Entzugssymptome nach Absetzen von Antidepressiva?

Nach dem Absetzen von Antidepressiva ist es nicht selten, dass bei den Betroffenen Entzugssymptome auftreten. Leider ist dieses Phänomen bisher noch kaum erforscht. Doch zahlreiche Mediziner vergleichen die auftretenden Symptome mit denen nach dem Absetzen starker Beruhigungsmittel.

Zahlreiche Beschwerden nach Absetzen

In den meisten Fällen erfolgt eine Depressions-Erkrankung phasenweise. Befindet sich der Patient gerade in einer beschwerdefreien Phase, werden die Antidepressiva häufig abgesetzt. Doch dies kann schwerwiegende Folgen haben. Schlafstörungen, Übelkeit, Herzklopfen, Muskelzucken, Reizbarkeit, Gleichgewichtsstörungen und Kopfschmerzen gehören zu den geläufigsten Entzugssymptomen, die auftreten können. Bei jeder Person kann sich das Absetzen unterschiedlich auswirken, bei manchen Patienten dauern die Beschwerden Monate an, bei manchen nur wenige Tage. Auch die Intensität variiert.

Neue Antidepressiva besonders gefährlich

Besonders bei zwei neueren Arten von Antidepressiva ist die Gefahr hoch, später an Entzugssymptomen zu leiden. Es handelt sich hierbei um die Substanzgruppen der SNRI (selektive Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer) und der SSRI (selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer). Die bekanntesten Medikamente dieser beiden Gruppen sind folgende: Duloxetin und Venlafaxin aus der SNRI-Gruppe sowie Paroxetin, Fluoxetin, Citalopram und Escitalopram aus der SSRI-Gruppe. Wie auch starke Beruhigungsmittel oder Medikamente zur Bekämpfung schizophrener Erkrankungen, greifen diese Substanzen in das Nervensystem ein. Sie beeinflussen den Stoffwechsel der neuronalen Botenstoffe unseres Gehirns.

Wichtige Fragen

Wenn solche Symptome auftreten, so ist es immens wichtig, diese richtig einzustufen. Handelt es sich tatsächlich um Entzugssymptome? Oder reagiert der Körper nur kurz auf das Abbrechen der Behandlung? War die Behandlung eventuell noch nicht effektiv genug und die alten Symptome kommen zurück? Von diesen Fragen ist die gesamte weitere Behandlung der Patienten abhängig. Soll nun ein anderes Medikament verwendet werden? Sollte das Antidepressivum noch etwas länger eingenommen werden? Oder kann es schrittweise reduziert und vollständig abgesetzt werden?

WHO warnt vor Verharmlosung

Da dieses Problem noch nicht eingehend erforscht wurde, ist selbst die Namensgebung nicht eindeutig. Manche bezeichnen es als Absetzsyndrom. Doch dieser Begriff verkennt, dass die Symptome auch auftreten können, wenn die Medikamente lediglich unregelmäßig eingenommen werden. Aus diesem Grund scheint die Bezeichnung Entzugssymptome hier angebrachter. Die Weltgesundheitsorganisation warnte in der Vergangenheit jedoch bereits davor, dieses Problem zu verharmlosen. Meist meldeten Ärzte lediglich Entzugssymptome und verharmlosten somit die ernstzunehmende Gefahr einer Abhängigkeit von Antidepressiva.

Stück für Stück

Die beschriebenen Symptome sind bereits nach einer Einnahme von zwei Monaten zu beobachten. Das bedeutet, dass es jeden Patienten betreffen kann, da Antidepressiva in der Regel länger eingenommen werden. Bereits nach ein paar Tagen nachdem das Medikament abgesetzt wurde, können sie auftreten. Eine mögliche vorbeugende Maßnahme könnte sein, Antidepressiva nicht abrupt abzusetzen, sondern progressiv, Stück für Stück. Doch auch diese Methode bietet noch keine nachweisebare Garantie beschwerdefrei von diesem Medikament loszukommen.

Unerforscht

Generell gibt es große Unterschiede zwischen den verschiedenen Substanzen, die auf dem Markt erhältlich sind. Solltest Du eine Antidepressiva-Therapie beginnen, so ist es ratsam auch über diese Problematik mit Deinem Arzt zu sprechen. Es handelt sich hierbei leider um ein noch recht unerforschtes Feld. Auch schwerwiegendere Beschwerden und Risiken sind zuweilen nicht auszuschließen. Es soll bereits Patienten gegeben haben, die in der Folge des Absetzens begannen unter einer Manie zu leiden. Immer mehr Studien befassen sich allerdings mit diesem Thema und versuchen Licht ins Dunkel zu bringen.

 

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1 Antwort
  1. Julia
    Julia sagte:

    Ich kenn dieses Problem… nehme seit 8 Jahren Doxepin 50mg am Tag nehme ich je nach Tagesform 1-2 Tabletten.
    Habe seit der Einnahme Stoffwechsel Probleme und habe 30 Kg zugenommen. Habe des öfteren versucht die Tabletten auszuschleichen, aber nichts funktioniert. Bekomme jedes mal Entzugserscheinungen, kann dann weder essen noch schlafen. Habe unerträgliche Übelkeit den ganzen Tag und kann dann meist nur Flüssigkeit zu mir nehmen. Oftmals kommen Starke Kreislauf Probleme dazu und rapide Gewichts abmahne. Mittlerweile habe ich grosse Angst davor das Medikament abzusetzen, obwohl ich es absetzen möchte da es mir mittlerweile sehr gut geht. Ich stehe mitten im Leben und als einziges Laster habe ich nur noch diese Tabletten :(

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