Das falsche Bild von der Stammzellenspende

In Deutschland bekommt alle 15 Minuten ein Mensch die schreckliche Diagnose Blutkrebs. Eine Erkrankung, die leider häufig Kinder und Jugendliche bekommen. Ihre einzige Chance, geheilt zu werden, ist eine Stammzellenspende. Aber ein passender Stammzellenspender ist nicht so leicht zu finden, jeder zehnte Patient findet keinen passenden Spender.

Warum haben die Menschen Angst vor einer Stammzellenspende?

Wir kennen sicherlich alle die herzzerreißenden Aufrufe in den Sozialen Medien, im Fernsehen und im Radio. Jeder leitet mit, wenn er das sieht, aber nicht jeder lässt sich als Stammzellenspender registrieren. Viele haben dabei die Bilder vor Augen, bei denen eine lange, dicke Nadel in die Wirbelsäule gerammt wird und bekommen Angst. Doch das ist völlig unbegründet. Denn es macht einen Unterschied, ob es um eine Stammzellenspende oder eine Knochenmarkspende geht. Schauen wir uns das genauer an.

So läuft eine periphere Stammzellenspende ab

Bei rund 80 Prozent der Spenden läuft eine Stammzellenspende ähnlich wie eine Blut- oder Plasmaspende ab, jedoch gibt es hier noch einen Schritt, der zuvor gemacht werden muss.

Wachstumsfaktor G-CSF steigert Anzahl der Stammzellen

Werden die Stammzelle aus der Blutbahn entnommen, wie es in den genannten runden 80 Prozenten der Fall ist, wird dem Spender ein Medikament verabreicht. Es enthält den Wachstumsfaktor G-CSF, der dafür sorgt, dass Menge der Stammzellen im peripheren Blut ansteigt. An zwei aufeinanderfolgenden Tagen erfolgt die Spende, die ca. 4-8 Stunden dauert. Ein spezielles Verfahren gewinnt dann aus diesem Blut die lebenswichtigen Stammzellen. Es ist also keine Operation oder dergleichen notwendig. Man sollte jedoch wissen, dass es während der Gabe des Medikamentes zu grippeähnlichen Befinden kommen kann. Von Langzeitnebenwirkungen ist nach dem aktuellen Forschungsstand nichts bekannt.

So läuft eine Knochenmarkspende ab

Auch hier muss man keine Angst vor der großen Spritze haben, die einem in das Rückenmark gestochen wird, haben. Aber es ist doch etwas aufwendiger als eine Stammzellenspende.

Unter Vollnarkose wird dem Spender über den Beckenkamm entnommen. Dabei werden für die Punktionsnadel zwei kleine Einschnitte über dem hinteren Beckenknochen vorgenommen. Die Einschnitte sind so winzig, dass sie noch nicht einmal genäht werden müssen und schnell abheilen. Während der Entnahme, die ca. 60 Minuten dauert, liegt der Spender auf dem Bauch und das Risiko beschränkt sich auf das der Narkose.

Rund fünf Prozent des Knochenmarks werden entnommen. Das Knochenmark des Spenders regeneriert sich in der Regel binnen zwei bis vier Wochen komplett.

Ist mit Nachwirkungen zu rechnen?

Natürlich kann der kleine Bereich der Schnitte Schmerzen, die einer Prellung gleichkommen, bereiten. Diese vergehen jedoch rasch. Der Aufenthalt im Krankenhaus beschränkt sich meist auf drei Tage mit einer anschließenden Krankschreibung als reine Vorsichtsmaßnahme.

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