Die Handysucht (Nomophobia)

Die „Times of India“ berichtete in den letzten Tagen von einer australischen Studie, der zufolge neun von zehn Menschen unter 30 süchtig nach ihrem Handy oder Smartphone sind. Das Handy ist das Erste, das nach dem Aufstehen zur Hand genommen wird und das Letzte, das vor dem Löschen des Lichts nochmal gecheckt wird. In krassen Fällen wird auch nachts mal zwischendurch gepostet, ge-whatsapp-t oder ge-sms-t, was dann wiederum andere vom nächtlichen Durchschlafen abhält.

Wann wird das Handy zum Suchtobjekt?

Kennen Sie das? Sie sind mit irgendwem unterwegs, der alle zwei Sekunden aufs Handy schaut, wild tippt und völlig unaufmerksam neben Ihnen hertrottet? Das nervt. Wann wird diese Marotte zur Sucht? Nomophobie wird sie genannt, die Angst kein Handy oder Smartphone zur Hand zu haben, nicht erreichbar zu sein für private, soziale oder geschäftliche Kontakte. Nomophobie ist ein Kunstwort aus dem Englischen und steht für „NO-MObile-PHOne-phoBIA“, übersetzt also die „Kein-Mobiltelefon-Angst“. Ein anderer, weiter gefasster Ausdruck für Handy- und Internetsucht aus psychologischer Sicht ist MAIDS, d.h. „Mobile And Internet Dependency Ob die Handysucht eine echte oder vielmehr stilisierte Sucht ist, darüber streiten sich die Psychologen, Mediziner und Wissenschaftler. 

Was sind die Symptome der Nomophobie?

Ein deutlicher Hinweis für das Bestehen der Nomophobie ist, wenn das Handy nicht mehr länger als Werkzeug eingesetzt wird, sondern der Benutzer sich ein gutes Stück weit damit identifiziert. Der Drang, die Gier nach dem Suchtmittel, das sogenannte „Craving“ ist ebenso ein klares Indiz. Nomophobie geht mit echten Entzugssymptomen einher, die rasant einsetzen bei gewollter oder versehentlicher Abstinenz, beispielsweise Zittern und Schweißausbrüche. Starke Nervosität, Ängste bis hin zu Depressionen sind möglich. Antriebsfedern können zum einen die Angst vor Einsamkeit und innerer Leere, das Bedürfnis nach Geltung oder auch die Vogel-Strauß-Methode des Sich-Wegduckens sein. Nach dem Motto: „ich bin beschäftigt, beachte mich nicht“ oder vice versa „schau mal, ich bin beschäftigt, ich bin wichtig“.

Gibt es zu dem Thema noch mehr Studien?

2008 wurde auch in Großbritannien eine Studie veröffentlicht, der zufolge etwa die Hälfte aller britischen Handynutzer von Nomophobie betroffen ist, 2012 bei Wiederholung der Studie waren es 66%. Bei der vor einigen Tagen veröffentlichten australische Studie 90% der Befragten unter 30, die nicht mehr ohne Telefon sein wollten. Im Jahr 2012 hat auch Forsa eine Umfrage unter 600 Jugendlichen gestartet, allerdings bei Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 19 Jahren. Das Ergebnis war überraschend: 75% würden eher auf Fernsehen, Party und Alkohol verzichten, 70 % Prozent der Mädchen eher sexuell Abstinent bleiben, 50 % der Jungs könnten sich nicht vorstellen, eine Woche ohne ihr Handy auszukommen.

Bei einer derart geringen Teilnehmerzahl ist die Studie natürlich nicht wirklich repräsentativ. Aber selbst, wenn man an der Genauigkeit dieser Studien zweifelt, ist doch ein eindeutiger Trend zu sehen. Die Nomophobie ist nur ein Bausteinchen auf dem Weg zur 24/7-Gesellschaft – 24 Stunden erreichbar und ansprechbar an 7 Tagen die Woche.

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