Depressionen nicht die Ursache für Amoklauf in München

Ein Attentat in Ansbach und ein Amoklauf in München, in beiden Fällen waren die Täter in psychischer Behandlung. Für Experten steht fest, Depressionen sind für solche Taten keine Erklärung. Sie sind sich sicher, dass depressive Menschen anders handeln würden.

Es ist nicht nur die Herkunft der Täter, die für Diskussionen sorgt, sondern auch ihr psychischer Zustand. In München soll der Täter laut Ermittlern eine depressive Erkrankung gehabt haben. Der Attentäter aus Ansbach war in psychiatrischer Behandlung, weil er zuvor schon zwei Selbstmordversuche ausgeübt hatte. Der Attentäter aus Würzburg, der mit der Axt Menschen verletzte, gilt in den Medien als traumatisiert oder psychisch gestört.

Amokläufe und Depressionen, das passt nicht zusammen!

Wie in fast allen Fällen mit brutaler Gewalt wird immer wieder ein psychischer Grund als Erklärung gesucht. Für Experten stimmt das ganz und gar nicht, sie warnen davor, psychische Erkrankungen für Attentate und Amokläufe verantwortlich zu machen. Professor Ulrich Hegerl ist der Direktor der Klinik für Psychiatrie an der Universität in Leipzig und seiner Meinung nach gibt es keinen Zusammenhang zwischen einer Depressionen und dem Amoklauf in München.

Menschen, die unter Depressionen leiden, haben sehr häufig starke Schuldgefühle. Diese Personen haben nicht im Sinn, anderen Menschen weh zu tun oder sie gar in den Tod zu reißen. Hegerl ist sich aber auch bewusst, dass das nicht heißt, dass die Diagnose Depressionen beim Münchener Täter nicht gerechtfertigt wäre, schließlich leiden sehr viele Menschen unter dieser Krankheit. Dennoch sei auffällig, dass der Attentäter aus München herumgeschrien und um sich geschossen hat. Ein depressiver Mensch, so Hegerl, hätte dazu schlichtweg keine Energie.

In Suizidfällen können Depressionen als Erklärung möglich sein. Wer unter Depressionen leidet und diesem Druck nicht mehr standhält, zerbricht oft daran. Kommt es zur Aggression, dann richten depressive Menschen diese immer gegen sich selbst. Bei den Gewalttaten in den letzten Tagen sei auch nicht die Rede vom „erweitertem Suizid“.

Depressive Eltern reißen Kinder mit in den Tod

Wenn eine Mutter beispielsweise depressiv ist, kommt es nicht selten vor, dass sie nicht nur sich, sondern auch ihre Kinder umbringt. Das liegt vor allem daran, dass sie ihre Kinder nicht in diesem Elend lassen will. Hergerl warnt davor, Attentäter als depressiv abzustempeln. Das würde zu einer Stigmatisierung der Erkrankten führen und zur Folge haben, dass Menschen, die depressiv sind, sich keine professionelle Hilfe mehr suchen.

Schwammige Diagnosen!

Um auf mildernde Umstände plädieren zu können, wird oft schnell eine falsche Diagnose gestellt. Dennoch gibt es keinerlei Anzeichen, die darauf hindeuten, dass Depressive ein erhöhtes Risiko für Gewalttaten aufweisen würden. Für den Chefarzt der Psychiatrischen Klinik in Bayreuth, Professor Manfred Wolfersdorf , ist klar, dass depressive Menschen meist alleine sterben. Beim Germanwings-Absturz vermutete er Rache oder auch ein verletztes Gefühl als Ursache für die schreckliche Tat. So stellt sich natürlich auch beim Amoklauf in München die Frage, ob ähnliche Motive dahinter stecken.

Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch kann diese These noch verstärken, da David S. wohl den norwegischen Mörder Anders Behring Breivik verehrte und häufiger äußerte, dass er, genau wie Breivik, Menschen hasse.

 

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