Hypertonie

Senken Joghurt und Limetten den Blutdruck?

Einen, über das gewöhnliche Maß hinaus, erhöhten Druck bezeichnet man in der Medizin als Hypertonie. Hoher Blutdruck ist eine typische Zivilisationserkrankung, von der in der westlichen Leistungs- und Beschleunigungsgesellschaft viele Menschen betroffen sind. Wer die Dauerbelastung des Körpers durch blutdrucksenkende Medikamente reduzieren will, dem kann eventuell die Natur- und Erfahrungsmedizin weiterhelfen: Ein afrikanisches Hausmittel empfiehlt einen Naturjoghurt mit dem Saft von zwei bis drei Limetten zu trinken. Der hohe Blutdruck werde dadurch gesenkt. Aber was ist wirklich dran an diesem so einfachen Rezept?

Wie entsteht Bluthochduck überhaupt?

Von hohem Blutdruck spricht man ab Werten von 140/90 mmgH. Der erste Wert ist der systolische, der zweite diastolische Wert. Das Herz ist eine sogenannte Saug-Druck-Pumpe. Der Herzzyklus durchläuft zwei Phasen: Die Pump-Phase (Systole) und die Blutfüllung (Diastole). Entsprechend baut sich in den Gefäßen ein systolischer und diastolischer Druck auf. Der höhere, systolische Druck entsteht, wenn das Herz sich zusammenzieht und das Blut in die Gefäße pumpt.

Der diastolische, niedrigere Druck entsteht dann, wenn das Herz wieder erschlafft und sich das Herz mit Blut „vollsaugt“. Bei etwa fünf Prozent aller Menschen mit Bluthochdruck gibt es eine bekannte Ursache, wie zum Bsp. Nieren-Erkrankungen, Herz-Erkrankungen oder Störungen im Hormonhaushalt. Häufig ist jedoch der Grund für den hohen Blutdruck nicht bekannt. In diesem Fall wird von einer primären oder essentiellen Hypertonie gesprochen. Hier gibt es verschiedene Faktoren, die den Bluthochdruck begünstigen: erbliche Faktoren, Alter, Übergewicht, Rauchen, zu wenig Bewegung, ungesunde, salzreiche Ernährung, Alkohol, Stress und vieles mehr.

Warum ist Bluthochdruck so gefährlich?

Wegen der lebensbedrohlichen Folgeschäden nimmt Hypertonie bei den Todesursachen weltweit den dritten Platz ein. Das gesamte Gefäßsystem ist bei hohem Blutdruck einer starken Belastung ausgesetzt, weil die Gefäße – wie der Name schon sagt – einem höheren Druck standhalten müssen. An der Gefäßinnenhaut können dadurch kleine Fissuren (Risse) entstehen, die die Gefäßwände verhärten und verdicken. Man spricht dann von der Entstehung einer Arteriosklerose oder umgangssprachlich von einer Arterienverkalkung. Betrifft die Arteriosklerose die Herzkranzgefäße kann es zu Herzrhythmus-Störungen, Angina pectoris-Anfällen oder zur Ausbildung einer koronaren Herzkrankheit kommen. Ein vollständiger Gefäßverschluss führt zum Herzinfarkt. Sind Nierenarterien betroffen, können die Nieren ihre Aufgabe, Blut zu filtern und von giftigen Stoffwechselprodukten zu befreien, nicht mehr nachkommen. Es kann sich eine Niereninsuffizienz bis hin zu Nierenversagen entwickeln. Eine Unterversorgung im Gehirn kann einen Schlaganfall zur Folge haben. Möglich sind auch Netzhautschäden, Kopfschmerzen, Erektions- und Schlafstörungen.

Wie wird die Hypertonie behandelt?

Medikamentös werden ACE-Hemmer, Diuretika, Betablocker, Kalzium-Antagonisten und andere Mittel zur Blutdrucksenkung eingesetzt. Weitaus besser ist es selbstverständlich die auslösenden Faktoren zu minimieren oder natürliche Blutdrucksenker zu finden. Regelmäßige Bewegung, gesunde, salzarme Ernährung und die Kontrolle des Gewichts gelten als wirksamste, nicht-medikamentöse Blutdrucksenker. Manche schwören auch darauf eine Knoblauchzehe zu kauen. Allerdings ist das wegen des Geruchs nicht wirklich kollegenfreundlich. Andere sind erfolgreich mit Selbsthypnose und Meditation.

Was das oben erwähnte afrikanische Hausmittel – ein Naturjoghurt mit dem Saft von zwei bis drei Limetten pro Tag – angeht, hilft das in den Limetten enthaltene Vitamin C freie Radikale zu fangen. Dies wird aus folgendem Grund bei Bluthochdruck als relevant angenommen: Die Pulsadern sind flexibel und können ihren Durchmesser verändern, um auf Blutdruck-Schwankungen zu reagieren. Wenn der Blutdruck zu stark ist, dehnen sich die Gefäße; sinkt er zu stark, ziehen sie sich zusammen. Freie Radikale hemmen die Ausdehnung der Gefäße. In der Folge kann angeblich der Blutdruck nicht sinken.

Diese Reaktion konnte allerdings bisher beim Menschen nicht beobachtet werden. Bei fettarmem Joghurt dagegen wurde in einer aktuellen Studie die Wirksamkeit nachgewiesen. Die Probanden hatten täglich bis zu zwei Prozent ihrer Nahrungsmenge durch Joghurt gedeckt. Das Bluthochdruck-Risiko senkte sich um fast ein Drittel. Man sieht: An vielen Hausmitteln ist ein wahrer Kern, auch wenn die Wirkweise nicht immer wissenschaftlich nachvollzogen werden kann. Natürlich ist es jedoch fahrlässig sich bei Bluthochdruck nur darauf zu verlassen.

 

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