Endometriose: So kann sie behandelt werden

Hat eine Frau sehr starke Schmerzen, bedeutet es nicht, dass sie an einer schweren Form der Endometriose leidet. Wiederum kann eine Patientin mit einer ausgeprägten Endometriose und bereits angeschwollenem Bauch beschwerdefrei sein. Oft sind diese Schmerzen auch nach einer Operation vorhanden. In so einem Fall liegt eine Störung des Zentralnervensystems vor. Das Gehirn hat sich an die Schmerzen gewöhnt und lässt sich nicht mehr ausschalten, selbst wenn die Ursache beseitigt wurde. Gynäkologen denken nicht an eine Sensibilisierung, denn sie sind ja keine Neurologen und wissen nicht, welches Wissen Neurowissenschaftler bereits über Schmerzen haben. In einer kleinen Studie fanden Wissenschaftler heraus, dass bei Patientinnen mit Endometriose und chronischen Unterleibskrämpfen, der Thalamus (Inselrinde) und andere Hirnareale, die an der Schmerzsteuerung beteiligt sind, schrumpfen. Ob eine Endometriose-Therapie nötig ist, hängt also immer vom Ausmaß der Beschwerden ab. Eine zufällig festgestellte Endometriose, die keine Probleme bereitet, muss nicht unbedingt behandelt werden. Eine Behandlung ist aber dann ratsam, wenn die Schmerzen anhaltend und unerträglich werden, die Patientin einen unerfüllten Kinderwunsch hegt oder wenn andere Organe wie Eierstock, Harnleiter, Darm usw. nicht mehr richtig funktionieren.

Medikamente gegen die Qualen der Endometriose

Bei Endometriose kann man verschiedene Medikamente einnehmen, die unterschiedliche Ziele haben. Um starke Schmerzen und Krämpfe im Unterleib zu lindern, sollten Schmerzmittel eingenommen werden. Sogenannte nichtsteroidale Antirheumatika wie Ibuprofen oder Diclofenac helfen bei starken Regelschmerzen. Jedoch ist bisher noch nicht wissenschaftlich belegt, ob sie bei sonstigen Endometriose-Schmerzen wirksam sind. Stärkere Präparate wie Opioide, werden bei unerträglichen Schmerzen verschrieben. Diese haben aber erhebliche Nebenwirkungen wie Verstopfung, Übelkeit und Erbrechen sowie Blutdruckschwankungen und die Patientinnen können, bei längerer Einnahme, davon abhängig werden.

Hormonbehandlung oder Operation?

Hormonpräparate hingegen, können das Wachstum der Endometriose-Herde bremsen. Sie werden aber nur bei Frauen ohne bestehenden Kinderwunsch eingesetzt, denn die Hormonproduktion in den Eierstöcken wird damit unterdrückt. Die Frau bekommt keinen Eiersprung und somit keine Regelblutung mehr. Die Östrogenproduktion wird „ruhiggestellt“ und die Beschwerden werden weniger. Dabei greifen die Ärzte auf hormonelle Verhütungsmittel wie die Anti-Baby-Pille oder das Verhütungspflaster oder so genannte GnRH-Analoga zurück. Diese haben aber stärkere Nebenwirkungen, wie z. B. Hitzewallungen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen. Es werden aber auch Gelbkörperhormone zum Lindern der Qualen eingesetzt, gerade wenn die Schmerzen nach einer Operation nicht verschwinden. Hormone können in Form von Tabletten oder einer Gestagen-haltigen Spirale, die in die Gebärmutter eingesetzt wird, verabreicht werden. Aber auch hier kommt es zu Nebenwirkungen wie Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen, Zwischenblutungen und zu einem verminderten sexuellen Interesse. Eine Operation sollte nur dann vorgenommen werden, wenn die Beschwerden übermäßig starke Schmerzen verursachen und Unfruchtbarkeit verursachen. Wenn Zysten die Eierstöcke befallen haben und eine Hormonbehandlung hier nicht mehr ausreicht. Dies gilt auch, wenn bereits der Darm oder die Blase befallen ist und die Funktion dieser Organe beeinflusst wird. Sowohl zu den Operationen oder verabreichten Medikamenten sollten Endometriose Patientinnen zu psychosomatischen Therapieverfahren greifen. Denn die psychosozialen Belastungen und emotionalen Probleme können die Schmerzen verstärken, oder gar die Erkrankung auslösen oder begünstigen. Daraus kann ein Teufelskreis entstehen, der die Lebensqualität der Patientin erheblich einschränkt. Eine frühzeitige Unterstützung und Beratung (etwa durch einen Psychologen, Schmerztherapeuten, Sexualberater etc.) kann dem entgegenwirken.

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