Bodybuilding: Muskelsucht als Gegenpart zur Magersucht!

In den letzten Jahren war die Aufmerksamkeit der Medien vor allem auf die so genannten „Magermodels“ fokussiert. Essstörungen und auch das verzerrte Idealbild von Frauen auf Zeitschriftencovern wurden thematisiert und die breite Masse der Bevölkerung wurde ein Stück weit sensibilisiert. Dass Magersucht und Bulimie nicht ausschließlich Frauensache sind, zeigen Studien, die auch einen beträchtlichen Anteil an männlichen Betroffenen verzeichnen.

Dennoch liegt der Fokus hier eher auf der Patientinnen-Gemeinde. Eine in den 1990er Jahren gemachte psychologische Entdeckung rückt nun jedoch die Herren der Schöpfung in den Mittelpunkt: Die Muskelsucht als Gegenpart zur Magersucht. Harrison Pope und Roberto Olivardia von der Harvard University haben zusammen mit Katherine Philips von der Brown University das Leiden, welches diesmal hauptsächlich Männer betrifft, untersucht und dabei eine Subkultur näher beleuchtet, die Magersuchtsforen im Internet in nichts nachsteht.

Was ist Muskelsucht und wer kann daran erkranken?

Muskelsucht, auch Adonis-Komplex oder Muskeldysmorphie genannt, ist eine Körperbildstörung und geht meist mit einer Essstörung einher. Die Betroffenen haben eine völlig verzerrte Wahrnehmung ihres Körpers und streben unentwegt danach, noch mehr Muskelmasse aufzubauen. Dafür ist ihnen meist jedes Mittel recht: Steroide, knallharte Ernährungspläne und die Verwendung der kompletten Freizeit für den Kraftsport sind nur einige der Opfer, die sie für einen stahlharten Körper bringen.

Gestehen sich die Süchtigen ihre Krankheit jedoch ein, folgt meist ein großes Gefühl der Scham und der soziale Rückzug, welcher meist schon längst passiert ist, kann allerdings nur noch schwer rückgängig gemacht werden. Prinzipiell kann jeder – auch Frauen – an Muskeldysmorphie erkranken, es gibt jedoch einige Faktoren, die den Einstieg wahrscheinlicher machen. Dazu zählen vor allem ein ausgeprägter Perfektionismus gepaart mit einem geringen Selbstwertgefühl. Auch eine negative Beziehung zum Vater, Unsicherheit im Bezug auf die eigene Männlichkeit und affektive Störungen sind Risikofaktoren. Wer seine Krankheit jedoch anerkennt und sich in Behandlung begibt, hat laut der Experten gute Heilungschancen.

Vor allem die kognitive Verhaltenstherapie kann den Betroffenen dabei helfen, destruktive Verhaltensweisen und Gedanken sich und ihrem Körper gegenüber abzubauen und gegen konstruktive Alternativen einzutauschen. Der Hype und die Subkultur um den Muskelaufbau Alles begann in den 1970er Jahren mit dem Film „Pumping Iron“, in dem Arnold Schwarzenegger seine Muskelberge stählte. Es folgten weiter Filmepen wie „Rocky“ oder „Rambo“ mit Silvester Stallone und ein neues Männerbild war geboren. Olivardia vom Psychologen-Team rund um das Thema Muskelsucht hat beobachtet, dass sich sowohl Action-Figuren und Comic-Helden als auch die männlichen Models auf den Covern der Hochglanzmagazine von den 70er Jahren bis heute stark verändert haben: Sie haben immer mehr an Muskelmasse zugelegt und gaukeln Jungen somit schon im Kindesalter ein völlig verzerrtes Idealbild von einem Mann vor.

Barbie mit Wespentaille und Doppel-D-Körbchen im Zimmer der Schwester nebenan lässt grüßen. Zwar habe der Hype um so genannte hypermuskuläre Typen in den Massenmedien abgenommen, in der Fitnessszene werden heute jedoch so viele Steroide genommen wie nie. Doch nicht jeder, der Krafttraining betreibt und vielleicht sogar Steroide nimmt, ist muskelsüchtig. Viele Männer überschätzen heute die attraktive Wirkung von Muskeln auf die weibliche Bevölkerung und legen großen Wert auf einen perfekt definierten Körper.

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