Hoffnungsschimmer bei Migräne

Für Migränegeplagte, die sich jeden Monat mit „Gewitter im Kopf“ herumplagen müssen, gibt es aus der Forschung einen „Hoffnungsschimmer“. Durch eine klinische Studie wurde die Zahl von Migräne – attacken, durch die Gabe von Antikörpern, deutlich verringert. Anders, als bei der bisherigen Verabreichung von Betablockern, Epilepsiemitteln oder Antidepressiva, gibt es bei der Antikörpertherapie keine unerwünschten Nebenwirkungen.

Antikörper bei Migräne

Die Forscher bezeichnen die speziell auf die Migräne zugeschnittenen Antikörper als „schlagkräftige medizinische Waffe“. Bereits in den 1990er Jahren fand der Mediziner Lars Edvinsson von der Universität Lund in Schweden heraus, welche Substanzen sich während eines Anfalls im Kopf bilden. Dabei entdeckte er nur eines, das so genannte Calcitonin Gene-Related Peptid, kurz CGRP. Dieses Peptid erweitert die Blutgefäße und ist ein Botenstoff für die Schmerzweiterleitung.

Es wird vermutet, dass dieser Botenstoff, den Trigeminusnerv, überempfindlich macht, zu einer Nervenentzündung führt und an das Gehirn weitergeleitet wird. Mit Hilfe von Antagonisten, wird die Andockstelle für den Migränebotenstoff blockiert, schädigt aber die Leber. In einem weiteren Forschungsansatz werden Antikörper, mit dem Ziel den Botenstoff CGRP zu neutralisieren bzw. seinen Rezeptor zu blockieren, in die Venen gespritzt. Da diese aus sehr großen Molekülen bestehen, kann die Blut-Hirn-Schranke, die das Gehirn vor Giftstoffen aus dem Blutkreislauf schützt, nicht überwunden werden und wirkt somit vorbeugend, außerhalb des Gehirns am Trigeminusnerv.

Kopf-an-Kopf-Rennen von Pharmaunternehmen

Für das erste zugelassene Medikament liefern sich vier Pharmaunternehmen ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die Ergebnisse hierzu werden von der Universität Rom I zusammengefasst. Die Verträglichkeit der Antikörper wird 3 Monate lang mit Patienten mit episodischer und mit chronischer Migräne getestet. 50% der Probanden haben nur halb so viele Migräneattacken. Bei einer Placebo-Kontroll-Gruppe hingegen nur 28%.  Die Schmerztage verringern sich um 50% bis 70% oder nur um wenige Stunden pro Monat, je nach Patienten. Ein mögliches Problem tritt auf bei einer Hirnhautentzündung. Dann ist die Blut-Hirn-Schranke undicht und die Antikörper könnten ins Gehirn gelangen. Damit mehr Menschen weniger Gewittertage pro Monat haben wird weitergeforscht.

 

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