Drogenentzug - Konzept der hannoveraner Kinderklinik

Der Konsum von Cannabis wird in Politik und Gesellschaft häufig diskutiert. In Deutschland gilt Cannabis bundesweit als illegale Substanz, eine Droge, jedoch unterscheiden sich die Vorgaben der einzelnen Bundesländer darin, wie viel Gramm der Pflanze straffrei transportiert werden können. Das sorgt nicht nur für Verwirrung, sondern bietet auch die Möglichkeit kleine Mengen Cannabis „sorgenfrei“ bei sich führen zu können.

Einige Parteien und Verbände fordern daher seit langem die vollständige Legalisierung des Konsums. Fakt ist, dass Cannabis in Deutschland konsumiert wird, egal, ob die Droge nun legal ist oder nicht. Etwa 2 Millionen Deutsche greifen regelmäßig zum „Gras“, besonders bei Jugendlichen ist es sehr beliebt. Für viele Kritiker ist dies das entscheidende Argument gegen eine Legalisierung. Wird Cannabis zur legalen Substanz, so würde ihr Konsum automatisch legalisiert werden.

Jugendliche könnten sich noch stärker dazu verleitet fühlen, ab und zu mal zur „Tüte“ zu greifen und viele landen über kurz oder lang dann beim regelmäßigen Konsum und einer psychischen Abhängigkeit. Anders als bei Alkoholmissbrauch entsteht beim Rauchen von Cannabis keine körperliche Abhängigkeit, das räumen auch Mediziner ein. Dennoch darf die Pflanze keines Falls als unbedenklich angesehen werden. Jugendliche, die exzessiv Cannabis konsumieren, sind anfälliger für psychische Folgeerkrankungen und haben außerdem häufiger Probleme mit ihrem sozialen Umfeld.

Mit gutem Beispiel voran

Genau an dieser Stelle setzt das Konzept der hannoveranischen Kinderklinik an. Unter dem Motto „Klettern statt Kiffen“, versucht die Klinik durch ein straffes Programm, Jugendliche wieder an einen geregelten Tagesablauf heranzuführen und dabei besonders die schulischen und sozialen Probleme in den Griff zu bekommen, die der Cannabiskonsum herbeigeführt hat. Einige leiden außerdem unter Problemen innerhalb der Familie und versuchen durch das Kiffen vor ihren Sorgen zu flüchten. Dabei entwickeln Jugendliche häufig eine „Alles-Egal-Haltung“ und gehen nicht mehr oder nur noch unregelmäßig zum Unterricht.

Die Einrichtung der Kinderklinik „Teen Spirit Island“ versucht all diesen Faktoren entgegenzuwirken. Die Jugendlichen dürfen über drei Monate nicht nach Hause und sollen so von schlechten Einflüssen aus dem Freundeskreis oder der Familie abgeschirmt werden. Das absolute Handyverbot erleichtert den Kontaktabbruch. Außerdem sorgen feste Regeln dafür, dass die Programmteilnehmer wieder zu einem geregelten Tagesablauf finden und sich wieder an den Alltag in der Schule anpassen können.

Unterricht erhalten die Jugendlichen auch in der Kinderklinik, jedoch wird mehr Gewicht auf kreative Tätigkeiten und sportliche Aktivitäten gelegt, als auf die klassischen Schulfächer. Beim Klettern beispielsweise, können sich die Jugendlichen nicht nur auspowern, sondern lernen gleichzeitig, dass Sport Spaß macht und einem „den Kick“ geben kann, den sie leider häufig beim Kiffen suchen.

 

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