerdings ist dabei zu beachten, dass auch gar nicht einmal unbedingt die Veränderung der Gene an sich die Gesundheit schädigt. Jedoch ist es in den meisten Fällen so, dass die Genmanipulation einzig dazu dient, die Pflanzen resistent gegen bestimmte Herbizide oder Insektizide zu machen. Diese können also mit größeren Mengen der Unkraut- und Insektenvernichter behandelt werden. Oder sie produzieren die Gifte gleich selbst, wie etwa ein Gift gegen den Maiszünsler, der sonst große Teile der Ernte auffrisst. Die Gefahr ist also nicht nur die Genmanipulation selbst, sondern viel mehr größere Rückstände von Pestiziden. Dass das nicht gesund sein kann, versteht sich eigentlich von selbst. Fakt ist, dass das Experiment mit der Gentechnik nicht im Labor stattfindet, sondern gleich auf unseren Feldern, auf unseren Tellern und in unseren Körpern. Die Langzeitauswirkungen werden sich vielleicht erst in vielen Jahrzehnten zeigen, wenn entsprechende Daten vorliegen.

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