Lernen im Schlaf - ist das möglich?

Diese Frage bewegt die Menschen schon seit Jahrtausenden: Bereits im antiken Griechenland soll es entsprechende Versuche experimentierfreudiger Lehrer gegeben haben. Ein weiteres Beispiel wäre Aldous Huxleys Endzeitroman „Schöne neue Welt“, in der Menschen im Schlaf manipuliert werden. Doch um zu einem mehr oder minder verlässlichen Urteil zu kommen, schauen wir uns am besten an, was die moderne Forschung zum Thema „Lernen im Schlaf“ herausgefunden hat.

Derzeit ist die gängige Meinung unter den Wissenschaftlern, dass ein Erlernen völlig neuen Wissens während des Schlafs nicht möglich ist. In diese Richtung wurde vor allem während der Zeit des Kalten Krieges intensiv geforscht – ohne zufriedenstellende Ergebnisse zu erhalten. Was jedoch als gesicherte Erkenntnis gilt, ist die These, dass unser Gehirn in bestimmten Schlafzuständen tags zuvor gelerntes Wissen festigt bzw. das neue Lernmaterial mit bereits vorhandenem Wissen in Verbindung zu setzen scheint.

In einem Experiment einer israelisch-amerikanischen Forschergruppe hat man dieses Phänomen genauer unter die Lupe genommen: 99 Probanden sollten dazu ihren Orientierungssinn in einem virtuellen, dreidimensionalen Labyrinth unter Beweis stellen. Anschließend wurden sie in zwei Gruppen eingeteilt: Während die eine Hälfte sich nach dem Labyrinth-Test mit passiven Dingen wie dem Ansehen von Videos beschäftigte, also konstant im Wachzustand war, verordnete man der anderen Hälfte der Testpersonen ein Nickerchen und ließ sie anschließend vom Geträumten berichten.

Nach dem Ablauf von fünf Stunden nach dem ersten virtuellen Test wurden die Probanden erneut ins Computer-Labyrinth geschickt. Das Ergebnis ist erstaunlich: Wer zuvor in irgendeiner Weise von der Testaufgabe geträumt hatte, beendete die Aufgabe im Schnitt zehnmal schneller als diejenigen Testpersonen derselben Gruppe, die offenbar nicht Labyrinth-bezogen geträumt hatten; bei ihnen konnte nur eine geringfügige Verbesserung festgestellt werden.

Diejenigen der Probanden, die die Zeit zwischen den Testläufen im Wachzustand verbracht hatten, zeigten dagegen keine Veränderung. Die Forscher sehen daher den Traum als „Nebenprodukt“ neuronaler Verarbeitungsprozesse an.

Eine weitere interessante Versuchsanordnung unternahm ein Wissenschaftler-Team aus Israel: Den 55 Testpersonen wurden via Atemmaske mehrere verschiedene Gerüche vorgesetzt; gleichzeitig spielte man einen bestimmten Ton ab – jedem Geruch wurde also ein spezifisches auditives Signal zugeordnet. Später bekamen die Probanden dieselben Töne während des Schlafens und dann erneut im Wachzustand zu hören.

Die Entscheidung der Forscher für diese Kombination aus Tönen und Gerüchen, ist einfach wie clever: Einerseits können Reaktionen auf unterschiedliche Gerüche relativ eindeutig durch die Tiefe des Einatmens festgestellt werden; bei einem angenehmen Duft inhalierten die Probanden in der Regel tiefer als bei weniger erfreulichen Gerüchen. Was banal klingt, ist hier für die wissenschaftliche Verifizierbarkeit von hoher Bedeutung.

Außerdem hat man in früheren Versuchen festgestellt, dass Menschen auch im Schlaf auf die Qualität eines Geruches reagieren. Das Resultat dieses Experiments: Sowohl während des Schlafs als nach dem Aufwachen stellte man bei den Versuchspersonen aussagekräftige Reaktionen auf das Abspielen der Töne fest; sogar ohne das tatsächliche Einatmen der mit den Tönen assoziierten Gerüchen verhielt sich die Mehrzahl der Probanden unbewusst so, als wäre dies der Fall.

Fazit: Während die Möglichkeit, neues Wissen „im Traum“ zu erlernen, unwahrscheinlich scheint, können wir offensichtlich nicht die Tatsache ignorieren, dass Schlaf eine wesentliche Rolle bei dem Festigen zuvor gelernten Wissens spielt – ein wichtiger Grund also, auf die Qualität unseres täglichen Schlafs Acht zu geben.

 

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