Infektfolge Herzmuskelentzündung

Weil die Erkältung schon fast weg war, dachte Sahra B., dass ein wenig Sport den Kreislauf beleben könnte und ging mit ihren Freunden eine Runde Joggen. Nach den üblichen 6 Kilometern, fühlte sie sich aber schlapper als sonst und bekam einen ungewohnten Druck in der Brust, der sich kurz darauf zu einem brennenden Schmerz entwickelte und ihr die Luft raubte. Im Krankenhaus bekam Sahra B. dann die Diagnose: Herzmuskelentzündung. Prof. Böhm, Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung erklärt, dass bis zu zehn Prozent aller Virusinfektionen eine Beteiligung des Herzmuskels aufweisen. Meist greift das Immunsystem die Eindringlinge an, bevor sie das Herz schädigen und die Betroffenen merken gar nicht, dass sie eine Herzmuskelentzündung haben. Hierbei handelt es sich um einen sogenannten stummen Verlauf und tritt bei 9 von 10 Betroffenen auf. Diese stumme Entzündung heilt unbemerkt aus. Sarah B. hatte ihre Erkältung noch nicht überstanden, die Viren waren noch aktiv, als sie sich beim Sport verausgabte.

Unterschätzte Symptome der Herzmuskelentzündung

Hat sich jemand von seiner Infektion noch nicht erholt, kann körperliche Anstrengung wie Sport, aus einer stummen, nicht relevanten Herzmuskelentzündung eine ernsthafte Erkrankung werden. Erreger greifen dabei den Herzmuskel an, weil durch die Infektion das Immunsystem bereits geschwächt wurde. Eher selten sind dabei herztypische Symptome wie Herz-Rhythmus-Störungen, Atemnot oder Brustschmerzen. Sehr oft sind es undeutliche Beschwerden, wie z. B. Abgeschlagenheit, Übelkeit und Erbrechen oder einfach nur Leistungsschwäche, was eine richtige Diagnosestellung sehr erschwert. Vermutlich deuten Schmerzen im Brustkorb nicht nur auf eine Entzündung des Herzmuskels hin, sondern auch, dass sich ein Erguss in dem ihn umschließenden Herzbeutel gebildet hat. Einer Herzmuskelentzündung geht fast immer eine banale Infektionskrankheit, wie z. B. einer Erkältung, Magen-Darm-Infektion oder Grippe, mit oft ähnlichen Symptomen, voraus. Wurde jedoch tatsächlich eine Herzmuskelentzündung durch EKG, Ultraschall- und Kernspinuntersuchungen oder Blutentnahme diagnostiziert, muss diese mit entzündungshemmenden Medikamenten und absoluter, meist monatelangen Schonung behandelt werden. Nur so können Spätschäden wie Herzschwäche vermieden werden.

 

Online Beratung – Unsere Empfehlung

Diese Berater stehen aktuell für eine ausführliche Beratung in diesem Bereich zur Verfügung und geben Antwort auf Deine Fragen.

Es wurden keine Berater gefunden.
0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.