Wetterfühligkeit

Sicher kennst Du das: Die Menschen um Dich herum sind grantig und schlecht gelaunt, die Autofahrer sind unberechenbar und die Gesamtstimmung ist tendenziell eher gedrückt bis aggressiv. Ja, es ist wieder soweit. In der bayrischen Hauptstadt München ist er im Zweifelsfall immer schuld: Der Föhn. Und die Menschen, die im Voralpenland wohnen, leiden an und durch ihn. Sie sind überempfindlich gegenüber Witterungserscheinungen. Man bezeichnet diesen Zustand als Wetterfühligkeit, Meteoropathie oder Meteorotropismus. Aber auch Wetterwechsel, Luftdruckschwankungen, Kälte- oder Hitzewellen können diese Überempfindlichkeitsreaktionen auslösen.

Wie macht sich das bemerkbar?

Als Folge der Wetterfühligkeit können unter anderem folgende Beschwerden auftreten: Migräne und Kopfschmerzen, Glieder-, Narben- und Knochenschmerzen, Wassereinlagerungen, Schlafstörungen und Konzentrationsschwäche bis hin zu gedrückter Stimmung und/oder Aggressionen. Bei manchen Menschen ist die Reizschwelle herabgesetzt und das vegetative Nervensystem reagiert besonders empfindlich. Wenn sich das Wetter ändert, wird es für manche unangenehm. Allerdings spielt dabei dann weniger der Luftdruck eine Rolle, sondern vielmehr der Wechsel der Luftmassen an sich. Der Organismus kann sich nicht schnell genug umstellen und da sind sie: Die Beschwerden. Aber auch die Symptome bestehender Krankheiten, wie zum Beispiel Rheuma oder Herzprobleme, können sich dann verstärken. „Je stärker und schneller sich das Wetter ändert, desto größer ist der Einfluss auf empfindliche Personen“, sagt Dr. Christina Koppe, Medizin-Meteorologin beim Deutschen Wetterdienst in Freiburg. Da kann bei Menschen mit niedrigem Blutdruck auch schon mal der Kreislauf schlapp machen.

Kann man vorbeugen?

Ja, sagt Angela Schuh, Professorin für medizinische Klimatologie an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München in ihrem Buch Biowetter: “Wetterfühligkeit beruht zu einem großen Teil auf einem Trainingsmangel des ganzen Körpers, der dazu führt, dass sich der Körper an unterschiedliche Wetterlagen nicht mehr schnell genug und vor allem nicht physiologisch richtig, das heißt mit den richtigen körperlichen Abläufen, anpassen kann.” Wichtig ist dementsprechend das Abhärten des Körpers. Täglich eine halbe Stunde spazieren gehen an der frischen Luft, egal bei welchem Wetter, wird empfohlen.

Der Körper lernt dadurch wieder, sich an Temperaturänderungen anzupassen und diese besser auszugleichen. Auch sind Kneipp-Anwendungen und Wechselduschen hilfreich. Im Büro ist das häufig etwas schwieriger. Hier könnte man die Fingerspitzen mehrmals in eiskaltes Wasser tauchen. Ausreichend Schlaf hilft ebenfalls. In jedem Fall ist es von Vorteil, wenn man auf Kaffee, Alkohol und Nikotin verzichtet. Der Duft von Parfum oder kräftigen Gewürzen schafft an solchen Tagen meist noch zusätzlichen olfaktorischen Stress. Entspannen ist angesagt. Oft nützt dabei das Ablegen in einem abgedunkelten, kühlen Raum. Stress sollte man vermeiden, eventuell auch mit Hilfe von Yoga, Tai Chi oder Progressiver Muskelrelaxation. Wetterfühligkeit ist in jedem Fall kein psychisches Problem, das in Wirklichkeit gar nicht existiert: In verschiedenen Studien wurde festgestellt, dass zwischen 30 und 50 Prozent aller Mitteleuropäer in unterschiedlicher Ausprägung an Wetterfühligkeit leiden.

 

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