Ist Angst ansteckend?

Die Universität Harvard hat neue Forschungen zum Thema der Übertragbarkeit von Angst angestellt. Demnach genügt es bereits, im Alltag einen verängstigten Menschen zu sehen, um selbst ein Gefühl der Angst zu empfinden. Nehmen wir beispielsweise die Furcht eines anderen Menschen wahr, entsteht in uns unbewusst ein Fluchtgedanke.

Die Gehirnströme der Probanden

Im Verlauf der Studie sollten die Probanden Glücks- und Angstmotive betrachten. Als die Teilnehmer Bilder mit ängstlichen Gesichtern gezeigt bekamen, wurde eine Reaktion ihres Gehirns gemessen. Glückliche Mimik hingegen löste keine besondere Aktivität aus, die Information wurde vom Gehirn der Probanden normal verarbeitet. Somit wurde ersichtlich, dass Gefühle, wie zum Beispiel Angst, übertragbar sind.

Angststörung durch Infektionserkrankungen

Im Bereich der Nervenheilkunde ergaben erste Forschungen, dass Depressionen auch als Folge einer Infektion auftreten können. Bei einigen Menschen, die zuvor unter einer Infektionskrankheit litten, wurden Symptome von Angststörungen oder Depressionen festgestellt.

Weitere Ergebnisse bleiben abzuwarten

Noch ist dies nicht belegt, doch es besteht die Vermutung, dass psychische Erkrankungen eine Spätfolge von Infektionskrankheiten sein können. Somit wäre Angst tatsächlich übertragbar. Endgültige Forschungsergebnisse liegen jedoch noch nicht vor. Mittlerweile gibt es immer mehr Studien, die sich mit dem Thema der Angst beschäftigen. Aus vielen geht eindeutig hervor, dass Menschen sehr sensibel auf die Angstreaktionen ihres Umfeldes reagieren. Jedoch scheinen Menschen lange nicht so empfänglich für Angst- oder Fluchtgefühle anderer zu sein, wie beispielsweise Tiere, die eigene Rezeptoren für Pheromone haben.

Angst kann man riechen

Eine weitere Studie zur Übertragbarkeit von Angst von der Stony-Brook-Universität New York belegt, dass auch der Geruch von Angstschweiß bei unbeteiligten Personen eine erhöhte Aktivität des Angstzentrums im Gehirn verursachen kann. Die Forscher ließen hierfür Probanden mit einem Fallschirm aus großer Höhe springen und fingen den Schweiß der Testspringer auf. Anschließend sollten Teilnehmer der Studie an den Schweißproben riechen. Diejenigen, die den Schweiß der Fallschirmspringer inhalierten zeigten eine deutlich höhere Gehirnaktivität als diejenigen, die mit gewöhnlichen Schweißproben getestet wurden. Somit kann Angst auf verschiedensten Wegen von einem Menschen auf einen anderen übertragen werden, wie genau dies im Einzelfall passiert bleibt jedoch zu erforschen.

 

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