Selbstheilung

Schon Buddha mahnte die Menschheit, den Ursprung ihres Leidens nicht im Anderen, sondern bei sich selbst zu suchen. Er lehrte sie, dass Gedanken Worte hervorbringen, Worte zu Taten werden, Taten wiederum zu Gewohnheiten, Gewohnheiten den Charakter bilden und der Charakter zum Schicksal jedes Einzelnen wird. Will man also zu wahrer Heilung von Körper und Seele gelangen, so muss man wohl oder übel akzeptieren, dass unser Schicksal – und so auch unsere Leiden – nur von uns selbst verursacht werden.

Man muss Verantwortung übernehmen und diese Reise – diese Selbstheilung! – wollen. Alexandra Kleeberg, Psychologin und Autorin, hat sich in ihrem Buch „Selbstheilung“ mit genau diesem Thema auseinander gesetzt und durch die Kombination verschiedener Techniken einen völlig neuen Ansatz kreiert, und zwar den der inneren Bilder. Innere Bilder sind laut wissenschaftlicher Ergebnisse vor allem in unserer rechten und intuitiveren Gehirnhälfte verortet. Sie lösen biochemische und elektromagnetische Aktivität in unserem Gehirn aus und das in gleicher Weise wie äußere Bilder.

Die Kraft innerer Bilder

Die Kraft, die der Imagination innewohnt, ist also nicht zu unterschätzen. Da Bilder mehrere inhaltliche Ebenen in sich vereinen können, werden Erinnerungen überwiegend in dieser Form in unserem Gedächtnis abgelegt. Gefühle, semantische Bedeutungen und Sinneseindrücke finden gleichermaßen Platz in diesem Speichermedium und bleiben dauerhaft und sofort abrufbar. Denk doch mal an den Abend auf der Terrasse im letzten Spanienurlaub. Du hörst die Zikaden, schmeckst den vollmundigen Rotwein und fühlst die wohlig warme Luft, auch wenn Du gerade in Deiner Mietwohnung im kalten Deutschland sitzt, nicht wahr?

Das ist die Macht der inneren Bilder. Diese Macht haben auch andere Menschen schon früh erkannt und genutzt. Beispielsweise benutzen alle Religionen Bilder und Gleichnisse, um den Menschen das zu vermitteln, was mit Worten nicht gesagt werden kann. Auch der Weg über die inneren Bilder zur äußeren Gesundheit wurde vor allem von den amerikanischen Schamanen schon früh beschritten. In ihren „schamanischen Reisen“ versetzen sie sich in Trance und tauchen in ihre inneren Bilderwelten ab, um die Ursachen ihrer lebensweltlichen Geschehnisse zu erkunden. Diesen Zusammenhang nutzt auch Alexandra Kleeberg. In ihrem Buch verbindet sie schamanische Imaginationstechniken mit einer abgewandelten Form von Psychoanalytiker C.G. Jungs „Aktiver Imagination“.

Zwei wichtige Erkenntnisse

Jung vertrat in seiner Arbeit zwei große Erkenntnisse über die Heilung der Seele. Die erste war, dass die Seele in Bildern spricht und anhand dieser Sprache ihre eigene Wirklichkeit kreiert. Die zweite und nicht minder wichtige war jene, dass die persönliche Psychologie jedes Einzelnen in Verbindung zu einer kollektiven Psychologie aller lebenden und bereits verstorbenen Menschen dieser Welt steht. Dieser Verbund zwischen Person und Kollektiv äußert sich in so genannten „Archetypen“. Kleeberg definiert diesen Begriff wie folgt: „Archetypen sind genetisch verankerte, evolutionär erworbene universale Bereitschafts- und Reaktionssysteme des menschlichen Organismus.“ Es handelt sich nach dieser Definition also um menschliche Erfahrungsmuster, Potenziale, Dispositionen und Möglichkeiten, die in Form von Bildern und Symbolen vererbt werden. Doch wie stehen diese „Archetypen“ nun in Verbindung mit der Selbstheilung?

Alexandra Kleeberg hat die Antwort: „In unserem energetischen Feld ist jegliche Information für die Heilung unseres Selbst enthalten.“ Unsere innere Kraftquelle erreichen wir am einfachsten und direktesten über Visionen, Assoziationen, Imagination und Träume. Und die Sprache dieser inneren Bilder sind die „Archetypen“. Eine Krankheit, sei sie nun körperlich oder vor allem auch psychisch, sei nur ein Ausdruck dessen, dass der Erkrankte sich von seinen archetypischen Wurzeln entfernt und somit die Verbindung zu seinen Selbstheilungskräften verloren habe, so Kleeberg. Wirkliche Heilung könne so durch „Fremdheilverfahren“ wie Naturheilkunde und Psychologie nicht erfahren werden, weil der Mangel nicht im Außen, sondern im Innen vorliegt. Das Buch „Selbstheilung“ beinhaltet also neben Grundlagen von Psychologie, Quantenphysik und Epigenetik vor allem auch umsetzbare Anleitungen zu Imaginationsübungen, die Heilung bringen sollen. In Kleebergs „Aktiver Imagination“ – welche sich in einigen Punkten von der Jungschen unterscheidet – taucht der Klient direkt in die archetypischen Felder seiner Fantasie ein und kann so beispielsweise durch den „Archetyp des Heilens“ wieder in Kontakt mit seinen eigenen heilsamen Kräften kommen.

Anregung und Inspiration für die Autoren zu vielen ihrer Fantasiereisen waren Märchen, Mythen und Gedichte, in denen es öfter als man denkt um Transformation geht. Die wichtigste Botschaft ihres Buches besteht aber wohl darin, dass wir den ersehnten tiefen inneren Wandel durch das wahrnehmen, verändern und kreieren innerer Bilder tatsächlich herbeiführen können. Und dabei geht es nicht immer nur um Fantasiereisen, sondern durchaus auch darum, ganz alltägliche Tätigkeiten um einem heilenden Aspekt zu bereichern. So kann eine Dusche der Befreiung von negativen Energien dienen und das bewusste Ein- und Ausatmen zum Kraftquell im Alltag werden. Vergiss also nie: Bleibe bei Dir und – vielleicht noch viel wichtiger – Heilung ist möglich!

 

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