In China züchten Forscher autistische Affen

Für Forschungen im Autismus-Bereich gingen chinesische Forscher nun einen Schritt weiter, als ihre Kollegen. Sie züchteten autistische Affen. Diese Affen sind sehr viel ängstlichere und weniger sozial als ihre nicht-autistischen Artgenossen. Die Forscher erhoffen sich, durch verschiedene Tests an Affen ein Mittel gegen Autismus zu finden.

Nach eigenen Angaben haben chinesische Forscher es wohl über Genveränderungen geschafft, autistische Affen zu züchten. Im Fachmagazin „Nature“ berichten die Forscher, dass den Affen das MeCP2-Gen eingeschleust wurde.

Die Affen veränderten sich dadurch sehr. Anders als ihre normalen Artgenossen liefen sie sehr häufig im Kreis, waren weniger sozial und reagierten sehr ängstlich. Die kognitive Leistungsfähigkeit der Affen wurde auch getestet und es zeigten sich deutliche Unterschiede. Die Forscher sind daher nun der Meinung, dass man statt Mäuse Affen benutzen kann für die Tests und die Ergebnisse dadurch greifbarer und womöglich auch realistischer werden. Denn Forscher stoßen immer wieder auf das gleiche Problem: Im Bereich der Autismusforschung können Tests nur an Mäusen und Ratten durchgeführt werden. Die neuen Ergebnisse könnten einen riesigen Fortschritt für die Forschung bedeuten, es bleibt allerdings noch abzuwarten, in wie fern typische Defizite im sozialen Verhalten der Affen sich tatsächlich bemerkbar machen, sagt Melissa Bauman von der University of California.

In China hat Zilong Qiu vom Hirnforschungszentrum CAS Javaneraffen für seine Tests verwendet. Das MeCP2-Gen wurde den Affen durch bestimmte Viren verabreicht und mit einer speziellen Methode wurden die Affen auch vermehrt. Dabei konnten die Forscher sogar Verhaltensauffälligkeiten beim Nachwuchs feststellen.

Schwere Erkrankungen bei Affen

Aus dem MeCP2-Protein resultiert ein Protein, welches viele Funktionen im Gehirn aufrecht hält und daher sehr wichtig ist. Beim Menschen kann eine solche Veränderung zu einer gravierenden Entwicklungsstörung führen, beispielsweise zum Rett-Syndrom. Menschen, die am Rett-Syndrom erkranken, zeigen ähnliche Anzeichen wie Menschen, die an Autismus leiden.

Eine Duplikation des MeCP2-Gens kann auch schwere Folgen haben, denn die Entwicklung, gerade bei männlichen Kindern, kann sehr darunter leiden. Es zeigen sich Verhaltensdefizite und die Kinder sind anfälliger für Infektionen. Bei den Affen kam es durch die genetischen Veränderungen zu schweren Erkrankungen, wie die Forscher in „Nature“ berichten. Laut Eric Vallender (University of Mississippi) gibt es außer dem MeCP2-Gen noch unzählige Gründe für Autismus Erkrankungen. Allein im Bereich Erbgut-Forschung gibt es noch unglaublich viel zu erforschen. Außerdem zeigen die Tests nur relevante Ergebnisse in Bezug zu dem MeCP2-Gen und nicht zu Autismus allgemein.

Sensibel mit Affen umgehen

Genmodifizierte Affen könnten einen großen Fortschritt im Bereich der neurologischen Störungen bedeuten. Tests an Makaken weisen menschennahe Ergebnisse auf, erklärt Gilbert Schönfelder vom Deutschen Zentrum zum Schutz von Versuchstieren (Bf3R). Die Ethik und der Respekt vor den Affen sollte natürlich bei der Forschung nicht verloren gehen. Die Wissenschaftler sind sich bewusst, dass Versuche mit Affen in der Öffentlichkeit für Aufregung sorgen können. Allerdings argumentieren die Forscher, dass bei Versuchen mit Mäusen es kaum jemanden interessiert und sich dann natürlich die Frage stellt ob manche Tiere mehr Wert sind als andere.

 

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