Aergia

In der griechischen Mythologie ist Aergia die Göttin der Faulheit, der Trägheit und des Müßiggangs. Ihr Gegenpart ist ihre Schwester Horme, die Göttin der Aktivität und Energie. Es ist nicht unrelevant, diesen beiden Göttinnen einen guten Platz in seinem Leben einzuräumen. Denn erst wenn beide Göttinnen gleichermaßen ihre Gaben zur Wirkung bringen können, tritt Ausgeglichenheit ein. Bezieht man sich dabei beispielsweise auf die Balance zwischen Arbeitssucht und Sich-hängen-lassen, spricht man heute häufig auch als „Work-Life-Balance“.

Wer ist Aergia?

Sie ist die Tochter der Erdgöttin Gaia und des Aither, Gott des Windes und des Lichts und Personifikation des „oberen Himmels“, der als Sitz des Lichts und der Götter galt. Bis etwa 500 vor Christi Geburt nahmen die religiösen Griechen übrigens an, dass die Seele in den Aither aufsteigt, während der Körper in den Schoß der Gaia hinabsinkt. Als weitere Geschwister der Aergia werden häufig Dolor (Schmerz), Dolus (List), Ira (Wut), Luctus (Trauer), Mendacium (Lüge), Iusiurandum (Eid), Ultio (Rache), Altercatio (Zank), Oblivio (Vergessen), Timor (Angst), Superbia (Hochmut), Incestum (Lust), Pugna (Kampf) und Intemperantia (Unmäßigkeit) genannt.

Was ist ihre Aufgabe?

In verschiedenen Quellen wird berichtet, dass Aergia in der Unterwelt das Reich des Hypnos, Gott des Schlafes, bewachen soll. Hypnos besitzt die Fähigkeit, nicht nur Menschen, sondern auch Götter in den Tiefschlaf zu versetzen. Vor seiner Grotte soll eine schläfrige und träge Atmosphäre herrschen, deren Wirkung sich auf jeden überträgt. Ovid beschreibt ihn als ruhigen und sanftmütigen Gott, da er den Menschen bei ihren Nöten hilft und als Schlaf die Hälfte ihres Lebens besitzt. In der römischen Mythologie entspricht Aergia der Socordia.

Aus dem Lateinischen übersetzt steht ihr Name für Sorglosigkeit, Gedankenlosigkeit, Fahrlässigkeit und Schlaffheit. In Vollmer’s Mythologie aller Völker aus dem Jahr 1874 wird sie als „Personification der Thorheit“ bezeichnet. Wie auch ihre bereits genannten Familienbande wie die Geschwisterschaft mit Schmerz, Lüge, Hochmut usw. verdeutlichen, steht sie also im mythologischen Verständnis eher im Kontext des Unerwünschten und der Lasterhaftigkeit. Ihre positive Seiten, Muße und Besinnung, kann eventuell erst unser heutiges, von Leistungsdenken und Dauerstress getriebenes Zeitalter würdigen.

 

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