Tourette: Wenn das Fluchen zur Krankheit gehört

Tourette ist eine Krankheit, die gerade in der Öffentlichkeit für Scharm sorgt. Wenn man an Tourette denkt, hat man meist lauthals schimpfende Personen vor Augen. Doch das ist nicht das ganze Bild der Krankheit, denn es gibt noch einige weitere Probleme, die Betroffene handhaben müssen. Wenn man Tourette im Internet nachschlägt, kommen auch oft sehr bekannte Betroffene ans Licht, Wolfgang Amadeus Mozart zum Beispiel.

Auch Wolfgang Amadeus Mozart hatte Tourette

Heute gehen Forscher davon aus, dass Wolfgang Amadeus Mozart in all seiner Brillanz an einer schlimmen Nervenkrankheit litt. Die Krankheit ist als Gilles-de-la-Tourette-Syndrom bekannt. Bei Mozart äußerte sich die Erkrankung durch Briefe, in den er ausfallend wurde und sich sehr unangebracht ausdrückte. Es fiel häufig aus, dass er Worte zusammenfügte, die keinerlei Sinn ergaben. Welche Symptome zeigen sich bei Tourette aber wirklich? Sind Tics oder Zuckungen immer ein Hinweis auf diese Krankheit? Welche Behandlungsmöglichkeiten haben betroffene Patienten?

Tics – ein charakteristisches Merkzeichen von Tourette

Prof. Irene Neuner Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Aachen erklärt, dass Tics das charakteristische Merkmal für die Tourette-Erkrankung sind. Tics äußern sich in flinken Muskelbewegungen, die unwillkürlich auftreten. Patienten können diese nur zum Teil kontrollieren. Der Name der Krankheit beruht aus Beschreibungen des Arztes Georges Gilles de la Tourette, der in Frankreich zuhause war. Tourette wird diagnostiziert, wenn ein Patient mindesten einen vokalen Tic hat und dazu noch einige motorische Tics. Es treten also Zuckungen auf oder auch Bewegungen, die seltsam erscheinen. Dazu kommt dann das Ausstoßen von kleinen Lauten oder Worten. Treten diese Symptome über einen Zeitraum von mehr als 12 Monaten auf, leidet der Patient an Tourette. Hinzu kommt noch, dass diese Anzeigen vor dem 18. Lebensjahr begonnen haben. Die verschiedenen Tics zeigen sich in verschiedenen Ausprägungen.

Unterteilung in einfache und komplexe Tics

Die Tics können in einfach und komplex eingeteilt werden. Einfach ist zum Beispiel das Rollen der Augen, Schulterzucken, Grimassen ziehen oder Kopfschütteln. Als komplex wird beispielsweise das Zupfen an Kleidung, aufstampfen oder unkontrolliertes Hüpfen eingestuft. Im vokalen Bereich gilt das Spucken, lautes Atmen oder Husten zu den einfachen Tics. Unter komplex verstehen wir hier das wiederholte Ausstoßen von Worten.

Wer an Tourette denkt, denkt an unwillkürliches Fluchen, das auch Koprolalie genannt wird. Diese Ausprägung ist aber längst nicht immer im Krankheitsbild eines Tourette-Patienten zu finden. Zuverlässige Zahlen zu den Koprolalie-Betroffen gibt es allerdings nicht. In verschiedenen Studien wurden unterschiedliche Zahlen veröffentlicht.

Verschieden ausgeprägte Krankheitsbilder

Tourette tritt in den meisten Fällen bei Kindern und Jugendlichen auf. Im Laufe der Jahre gehen die Symptome zurück oder verschwinden sogar ganz. Die Krankheit tritt häufiger bei Männern auf. Wissenschaftler gehen davon aus, dass ungefähr ein Prozent der Menschen an Tourette leidet. In vielen Fällen sind die Tics aber kaum spürbar, sodass die Person nicht als „krank“ eingestuft wird. In Stresssituationen werden die Tics oftmals stärker und häufiger. Muss sich derjenige konzentrieren, lassen die Tics nach. Gelingt es einem Betroffenen, die Tics zu unterdrücken oder zu verzögern, kann es anschließend verstärkt zu Tics kommen. Je nach Patient lassen sie im Alter nach oder verstärken sich. Der Krankheitsverlauf ist sehr individuell. In vielen Fällen ist Tourette an zusätzliche Auffälligkeiten gekoppelt. Es ist nicht selten, dass Patienten hyperaktiv sind. Auch Zwangsstörungen oder autoaggressive Neigungen können dazugehören. Im Erwachsenenalter treten des Öfteren depressive Erkrankungen auf.

Wo liegt die Ursache?

Wissenschaftler gehen davon aus, dass bei der Tourette-Erkrankung genetische Ursachen mitverantwortlich sein können, aber eine abschließende Klärung liegt nicht vor. Es wird vermutet, dass Rauchen während der Schwangerschaft das Risiko erhöht. Es gibt außerdem Vermutungen, dass diverse virale oder bakterielle Infekte Mitursache sein könnten. Erkrankte Personen weisen auffällige Veränderungen des frontalen Kortex und in den Basalganglien auf. In diesem Teil des Gehirns wird die Koordination der Motorik gesteuert.

 

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