Skin-Bleaching – Weiß ist das neue Braun

Wie kann man eine Japanerin schnell und effektiv vor den Kopf stoßen? Man bescheinigt ihr, wie wunderbar braun sie in ihrem Urlaub geworden ist. Das ist fast schon eine Beleidigung und geht gar nicht. Ist das nur in Japan so? Nein auch in China, Indien, den Philippinen und anderen Ländern. Weltweit sollen bis zu 27 Prozent aller nicht-weißen Frauen Hautaufheller benutzen, wie „Spiegel online“ berichtet. In Afrika sollen laut Aussage der WHO mehr als die Hälfte der Erwachsenen Bleichmittel benutzen. Jede Kosmetikfirma, die auf den Märkten Asiens vertreten ist hat Bleichcremes im Angebot. Und das ist nicht neu. Die Kosmetikmarke Shishido beispielsweise hat sie bereits seit 1917 im Sortiment und ist damit Weltmarktführer. Deren Serie heißt Haku, was „schönes Weiß“ bedeutet. 40 bis 50 Prozent aller Hautkosmetika enthalten in Asien sogar dann Bleichmittel, wenn sie gar nicht explizit als solche verkauft werden. Ein bisserl mehr Blässe ist immer willkommen.

Warum dieser Blass-Wahn?

Eine kurze Zeit lang war Braunsein in. Es war der Inbegriff des Playboys, der sich mit seinen – ebenfalls braun gebrannten – Schönheiten den ganzen Tag am Pool oder auf der Yacht aalen kann. Diese Bild wandelt sich gerade sehr. Blass zu sein ist wieder in. In Japan, und nicht nur dort, ist es eine wichtige Status- und Imagefrage. Wer weiß ist, ist schön und erfolgreich. Auch sehr dunkle Hautfarbe wird als rassig, schön und geschmeidig angesehen. Alles dazwischen ist den Augen einiger veränderungsbedürfig.

Ein gutes Beispiel dafür ist hier sicher die Entwicklung von Michael Jacksons Hautfarbe. In früheren Zeiten war bei uns die vornehme Blässe ein Zeichen von Adel. Gebräunte Haut hatten nur diejenigen, die auf dem Feld arbeiten mussten und dabei der Sonne ausgesetzt waren. Der Adel mied die Sonne und hübschte sich mit Cremes und Puder blass. In Indien hat die Sache einen kulturhistorischen Hintergrund. In der alten Kastengesellschaft erkannten sich die höheren und niedrigeren Kasten unter anderem an der Hautfarbe. Die einmarschierenden blassen Engländer verschärften diesen Konflikt. Wichtig war, wer weiß war. Auch heute noch werden Studien zufolge Hellhäutige als hübscher empfunden und ihnen wird ein höherer sozialer Status zuerkannt als Dunkelhäutigen. Studien weisen nach, dass auch in den USA eine blassere Hauttönung noch immer die Wahrscheinlichkeit von Wohlstand und Karriere erhöht. Mit der noblen Blässe wird also auch heute noch ein Millionengeschäft gemacht.

Wie viel Geld wird für Bleichcremes in die Hand genommen?

Der geschätzte Jahresumsatz mit legalen Produkten beträgt zurzeit zwölf Milliarden, insgesamt über 40 Milliarden Dollar. Menschen zahlen im Schnitt ca. 50 Euro im Jahr für Aufhellungs-Cremes. Skintrium beispielsweise ist eine Marke, die sich auf Hautaufhellung konzentriert: Sie unterscheidet dabei zwischen vier Stufen vom Aufweißen bis zur Bleichung – mit zurzeit 33 verschiedenen, extrem hochpreisigen Produkten. Da kostet eine Tube schon mal 500 Dollar und mehr.

Das kann doch eigentlich nicht gesund sein, oder?

Das Landesuntersuchungsamt Rheinland Pfalz festgestellt, dass einige Hautbleichmittel aus Afrika den Wirkstoff Hydrochinon beinhalten. Hydrochinon wird über die Haut aufgenommen und führt bei lange andauernder großflächiger Anwendung zu irreversiblen Pigmentstörungen wie der Weißfleckenkrankheit (Vitiligo) oder der Ochronosis, bei der man bläulich-schwarze Verfärbungen hat. Es gibt auch Hinweise, dass Hydrochinon krebserregend ist. In anderen Produkten ist das für kosmetische Mittel ebenfalls verbotene Cortisonderivat Clobetasolpropionat enthalten. Schon kleinste Mengen führen zu Nebenwirkungen wie Pigmentierungsstörungen bis hin zur Verminderung der Funktion der Nebennierenrinde und den damit zusammenhängenden Krankheitsbildern wie zum Beispiel Schwäche oder Gelenk- und Muskelschmerzen. Manchmal ist auch Quecksilber beigefügt. Damit wurden früher Sommersprossen gebleicht.

Es ist seit 1976 verboten, da es leicht zu Vergiftungen führen kann. Heute wird es häufig als Quecksilberamidchlorid beigefügt. Die Nebenwirkungen lassen sich hören: Mattigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, Fingerzittern bis hin zu einer Schädigung im Zentralnervensystem mit sensiblen Lähmungen, Seh- und Sprachstörungen sowie Hörstörungen. Da die chemischen Mittel das hauteigene Melanin abbauen, wird die Haut gegen UV-Strahlen nicht mehr geschützt. Verständlich, dass Hautbleichmittel in vielen Ländern wegen ihren schädlichen Inhaltsstoffen verboten sind. Daher wird gerne am Schwarzmarkt bestellt und gekauft – ohne Rücksicht auf die eigene Gesundheit.

 

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