Schwangerschaft und nerviges Bauch tätscheln

Schwangerschaft und nerviges Bauch tätscheln

Schwangerschaft und das sogenannte „Bauch tätscheln“ gehen Hand in Hand. Fast jede Schwangere kennt die Berührungen des Bauchs von teilweise wildfremden Personen. Dass in der Schwangerschaft dieses Verhalten von wildfremden Personen ebenfalls gezeigt wird und nahezu gar nicht nachlässt, ist für die Betroffene allerdings meistens nur schwer zu ertragen und nervig.

Woher das Phänomen kommt

Mehr als 75 Prozent aller schwangeren Frauen empfinden es als störend, wenn ihr Bauch von fremden Personen angefasst wird. Und nicht nur von fremden Menschen, sondern auch von der eigenen Familie. Häufig wird hingegen die Berührung des Bauchs durch den Partner als angenehm empfunden. Warum der Babybauch auf andere Menschen eine magische Anziehung ausübt, ist bisher nicht geklärt. Die meisten Menschen sprechen allerdings von einer Faszination, die vom ungeborenen Leben ausgeht.

Vielleicht – so argumentieren einige Forscher – stammt dieser Trieb noch aus den Urzeiten. Der Mensch ist ein soziales Wesen, das eigentlich in Verbänden lebte, die weit mehr als zwei Personen umfasste. Die Schwangerschaft einer Frau bedeutete daher ursprünglich das Überleben der Art. Wer den Bauch tätscheln möchte, der zeigt daher wohl eher die Anerkennung der Arterhaltung. Schließlich muss die Bindung zu den Nachkommen möglichst früh aufgebaut werden, damit die „Herde“ den Nachwuchs später dann beschützt und dafür sorgt, dass er überlebt – und damit auch die eigene Sippe. Und letzten Endes auch die eigene Art.

Bauch tätscheln: Vom Eindringen in den Intimkreis

Wer den Bauch einer Schwangeren ungefragt berührt, hat häufig keine Ahnung davon, wie sie s

ch dabei fühlt. Der Mensch verfügt über einen Intimkreis. Dieser kann in verschiedene Zonen eingeteilt werden. Die dem Körper am nächsten gelegene Zone kann als die intimste Zone beschrieben werden. Hier darf nur der Partner und noch einige wenige Personen eindringen, zu denen ein hohes Vertrauen herrscht. Danach schließt sich eine weitere Zone an. Dies ist dann der Fall, wenn sich Menschen begrüßen, die Hand schütteln oder nebeneinandersitzen oder stehen.

Grundsätzlich gilt, dass mit steigender Distanz auch die Intimität abnimmt, die zu einer Person vorhanden sein muss. Fremde Personen dürfen daher in der Regel nicht in den innersten Kreis eindringen. Eine Regel, die auch während der Schwangerschaft gilt. Beeinflusst wird die Größe des Kreises dabei von verschiedenen Faktoren wie beispielsweise der kulturellen Herkunft oder der Lernerfahrungen der Eltern. Je weniger ein Mensch lernte, dass er anderen Menschen vertrauen kann, desto weniger wird er Fremde in seinen innersten Kreis lassen. Das Bauch tätscheln stellt allerdings das Eindringen in den inneren Kreis dar und dementsprechend unwohl fühlt sich die Schwangere.

Wie Schwangere die Berührungen vermeiden können

Für Schwangere stellt sich die Frage, wie die unerwünschten Berührungen vermieden werden können. Häufig reichen dafür zunächst einmal non-verbale Signale. Das Überkreuzen der Arme vor dem Bauch ist hier bereits hilfreich. Es signalisiert, dass die Schwangere den Bauch schützen will. Eine gute Alternative ist es auch, wenn der Bauch mit einem eindeutigen T-Shirt verdeckt wird. Ein Aufdruck mit „Finger weg“, „Nur Papa darf berühren“ oder „Berühren: nein danke!“ können hier bereits hilfreich sein, denn sie senden ein direktes Signal aus. Kommt eine Person dennoch näher, ist es auch hilfreich, einfach einen Schritt zurückzutreten. Die Schwangere weicht der Person damit aus und zeigt deutlich, dass sie ihre Nähe nicht möchte.

Während der Schwangerschaft lassen sich viele Menschen davon allerdings nicht abhalten. Sie kommen dennoch näher. Sie möchten dann den Bauch tätscheln und lassen sich davon kaum abhalten. Fruchten non-verbale Signale nicht, dann sollte einfach ganz freundlich darauf hingewiesen werden, dass es unangenehm ist, wenn der Bauch berührt wird. Hilft dies auch nicht, dann kann die Stimme auch ein wenig angehoben werden. Aber nicht nur die Schwangere hat Regeln einzuhalten. Vernünftig ist immer, wenn während der Schwangerschaft einfach kurz gefragt wird, ob es in Ordnung ist, wenn der Bauch kurz berührt wird. Viele Schwangere verlieren dann die Hemmung und für einen kurzen Moment darf der Bauch dann berührt werden.

 

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