Endometriose – Der Weg zur Diagnose

Frauen reden oft von schmerzhaften Tagen, von Fehltagen in der Schule oder im Beruf, von entgangenen Möglichkeiten, verlorener Zeit und vom Rückgang der Lebensfreude. Dabei sprechen sie von der Krankheit Endometriose. Sie berichten, wie sie sich und ihre Termine rund um die Periode neu organisieren oder aufs Neue eine Nacht unter Morphium in der Notaufnahme auf sich nehmen mussten. Immer wieder bekommen sie schlimme Behauptungen zu hören, wie z. B. die Schmerzen, die sie den Medizinern schildern seien nur eingebildet. Dass die Leiden einer Frau von Ärzten heruntergespielt werden, hat schon eine sehr lange Tradition. Patientinnen, die mit Bauchschmerzen in der Notaufnahme liegen, müssen länger auf Hilfe warten als Männer. Sie bekommen auch weniger Opiate oder Mittel zur Schmerzlinderung, stellten US-Forscher im Jahr 2008 fest. Frauen erhalten eher Beruhigungsmittel, männliche Patienten hingegen Schmerzmittel. Arzneimittel, insbesondere Analgetika, werden an maskulinen Mäusen oder männlichen Personen durchgeführt und dadurch könnten diese bei weiblichen Wesen weniger heilsam sein als bei Männern.

Verlust von Lebensfreude bei Endometriose

Emma, war in der 10. Klasse, als sie eines Tages während des Unterrichts ohnmächtig wurde. Sie fühlte sich wie ein ausgehöhlter Kürbis. Ihr Frauenarzt verschrieb ihr die Antibabypille, weil er außergewöhnliche Menstruationskrämpfe vermutete. Doch geholfen haben diese Medikamente nicht. Ihr Frauenarzt gab ihr das Gefühl, verrückt zu sein. Die Ursache ihrer Schmerzen, nämlich die Endometriose, wurde erst sechs Jahre später, durch eine Bauchspiegelung entdeckt. Mit nur 26 Jahren musste ihr durch die Krankheit ein Eierstock entfernt werden. Glücklicherweise brachte sie 10 Jahre später eine Tochter zur Welt. Sie bedauert immer noch die verlorenen Jahre ohne Diagnose und Therapie, lebt heute allerdings fast beschwerdefrei. Sie ist dennoch der Meinung, dass sie, wenn sie die Zeit zurückdrehen könnte, früher auf Antworten drängen würde.

Tabus und Hemmschwellen

Weil die Qualen während der Menstruation am schlimmsten sind, und sich die Frauen während dieser Zeit sowieso nicht wohlfühlen, wird einfach die Vermutung aufgestellt, dass die Schmerzen von den monatlich wiederkehrenden Regelschmerzen kommen. Es ist für einen außenstehenden, nicht Betroffenen, schwer zu differenzieren, wann die Beschwerden anormal werden. Zudem erschwerten gesellschaftliche Tabus, wie z. B. das sprechen über Schmerzen beim Sex, während der Menstruation oder beim Stuhlgang. Doch dies sind alles Warnzeichen für eine Endometriose. Heutzutage werden Tabuthemen immer häufiger angesprochen und die Hemmschwelle darüber zu reden sinkt glücklicherweise. Dass zu viele Mediziner die Krankheit immer noch übersehen, darüber sind sich die Fachleute einig. Das nötige Wissen über Endometriose fehlt den meisten Hausärzten und Kinderärzten und diese Fehldiagnosen verschlimmern das Leiden unnötig. Die geschädigten Stellen werden resistent gegen Progesteron, welches normalerweise die Entzündungen und das Wachstum verzögert. Schmerzvermittelnde Hormone, die sich in den Schadstellen bilden, nennen sich Prostaglandine und verstärken den Krankheitsprozess. Entzündungsfördernde Zytokine treiben die Schmerzempfindlichkeit in die Höhe, weil sie auf die Nervenenden wirken. Durch die Verklebungen, die sich im Lauf der Zeit bilden, werden die Funktionen der Bauorgane beeinträchtigt und weiteres Leid verursacht. Um diese Versorgungskrise in den Griff zu bekommen, ist ein Zusammenschluss von Endometriose Experten und betroffenen Patientinnen nötig. Millionen von Frauen mussten jahrzehntelang leiden, weil dies die Standards forderten.

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