Gifte im Kräutertee

Kräutertees helfen gegen eine Vielzahl von Beschwerden und Wehwehchen, beispielsweise Magenschmerzen, Verdauungsprobleme, Blasenentzündungen uvm. Das sollte man zumindest denken. Kritisch sieht es hingegen aus, wenn Sie viel von Ihrem Lieblingskräutertee trinken.

Wie wurde das festgestellt?

Das Bundesamt für Risikobewertung, BfR, hat im Juli 2013 erste Ergebnisse seiner Studie „Bestimmung von Pyrrolizidinalkaloiden in Lebens- und Futtermitteln“ veröffentlicht. 221 verschiedene Kräutertee- und Teeproben wurden im Rahmen dieser Studie geprüft. BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel sagt: „Wir haben in einigen Proben unerwartet hohe Gehalte an Pyrrolizidinalkaloiden (PA) in den Kräutertee- und Teeproben gemessen“. 

PAs finden sich in verschiedenen Pflanzen, deren Abbauprodukte in der Leber toxisch, also giftig werden. Diese Abbauprodukte werden für Vergiftungen bei Rindern und Pferden in Weidehaltung verantwortlich gemacht. In der Veterinärmedizin wird das auch als Seneziose oder „Schweinsberger Krankheit“ bezeichnet. Pyrrolizidine sind sehr giftig, kein Pestizid kann da mithalten.

Wie DDT gehört es zu den kumulativen Giften. Die WHO hat Erkenntnisse über die kumulative Wirkung von PA bereits 1988 veröffentlicht. Bei dauerhaftem Genuss können diese bereits in relativ geringen Dosen die Leber schädigen. Als Spätfolge können dann Leberzirrhosen und –tumore entstehen. Die Pyrrolizidinalkaloide werden auch über die Muttermilch ausgeschieden und erreichen so den Säugling.

Wie gelangen diese giftigen Substanzen in unsere Kräuter?

Ein gutes Beispiel ist das Jakobskreuzkraut, auch Jakobs-Geiskraut genannt. Eigentlich eine alteingesessene Pflanze, die wie eine Vielzahl anderer Wildpflanzen zum Selbstschutz vor Fraßfeinden unter anderem besagte Pyrrolizide bereithält. In den letzten Jahren breitet sich das Jakobskreuzkraut explosionsartig aus, da es eher selten bekämpft, sondern zusätzlich verstärkt zur Straßenrandbegrünung ausgesät wird. In Tees befinden sich diese Gifte als Sekundärpflanzeninhaltsstoffe.  Die Samen werden wie bei Pusteblumen durch den Wind weit gestreut und geraten so ins Heu und damit ins Tierfutter, oder auch in die Teemischungen. Manchmal werden die betroffenen Kräuter auch einfach mitgeerntet.

Welche Lebensmittel sind betroffen?

Leider viele. Betroffen sind bei den Lebensmitteln neben Honig, Rucola und Salatmischungen auch verschiedene Kräutertees. Bei der Studie wurden folgende Teesorten berücksichtigt: Babyfencheltee, Fencheltee, Kamillentee, Kräutertee, Pfefferminztee, Brennnesseltee und Melissentee. Sollten Sie ab sofort keinen Kräutertee mehr trinken? Nein, das nicht. Das BfR fordert seit vielen Jahren eine Nulltoleranz bei Pyrrolizidinalkaloiden. Doch bei Lebensmitteln gibt es bis heute keine organisierten Kontrollen und auch nur partiell Höchstmengenempfehlungen. Die Gefährdung durch Lebensmittel aus Deutschland ist zwar gegeben, aber nicht so hoch wie bei Lebensmitteln in und aus Ländern des Nahen und Mittleren Ostens sowie Ostafrikas. „Trotz der in Einzelfällen unerwartet hohen Gehalte in den Proben ist eine akute Gesundheitsschädigung bei kurzfristiger Aufnahme für Erwachsene und Kinder unwahrscheinlich.“ meint BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. Teeliebhaber sollten – so die Empfehlung des BfR – öfter mal die Sorte und den Hersteller wechseln.

 

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