ADHS: Nicht nur negativ

Bei ADHS handelt es sich um eine Störung, die genetisch weitergegeben werden kann. So kann es vorkommen, dass in manchen Familien mehrere Angehörige darunter leiden. Allgemein hat diese Aufmerksamkeitsstörung einen eher negativen Ruf. Schauen wir genauer hin, sehen wir auch einige positive Aspekte der ADHS.

ADHS Betroffene oft kreativ uns intelligent

Betroffene Patienten gelten als intelligent und sensibel, kreativ und sozial. Ihr Sinn für Gerechtigkeit ist stark ausgeprägt. In der Vergangenheit finden wir einige berühmte Persönlichkeiten, die auch von ADHS betroffen waren. Hier sind u. a. Picasso, Mozart, Marilyn Monroe oder Churchill zu nennen. Emma Watson und Tom Cruise leiden ebenfalls unter ADHS.

Dr. Ruth Huggenberger (Fachpsychologin aus Baden in der Schweiz) brachte jüngst das Buch „ADHS in der Familie“ heraus. Dieses Buch soll Familien in dem Umgang mit der Krankheit unterstützen. Patienten erleben oftmals, dass ihre Störung im Familien- und Bekanntenkreis eher abgetan wird. Die Diagnose wird gern als „Rechtfertigung“ für die Defizite von ADHS-Personen hingestellt. Gerade Erwachsene mit ADHS haben es hier schwer. Frau Dr. Huggenberger steht demnach für mehr Aufklärung und mehr Akzeptanz für ADHS-Erkrankte.

Ein Statement der Autorin

Mit Blick auf die Symptome der ADHS hat man fast den Eindruck, dass ein Großteil der Menschen betroffen ist. Hierzu meint Dr. Huggenberger, dass es in jedem Leben einmal Druck und Stress gibt. Dieser kann natürlich Reaktionen auslösen, die für ADHS typisch sind. Allerdings ist bei Erkrankten der Leidensdruck höher und die Symptome treten dauerhaft und stärker auf. Patienten sind häufig angespannt, da sie sich nur schlecht konzentrieren können. Für Menschen, die sich mit der Krankheit nicht auskennen, scheinen die Reaktionen von ADHS-Betroffenen oft merkwürdig und unverständlich. Frau Huggenberger erlebt z. B. oft, dass sich Patienten schlecht beruhigen können, aber oftmals wütend auf sich selbst sind. Diese Tatsache sorgt natürlich für erheblichen Leidensdruck.

Forschung bei ADHS von Erwachsenen noch in Kinderschuhen

Studien haben ergeben, dass die Zahl der ADHS-Erkrankten nicht nennenswert zugenommen hat. Allerdings sind Forschungen zu ADHS und ADS bei Erwachsenen noch in den Kinderschuhen. Aus diesem Grunde könnten die statistischen Zahlen noch ein wenig ansteigen. Durch die größere Bekanntheit der Störung ADHS sollte auch die Toleranz wachsen. Patienten müssen zwar nicht ein Leben lang therapiert werden, aber da sich die Symptome auch ändern können, müssen sie stets an sich arbeiten. Durch individuelle Strategien, lernen Betroffene mit ihren Defiziten umzugehen.

ADHS bei Kindern erkennen

Bei Kindern zeigen sich die Konzentrationsstörungen dadurch, dass sie sich leicht ablenken lassen und dadurch, dass sie viel vergessen. Außerdem neigen sie dazu, Dinge zu verlieren. ADHS Kinder können schlecht konzentriert zuhören. Sie sind oft unordentlich und schlecht organisiert. Selbstständiges Arbeiten ist ihnen so gut wie unmöglich.

ADHS Kinder sind sehr impulsiv. Sie können nicht gut warten und platzen im Unterricht häufiger ins Wort. Oft handeln sie ohne zuvor darüber nachzudenken. Die Kinder sind zappelig und haben einen ausgeprägten Bewegungsdrang. Sie plappern sehr viel und kommen nur selten zur Ruhe.

ADHS bei Erwachsenen erkennen

Erwachsene ADHS Patienten lassen sich ebenfalls leicht ablenken. Es fällt ihnen schwer, sich auf mehrere Dinge zur gleichen Zeit zu konzentrieren. Zur Erledigung der Aufgaben brauchen sie länger und können sich auch nicht dauerhaft konzentrieren. Zeitmanagement ist häufig eine ihrer Schwächen. Prokrastinieren ist für ADHS-Erwachsene typisch.

ADHS-Erwachsene neigen zu vorschnellen Handlungen. Wenn etwas schwierig wird, ziehen sie sich häufig zurück. Sie können sich ebenfalls nicht lang auf eine Tätigkeit konzentrieren, da sie ungeduldig und schnell gelangweilt sind. Auch die Erwachsenen sind eher unruhig und treiben zum Ausgleich gerne exzessiv Sport. In ihrer Freizeit unternehmen sie viel.

Die Diagnose: Wissen woran man ist

Die Diagnose von ADHS ist bei Kindern, wie auch bei Erwachsenen extrem wichtig. Wenn der Mensch weiß, warum er diese und jene Verhaltensweisen an den Tag legt, ist es einfacher damit umzugehen. Auch hat die Störung nicht nur negative Eigenschaften. Die vermeintliche Schwäche bringt oft kreativen Output hervor. Durch eine gute Aufklärung können ADHS-Patienten mehr Toleranz und weniger Verurteilungen erfahren. Durch passende Behandlungen können die Defizite reduziert und der Leidensdruck gemindert werden.

 

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