Neue Versuche zur Suchtbekämpfung

Drogenmissbrauch schädigt Gehirnstrukturen dauerhaft. Das ist es, was die Forscher um Billy Chen vom Institut für Drogenmissbrauch in Baltiore und Antonelli Bonci vom Fachbereich Neurologie der Universität von Kalifornien in San Francisco in einer neuen Tierversuch-Studie mit Ratten nachweisen konnten. Suchtverhalten bedeutet im Grund genommen nichts anderes als Kontrollverlust. Kontrolle über das Verhalten eines Menschen wird über Aktivitäten im präfrontalen Kortex generiert. Ist diese Gehirnregion jedoch weniger aktiv oder gar geschädigt, nimmt die rationale Bewertung ab und der Suchtdruck übernimmt die Kontrolle.

Die Versuchsreihe

In ihrer Versuchsreihe machten die Forscher zunächst eine Gruppe von Ratten kokainabhängig. Dann brachten sie den Tieren bei, sich über einen Hebel in ihrem Käfig eigenmächtig eine Dosis des Rauschmittels über eine dauerhaft gelegte Kanüle zu injizieren. Die Tiere betätigten den Hebel auf Grund ihrer Sucht mehrfach am Tag. Dann änderten die Versuchsleiter die Anordnung, indem sie den Hebel mit einem Stromstoß assoziierten, anstatt der Injektion des Rauschmittels. Betätigten die Tiere also nun den Hebel auf Grund ihres Suchtdrucks, bekamen sie einen Stromschlag.

70 Prozent der Ratten wurden durch diese Maßnahme clean. 30 Prozent jedoch betätigten den Hebel trotz der negativen Konsequenz trotzdem fortlaufend. Als die Wissenschaftler die Gehirne der Ratten untersuchten, stellten sie fest, dass bestimmte Hirnregionen dieser hartnäckigen 30 Prozent besonders irreversibel durch den Kokain-Konsum geschädigt worden waren. In einem weiteren Versuchsaufbau wurde den Tieren vorerst ein lichtempfindliches Gen eingeschleust, welches die Synthese von Protein steuert.

Das synthetisierte Protein wiederum war in der Lage, Nervenzellen zu stimulieren und konnte somit eine Aktivität in den umliegenden Strukturen herbeiführen. Die Forscher stimulierten anschließend den präfrontalen Kortex der Tiere mit Laserlicht, wodurch die Protein-Synthese und somit Aktivität der Nervenzellen in dieser Region angesprochen wurde. Die Ratten zeigten umgehend ein weitaus geringeres Suchtverhalten und die „Verhaltenstherapie“ anhand der Stromschläge funktionierte bei allen Tieren auf Anhieb.

Therapie

Die Ergebnisse der oben genannten Studie können leider nicht 1:1 auf den Menschen übertragen und somit nur als Grundlagenforschung angesehen werden, jedoch liefern sie einige wichtige neue Denkansätze. So konnte beispielsweise die wichtige Rolle des präfrontalen Kortex im Rahmen von Suchtverhalten festgestellt werden, was neue Überlegungen zu alternativen Heilmethoden zulässt. Ob es sich am Ende jedoch tatsächlich um Laserlicht handeln wird, wie im Versuch, bleibt fraglich.

 

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