Meningokokken-Fälle in Berlin

Ein gehäuftes Auftreten eines der gefürchtetsten Erreger der heutigen Zeit versetzt Berlin in Aufruhr: Unter Männern, die Sex mit Männern hatten, konnte ein Anstieg der Infektionen mit dem hoch gefährlichen Bakterium Neisseria meningitidis verzeichnet werden. Die jüngsten Fälle betrafen zwei homosexuelle junge Männer, die eine Nacht miteinander verbracht hatten. Einer der Beiden lag wenige Tage später im Koma, der andere ist tot.

Doch worum handelt es sich bei Meningokokken genau? Und wie sollte die Bevölkerung auf die Schlagzeilen der letzten Tage reagieren?

Was sind Meningokokken und wer kann sich infizieren?

Bei Neisseria meningitidis handelt es sich um ein kugelförmiges Bakterium, welches sich in Blut und Gehirn vermehren kann. Im Gehirn kann es eine potentiell lebensbedrohliche Hirnhautentzündung hervorrufen, was in diesem Falle jedoch tatsächlich noch das kleinere Übel ist. Im Blut führt der Erreger durch die Ausschwemmung des Bakteriengifts LPS zu Blutgerinnung, Thrombosen und schließlich auch zum Absterben von Organen oder Extremitäten wie Fingern und Zehen. Typisch für den Verlauf der Krankheit ist eine rapide Verschlechterung und leider häufig auch ein schneller Tod.

Der Erreger lebt vorzugsweise auf der menschlichen Nasen- und Rachenschleimhaut und wird bei Küssen oder durch Anhusten mittels Tröpfcheninfektion übertragen. Die bloße Übertragung des Bakteriums führt jedoch nicht zu einer Erkrankung des Betroffenen. Bei den meisten Menschen zeigen sich keinerlei Symptome, weshalb das Robert-Koch-Institut mit einer Quote von 20 bis 30% von infizierten Jugendlichen in Deutschland rechnet. Wieso manche schwer erkranken und der Erreger bei anderen ohne jegliche Beeinträchtigung nach wenigen Monaten nicht mehr nachgewiesen kann, ist noch nicht geklärt.

Sicher ist nur, dass es gewisse Risikogruppen gibt. In den vergangenen Jahren waren meist Kinder und Jugendliche betroffen, jedoch zeichnet sich nun ein neuer Trend ab: Die gehäufte Infektion unter Männern, die Sex mit Männern haben. Prinzipiell kann sich jeder Mann und jede Frau durch engen Kontakt zu einem infizierten Menschen mit dem Erreger anstecken. Seit dem Jahr 2001 haben sich jedoch immer wieder Ausbrüche in der homosexuellen Szene auf der ganzen Welt gezeigt. Betroffen waren Städte wie Toronto, Chicago, Los Angeles, New York und jüngst auch Berlin und Großstädte in Frankreich und Belgien.

Am 3. Juli diesen Jahren gab die europäische Seuchenschutzbehörde ECDC eine Risikoeinschätzung heraus, in der sie die Aussprechung von Impfempfehlungen anriet und das erhöhte Risiko für homosexuelle Männer in europäischen Großstädten bestätigte. Warum das Bakterium sich nun genau unter Schwulen vermehrt zu verbreiten scheint, ist noch unklar. Entweder handelt es sich um einen leicht mutierten Bakterienstamm, der beispielsweise durch Analverkehr übertragen wird und sich auf die Darmschleimhaut spezialisiert hat oder es liegt die soziale Dynamik der Schwulenszene zu Grunde, die sehr körperbetont ist.

In Anbetracht all dieser Fakten und dem Ergebnis einer Studie, nach der 43% der untersuchten Homosexuellen das Bakterium in sich trugen, hat der Berliner Impfbeirat nun reagiert: Am 27. Juli 2013 tritt eine sechsmonatige Impfempfehlung für schwule Männer in Berlin in Kraft, in deren Zug sich die Betroffenen mit einer einmaligen Spritze gegen Meningokokken immunisieren lassen können.

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