Migräne und Licht vertragen sich doch

Hämmernde Kopfschmerzen in Verbindung mit Übelkeit, Taubheitsgefühl, Sehstörungen und Frieren – in Deutschland leiden ungefähr sechs bis acht Millionen Menschen unter Migräne. Häufig wird den Betroffenen empfohlen, Licht zu meiden, doch Experten haben nun herausgefunden, dass dies der falsche Ansatz sein könnte.

Migräne zählt zu den verbreitetsten Schmerzerkrankungen unserer Zeit. Die Patienten sind dadurch meist massiv in ihrer Lebensqualität sowie im Berufs- und Sozialleben eingeschränkt. Die Auslöser dieser Krankheit sind bisher nicht genau bekannt, sie gilt als unheilbar. Eine der häufigen Begleiterscheinungen von Migräne-Kopfschmerzen ist die Überempfindlichkeit gegenüber Lärm, Gerüchen und Licht. Viele Patienten werden während einer solchen Kopfschmerzattacke daher geradezu lichtscheu. Sogar normales Tageslicht empfinden die Patienten als unerträglich, weswegen sie sich meist in dunkle Räume zurückziehen.

Ein österreichisches Forscherteam hat nun herausgefunden, dass dies der falsche Ansatz sein könnte. Christian Wöber von der Universitätsklinik in Wien für Neurologie ist Kopfschmerzexperte und hält das von Ärzten häufig geratene Meiden von Licht für nachteilig. Es könne zu erhöhter Photophobie bei den Betroffenen führen. Vergleichbar sei dies mit Menschen die unter Platz- oder Höhenangst leiden und daher bestimmte Situationen vermeiden, so jedoch keine Lösung für ihr Problem herbeiführen. Die Studie „Photophobie bei Migräne“ soll daher Aufschluss darüber erbringen, ob auch andere Wege und Methoden bei Lichtempfindlichkeit durch Migräne helfen können. Erste Ergebnisse zeigten, dass vermutlich eine Desensibilisierung des Gehirns der Patienten gegenüber Lichtreizen eine bessere Strategie darstellen könnte als das Meiden von Licht.

Durch einwöchige Trainings wird das Gehirn der Betroffenen durch flackerndes Licht an normales oder helles Licht gewöhnt. Noch ist jedoch unklar, ob diese Desensibilisierung Migräne-Patienten helfen kann. Es könnte sich hierbei aber um einen völlig neuen Therapieansatz handeln, so die Wissenschaftler. Bekannt ist bereits, dass das regelmäßige Einnehmen von Schmerzmitteln Migräne-Anfälle verstärken kann. Bisher raten viele Ärzte ihren Patienten zu Hausmitteln wie Mutterkraut oder auch zu stressabbauenden Maßnahmen wie Yoga. Die Studie des Forscherteams könnte jedoch neue Erkenntnisse zu möglichen Therapiemethoden erbringen.

 

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