Müssen Radfahrer Helme tragen?

Seit Jahren kocht die Debatte um die Einführung einer Helmpflicht für Fahrradfahrer sowohl in politischen als auch sportlich-privaten Kreisen immer wieder auf. Die Meinungen teilen sich und auch die Wissenschaft beschäftigt sich mittlerweile mit den Auswirkungen und Nebeneffekten einer vorhandenen oder nicht vorhandenen Helmpflicht.

Eine Studie betreffend des Zusammenhangs zwischen Helmpflicht und Kopfverletzungen bei Fahrradfahrern wurde in Kanada durchgeführt.  Jessica Dennis von der University of Toronto hat das Thema Helmpflicht für Fahrradfahrer einmal statistisch beleuchtet. Die Wissenschaftlerin analysierte die Daten von rund 70.000 Krankenhausbehandlungen verletzter Fahrradfahrer aus den Jahren 1994 bis 2008 innerhalb der zehn Provinzen Kanadas.

Von diesen zehn Provinzen haben sechs die Helmpflicht bereits eingeführt, wodurch die vier ohne ein vergleichbares Gesetz als Kontrollgruppe dienen konnten. Es stellte sich heraus, dass in 30% der Notfälle Kopfverletzungen vorlagen. Doch wie hatte sich nun die Einführung einer gesetzlich Vorgeschriebenen Pflicht zum Tragen eines Fahrradhelmes auf das Auftreten von Kopfverletzungen bei Fahrradfahrer ausgewirkt?

Das Ergebnis von Dennis‘ Studie war verblüffend, denn es lautete: Nahezu gar nicht! Insgesamt sank das Verletzungsrisiko während des Untersuchungszeitraums zwar in allen Provinzen, jedoch konnte kein signifikanter Rückgang von Kopfverletzungen seit Erlass des betreffenden Gesetzes verzeichnet werden. Die zwei vordergründigen Hypothesen, die die Wissenschaftlerin zu diesen Ergebnissen aufstellte, waren Folgende: Entweder sei die Schutzwirkung von Fahrradhelmen bei schweren Stürzen niedriger als erwartet oder aber es habe eine Verlagerung von schweren zu leichteren Kopfverletzungen stattgefunden, die oftmals nicht im Krankenhaus behandelt werden müssen.

Kritik an der Helmpflicht für Fahrradfahrer von allen Seiten

Sowohl Fachleute als auch Fahhrad-Lobbyisten bilden eine geschlossene Wand gegen die Einführung einer gesetzlich verordneten Helmpflicht: Zwar erkenne man das Sicherheitspotential von Fahrradhelmen an, jedoch sei man auch sehr sensibel für die möglichen negativen Folgen eines Helmzwangs. In Australien beispielsweise ging nach Einführung des Gesetzes die Radnutzung um 20 bis 40% zurück und somit auch der positive gesundheitliche Effekt auf das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten in der Bevölkerung. Der Mathematiker Piet de Jong von der Macquire University in Sydney konnte 2012 sogar mathematisch nachweisen, dass eine Helmpflicht in verkehrsmäßig sicheren Ländern wie Deutschland keinerlei Sinn macht.

Auch die psychologischen Nebeneffekte einer einheitlichen Helmpflicht für Fahrradfahrer seien laut der aktiven Forscher nicht abschätzbar und es werfen sich viele Fragen auf: Fahren Helmträger riskanter, weil sie sich sicherer fühlen? Nehmen Autofahrer weniger Rücksicht auf Helmträger? Hält die Pflicht zum Tragen eines Helmes von der Benutzung des Fahrrads als Transportmittel im Alltag ab? All diese Fragen blieben bis jetzt ungeklärt.

 

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