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Chronisches Erschöpfungssyndrom: Forscher finden neue Hinweise

Ein chronisches Erschöpfungssyndrom (Chronic Fatigue Syndrom, CFS) bringt Menschen dazu, meist nach einem schweren Infekt oder einen anderen schweren Erkrankung wie Krebs, sich dauerhaft erschöpft zu fühlen.Teilweise kann es sogar zu einer permanenten Bettlägerigkeit führen. Zudem handelt es sich um einen nur wenig erforschten Bereich, jedoch mehren sich jetzt die Hinweise auf eine Ursache.

Biochemiker Ronald Davis vom Stanford Genome Technology Center in Palo Alto, kennt die Problematik aus seiner eigenen Familie. Davis versucht mit seinen Erfindungen und seiner Forschung  die bisher noch schwer fassbaren, grundlegenden Mechanismen innerhalb des Körpers zu entschlüsseln. Dafür konstruierte er ein spezielles Nanofabrikationsverfahren mithilfe eines Gerätes, das die Größe eines Spielwürfels hat.

Welche Ursache hat das Chronisches Erschöpfungssyndrom?

Bei einem seiner Versuche setzte er Immunzellen von Personen, die unter dem Syndrom leiden, einem Stressfaktor in Form von einer kleinen Menge Kochsalzlösung aus und verglich deren Regeneration mit Zellen gesunder Menschen. Durch den Würfel wurde ersichtlich, dass die  Zellen Betroffener nicht das gleiche Regenerationsvermögen besitzen, wie das von Gesunden. Zwar handle es sich bei den Erkenntnissen nur um vorläufige Ergebnisse,  sie könnten die Erforschung der Krankheit allerdings deutlich vorantreiben.

Laut neuen Untersuchungen könnte das damals als psychosomatische Leiden abgestempelte Syndrom, welches auch die Bezeichnung Myalgische Enzephalomyelitis (ME/CFS) trägt, auf Fehlfunktionen von intrazellulären chemischen Reaktionen oder Stoffwechselvorgängen basieren. Zahlreiche Befunde bestätigen zudem immer mehr, dass es sich um eine Kette komplexer Störungen handeln könne.

Ursachenforschung wird angekurbelt

Bei dem chronischen Erschöpfungssyndrom handele es sich nach wie vor um ein viel zu wenig erforschtes Leiden. Zu diesem Statement kam es 2015 in einem Bericht des US-Amerikanischen Institute of Medicine (IOM). Daraufhin wurde das Budget zur Erforschung der Krankheit verdoppelt. Zudem startete der Neurologe Avindra Nath am National Institute of Neurological Disorders and Stroke der NIH in Bethesda, Maryland, eine Studie in der Untersuchungen von Blut-, Rückenmarksflüssigkeit-, Stuhl- und Speichelproben von CFS-Patienten mit gesunden Personen verglichen werden sollen. Zudem möchte Nath genauer untersuchen, inwiefern Darmbakterien und Proteine am Stoffwechsel und an Immunreaktionen beteiligt sind. Auch Wissenschaftskreise diskutieren darüber, wie dieser Forschungsbereich weiter ausgebaut werden könne.

Die Wichtigkeit von Enzymen und Mikroorganismen

Könnten die CFS-Mechanismen erfolgreich entschlüsselt werden, würde dies auch zu neuen Behandlungsmöglichkeiten, sowie zu diagnostischen Tests führen. Zur Diagnose des chronischen Erschöpfungssyndroms wird ein breiter Kriterienkatalog herangezogen und geschaut, ob Patienten unter kognitiven Beeinträchtigungen und lang anhaltender (über Monate hinweg) schwerer Erschöpfung leiden. CFS-Patienten leiden zusätzlich häufig unter einem Reizdarmsyndrom. Diese Krankheiten treten demnach häufig zusammen auf. Dem Epidemiologen Lipkin gelang es beide Erkrankungen mit veränderten Prozessen im Körper, an denen im Darm lebende Mikroorganismen beteiligt sind, in Verbindung zu bringen – beispielsweise die Produktion von Vitamin B6. Eine weitere Forschungsgruppe kam dem fehlerhaften verhalten eines Enzyms auf die Spur, welches für die zelluläre Energieerzeugung eine wichtige Rolle spiele.

Derzeitiges Fazit

Im Allgemeinen versuchen Forscher erst einmal zu verstehen, inwieweit körpereigene Systeme sich untereinander beeinflussen können und miteinander agieren. Momentan sind sich die Meisten einig darüber, dass potenzielles Zusammenwirken vieler unterschiedlicher Auslöser, die auch Stoffwechselprozesse ähnlicher Art verändern können, zu dieser chronischen Ermüdung führen. Möglicherweise, so vermutet Davis, folge auf solche Stoffwechselstörungen Stress in den Zellen, sodass diese in ihrer Energieproduktion beeinträchtigt werden. Das würde seine Ergebnisse mit dem Nanotechnikwürfel stützen. Dafür sollen jedoch erst noch weitere Daten gesammelt werden.

 

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