Psychische Vorbereitung auf die Schwangerschaft

Eine gesundheitliche Beratung und Gymnastik-Kurse begleiten jede Schwangerschaft. Wichtig ist bei der Vorbereitung auf die Schwangerschaft und die Geburt aber auch und vor allem das psychische Befinden der Mutter, denn diese hat sowohl Auswirkungen auf die Gesundheit der Mutter und des Fötus als auch deren psychische Entwicklung. Besonders die Auswirkungen der psychischen Befindlichkeit der Mutter auf verschiedene Faktoren der embryonalen und fötalen Genese werden oft unterschätzt.

Gute Vorbereitung – mental, emotional und physisch

Im Grunde lässt sich die psychische Vorbereitung auf die Schwangerschaft in einem Wort zusammenfassen und dieses Wort lautet „Entspannung“. Jedoch sollte dies nicht falsch verstanden werden. Aus Faulheit die medizinische Vorbereitung auf die Schwangerschaft zu vernachlässigen, wäre fatal. Ganz im Gegenteil sollte alles getan werden, um eine Schwangerschaft so vorzubereiten, dass sie sehr entspannt verlaufen kann und möglichst wenig Überraschungen aufkommen.

Der erste Schritt zum konstruktiven Umgang mit der neuen Situation ist also eine mentale Akzeptanz für die bevorstehende Phase mit all ihren schönen Seiten wie den ersten Ultraschallbildern des Kleinen, als auch den weniger schönen Seiten wie eventuellen Nebenwirkungen der hormonellen Umstellung des Körpers und dem Verzicht auf bestimmte Luxusgüter wie Alkohol und roher Fisch. Es sollte auch genügend Zeit und Raum für die entsprechenden Vor- und Begleituntersuchungen in den Monaten der Schwangerschaft geschaffen werden, als auch für Entspannung und Unvorhergesehenes. Wenn möglich, sollte der Partner mit einbezogen werden und bestimmte Rollen- und Aufgabenverteilungen besprochen werden, die sich auf Grund der Schwangerschaft vielleicht ändern könnten.

Meist ist die Nachricht und Annahme der Schwangerschaft ein kritisches Lebensereignis und sollte dementsprechend auch die Aufmerksamkeit erhalten, die es verdient. Vielleicht verändern sich hierdurch lang gehegte Karriere- oder Reisepläne. Möglicherweise muss für einen neuen Job des Partners der Wohnort gewechselt werden oder ungelöste Familienprobleme auf Grund des Interesses der Großeltern am Familienzuwachs brechen wieder auf. Für all diese psychosozialen Eventualitäten sollte genug Flexibilität und eine Bereitschaft sich mit ihnen auseinander zu setzen möglich gemacht werden.

Der negative Effekt von Stress und Angst auf das Ungeborene

All dies hilft, Stress und Angst während der Schwangerschaft zu reduzieren. Denn Stress kann verheerende Effekte auf die Entwicklung des Organismus im Mutterleib haben. Auf der gesundheitlichen Seite fanden Studien eine hohe Korrelation zwischen intensiven Angsterfahrungen auf Seiten der Mutter während der Schwangerschaft und hohen Raten von Fehl- und Frühgeburten, zu geringem Geburtsgewicht und hoher Reizbarkeit des Neugeborenen. Auch zeigten sich in den Studien zu diesen Stressoren körperliche Defekte wie Lippen- und Gaumenspalten und Magenpförtnerstenose als auch Verengung des Magenaustrittes, welche medizinischer Behandlung bedurften. Diese Probleme erklären sich auf Grund der starken hormonellen Ausschüttung während diese Emotionen erlebt werden.

Die entsprechenden Hormone überfluten den kleinen Organismus des Embryos geradezu und beeinflussen seine Entwicklung. Dies hat einen evolutionären Grund. So sollten in unserer prähistorischen Vergangenheit die Ungeborenen auf das Leben in einer lebensgefährlichen Umwelt vorbereitet werden, in der sie einen starken, muskulösen Körper brauchten und Emotionen wie Aggression und Angst überlebenswichtig waren. Studien zeigen nämlich tatsächlich Korrelationen zwischen diesen Emotionen und Stress auf Seiten der Mutter und entsprechenden Entwicklungen in Physiognomie und Temperament des Kindes. Eindeutig haben sich die Zeiten geändert und diese Eigenschaften zeigen keinerlei evolutionären Vorteil mehr gegenüber Neugeborenen mit weniger Stress in ihrer Entwicklung. Im Gegenteil zeigt es sich, dass diese Kinder weniger gute Entwicklungen der Intelligenz zeigen und tendenziell weniger sicher an ihre Eltern gebunden sind, beziehungsweise zu den sogenannten „Schrei-Kindern“ zählen. Ein anderer Aspekt des evolutionären Mechanismus des Stresses hat ebenfalls negative Effekte auf das Ungeborene.

Denn in Stresssituationen wird nach wie vor unser „Kampf-oder-Flucht“-System aktiviert, dass uns physisch so aktivieren soll, dass wir auf gefährliche Reize reagieren können. Dadurch schießt das Blut in lebenswichtige Organe wie Herz, Gehirn und die Extremitäten. Nach der Widerstandsreaktion des Stresses fällt die Immunstärke wieder ab und gefährdet Mutter und Kind durch eine erhöhte Anfälligkeit gegenüber Infektionen. Es bleibt zu wenig Blut für die Gebärmutter übrig und der noch junge Organismus, der sich nicht selbst versorgen kann, wird unter Umständen unterversorgt. Außerdem wird auch er gestresst – seine Herzrate und seine Aktivität erhöhen sich.

Gemeinsam stark und bewusst

Um oben beschriebene Szenarien zu vermeiden, müssen alle Familienmitglieder zusammenarbeiten und die Schwangerschaft so angenehm wie möglich gestalten. Soziale Unterstützung ist ein wichtiger Prädiktor für eine gesunde und entspannte Schwangerschaft. Aber oft ist dies nicht sofort gegeben und unter Umständen muss auch die Schwangere selbst erst lernen, mit ihrem Stress umzugehen und für sich zu sorgen. Hierfür gibt es inzwischen eine Reihe von Angeboten, über Kurse bis hin zu Therapien. Diese bieten von Entspannungstechniken, Paar-Beratung bis hin zu Hypnose und individueller Begleitung und Coaching durch speziell ausgebildete Therapeuten alles, was eine perfekte Vorbereitung braucht. Diese Angebote sollten unbedingt wahrgenommen werden, um zu lernen, sich um die eigene Person und das kommende Baby zu kümmern und die sozialen Ressourcen um sich herum zu aktiveren. So können Ängste und Stressreaktionen sowie negative Denkmuster abgebaut und das wichtigste trainiert werden – nämlich nach Hilfe zu fragen und diese auch annehmen zu können.

 

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