Endometriose: Eine Krankheit mit vielen Gesichtern

Endometriose, eine Erkrankung unter der bis zu 10 Prozent aller Frauen weltweit leiden, ist dennoch relativ unbekannt.

Vor fast 100 Jahren schon, stellte der US-amerikanische Gynäkologe John Sampson die vorherrschende Theorie der retrograden Menstruation auf. Er stelle fest, dass Menstruationsflüssigkeit mit Uteruszellen zurück in die Eileiter fließen kann. Er vermutete, dass kleine Mengen davon an den Organen und der Innenhaut des Bauchraums haften bleiben können oder sich in der Bauchflüssigkeit, schwimmend, auf weiter entfernte Stellen verbreiten. Das fehlgeleitete Gewebe bringt Hormonrezeptoren hervor und spricht auf die Signalstoffe an. Doch bleiben bei der Endometriose, anders als bei der normalen Regelblutung, Blut und Zellgewebe im Beckenraum gefangen und verursachen hier Entzündungen. Mit der Zeit führen diese wiederum zu Narbenbildung und Verklebungen.

Verschiedene Theorien zur Entstehung von Endometriose

Wenn in die muskulöse Gebärmutterwand Endometrium Zellgewebe einwächst, ist dies ganz besonders schmerzhaft und zudem sehr schwer zu diagnostizieren. Ist das Gewebe auf dem Eierstock als Zyste platziert, kann es ihn blockieren und ebenfalls Beschwerden verursachen. Aufgrund ihrer dunklen Farbe, weil sie hauptsächlich altes Blut enthalten, werden sie als Teer- oder Schokoladenzysten bezeichnet. Eileiter und Eierstock können von den Vernarbungen und Verklebungen so eingequetscht werden, dass keine Eizellen mehr passieren können, und dies wiederum führt zu Unfruchtbarkeit. Die Wissenschaftler rätseln, wer die Schuldigen sind: Die abtrünnigen Gebärmutterschleimhautzellen, die auf anderem Nährboden, wie Samen sprießen? Oder ist es das Nährmedium, das im Bauchraum diesen Zellen fruchtbar erscheint? Die Mediziner der Samentheorie machen auch defekte Stammzellen dafür verantwortlich. Die Verfechter der Bodentheorie halten an einer Fehlfunktion des Immunsystems fest. Die dritte Theorie, vereint die Samen- und die Bodentheorie, in der davon ausgegangen wird, dass der Boden den Samen umformt. Griffith, die die eigentliche Triebkraft der Endometriose in der Immunantwort sieht, vermutet, dass die Frauen normale Gebärmutterschleimhautzellen hatten, bis die Schäden eintraten und das Gewebe veränderten. Womöglich beeinflusst, die dadurch ausgelöste Entzündung, die Ausschüttung von Progesteron- und Östrogenrezeptoren in den Schleimhautzellen des Uterus. Dies hat zur Folge, dass das Wachstum der Schadstellen durch mehr ausgeschüttetem Östradiol angetrieben wird.

Gibt es Umweltfaktoren, die Endometriose auslösen können?

Kevin Osteen, Gynäkologe der Vanderbilt Uni in Nashville vermutet, dass Umweltschadstoffe wie Dioxin, mögliche Auslöser für die Krankheit sein können. Er vertritt die Meinung, dass solche Giftstoffe die physiologischen Vorgänge in der wachsenden Gebärmutterschleimhaut beeinträchtigen. Bioingenieurin Linda Griffith vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge (USA) ist wissenschaftliche Leiterin des MIT Center of Gynepathology Research und leidet selbst auch an Endometriose und ist der Überzeugung, dass der Auslöser ihrer Krankheit schon sehr lange zurückliegt und es somit bei ihr keine retrograde Menstruation sein konnte. Bei ihr setzten die quälenden Schmerzen und Symptome bereits am 1. Tag ihrer Periode ein. Es gibt Wissenschaftler, die vermuten, dass es bei ihr der Fall sein könnte, dass sie schon als ungeborenes Mädchen im Mutterleib mit Endometriosen Stammzellen in Kontakt kam. Solche heranreifenden Zellen wurden bei Föten nach Totgeburten oder Fehlgeburten auch an weit entfernten Stellen wie z. B. in der Lunge oder im Gehirn gefunden. Diese lauern dann, als tickende Zeitbomben, bis das Mädchen in die Pubertät kommt. Somit offenbart sich Endometriose ähnlich wie Krebs als ein Leiden mit tausend Gesichtern. Griffith formuliert es als nicht eine Krankheit, sondern um viele.

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