Straining - Über Langeweile und Isolation

Wenn Dein Chef Dir plötzlich keine Aufgaben mehr gibt… Untätigkeit führt zu großer Langeweile und drunter kannst Du sehr leiden. Tatsächlich ist es sogar eine Form von Mobbing, das Straining.

Max Mustermann (geänderter Name) war Ingenieur und Leiter eines Teams in einem Unternehmen. Er war sehr darauf bedacht, dass alle die Regeln einhalten und sich an die Normen halten. Die tariflichen Vereinbarungen waren für ihn sehr wichtig. In seinem Betrieb machte ihn das nicht nur zu einer unangenehmen Person, sondern auch unbeliebt. Mustermann wurde aus dem Computer geleert, er nahm von einem Tag auf den anderen nicht mehr an der Arbeit des Betriebes statt und saß somit täglich seine 8 Stunden einfach nur ab. Er fühlte sich wie im Gefängnis, gefangen in seinem eigenen Büro, in dem er nichts machen kann.

Harald Ege ist Psychologe und Arbeitsgutachter. Seiner Meinung nach ist der Fall von Herrn Mustermann absolut kein Zufall. Es passiert oft, dass ein Unternehmen solche Maßnahmen ergreift, um einen Mitarbeiter zu vergraulen. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Personal abgebaut werden muss. Ein anderes Beispiel wäre auch, dass ältere Arbeitnehmer durch jüngere ersetzt werden sollen.

Straining – Der Stress wächst

Die Methode ist simpel, die Arbeiter werden immer mehr Stress ausgesetzt, bis sie schließlich von alleine gehen. Der Arbeitgeber kann Stress sowohl durch Langeweile aufbauen, als auch durch nervige Kollegen oder sehr unangenehme Aufgaben. Ege nennt dieses Vorgehen Straining (Belasten).

Öffentlich wird Straining kaum in Betracht gezogen, in der Praxis allerdings ist es einer der häufigsten Gründe für Stress und Konflikte. In Italien sind 60% der Mobbingfälle Straining zuzuschreiben. 20% hingegen fallen unter das klassische Mobbing-Motto. Ege vermutet, dass die Zahlen in Deutschland sehr ähnlich sind, da es jährlich über eine Million Mobbingkonflikte gibt.

Straining führt oft zur psychischen Erkrankung

Mustermann hoffte, dass es sich nur um eine Umstrukturierung handelt, allerdings passierte auch nach seinen Anfragen nichts und er blieb unglücklich. Sein Selbstbewusstsein sank und er konnte nachts nicht mehr ruhig schlafen. Nach ein paar Wochen meldete er sich krank, depressiv und arbeitsunfähig. Nach 1,5 Jahren brachte Mustermann dann schließlich die Kraft auf, sich einen Anwalt zu suchen und seinen Arbeitgeber zu verklagen.

Lücken im deutschen Gesetzbuch

In Deutschland gibt es kaum Anwälte, die sich mit dem Thema Straining befassen. In Deutschland spricht man eher generell von Mobbing. In Italien zum Beispiel ist die Rechtsgrundlage schon viel fortgeschrittener als in Deutschland. In Amerika ist Straining auch schon länger ein Teil des Gesetzbuches. Damit ein Opfer in Deutschland Schadensersatz bekommt, müssen schwer Persönlichkeitsrechte nachweislich verletzt worden sein und das ist nur schwer dokumentierbar. Aus diesem Grund muss ein Anwalt in Deutschland nachweisen können, dass der Arbeitnehmer täglich gemobbt wurde in Form von Straining und er dadurch auch verletzt wurde.

Wie stehen die eigentlich Chancen vor Gericht?

Um vor Gericht Erfolg zu haben, benötigt der Arbeitnehmer eine präzise Dokumentation. Dazu gehört zum Beispiel der lehrgeräumte Arbeitsplatz oder auch unterschiedliche Arbeitsaufforderungen. Ein Gutachten kann auch helfen, den psychischen Zustand des Arbeitnehmers noch glaubhafter vor Gericht darzustellen.

Falls der Kläger Recht bekommen sollte, kann er auf drei Art und Weisen Schadensersatz geltend machen, nämlich biologisch, beruflich und auch existenziell.

 

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