Sollte ich Kollegen von meiner Depression erzählen?

Jemandem, der unter Depressionen leidet, fällt es oft bereits im privaten Umfeld schwer, damit umzugehen. Wer jedoch auch im Job offen von seiner Erkrankung erzählt, bekommt meist mehr Verständnis entgegengebracht als erwartet. Unter Umständen kann es also helfen, auch im Job zu erzählen, weswegen man fehlt, um aus der Denkspirale und dem Druck der Depression herauszukommen.

Betroffene sind meist über einen längeren Zeitraum hinweg krank geschrieben und verändern sich womöglich auch schon während ihrer Arbeitszeit. Meist fällt dies auch den Kollegen und dem Chef auf. Sollte man also klaren Tisch machen, oder beeinträchtigt dies die Karrierechancen? Stefan Weiler von der DGAUM (Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin) sieht in einem Outing durchaus Vorteile. Es könne zur Entlastung beitragen und meist ernteten Betroffene großes Verständnis. Doch wichtig sei vor allem, auf seinen Bauch zu hören.

Den richtigen Ansprechpartner finden

Wenn jemand kein Vertrauen in seinen Chef hat, dann ist dies auch der falsche Ansprechpartner. Alternativ könne man, so Weiler, mit einem Betriebsarzt oder Betriebsrat sprechen. Im Falle des Betriebsarztes kann dies sogar einige Vorteile mit sich bringen, wie Therapieplätze, spezielle Coachings oder einen Platz in einer Reha-Klinik. Der jeweilige Ansprechpartner kann auch als Vermittler fungieren, falls Kollegen merkwürdig auf bestimmte Verhaltensweisen des Erkrankten reagieren sollten, und sich für mehr Verständnis einsetzen.

Meist reagieren Kollegen jedoch von vorneherein sehr verständnisvoll, wenn jemand von seiner Depression erzählt. Oftmals ist ihnen bereits aufgefallen, dass die betroffene Person antriebsloser oder müder als normal erschien und haben sich eventuell bereits Sorgen gemacht. Wichtig ist allerdings, wenn man etwas erzählt, dann aber allen. Sonst kann es schnell zu Unstimmigkeiten innerhalb eines Teams kommen, wenn nur die eine Hälfte Bescheid weiß.

Niemand ist zum Outing verpflichtet

Die Hauptsorge vieler Erkrankten gilt ihrer Karriere. Manchmal könne dies auch berechtigt sein, so Weiler, doch das sei nicht zwangsläufig schlecht. Wird man in seiner Situation den Anforderungen seiner Arbeit nicht mehr gerecht, kann es besser sein, den Druck zu nehmen. Vorgesetzte wollen meist auch nur ihre Arbeitnehmer schützen, auch wenn das manchmal verletzend sein kann.

Grundsätzlich ist niemand dazu verpflichtet, von seiner Krankheit zu erzählen, auch nicht bei einer langanhaltenden Krankschreibung. Eines darf allerdings nicht verschwiegen werden, und zwar wenn Antidepressiva die Arbeitsfähigkeit einschränken sollten. Auch hier gilt, es müssen keine Gründe genannt werden, jedoch ist der Arbeitgeber darüber zu informieren. Meist können die Betroffenen nach etwa vier Wochen ihrer Arbeit normal nachgehen und auch die weitverbreitete Angst vor Abhängigkeit durch Antidepressiva ist unbegründet.

 

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