So funktioniert ein Baby-Gehirn

So funktioniert ein Babygehirn

Das Babygehirn verfügt nach neuesten Erkenntnissen bereits über ähnliche neurale Organisationsstrukturen wie das von Erwachsenen. Viele Eltern fragen sich, was wohl im Kopf ihres Babys so vor sich geht. Mit Hilfe der Magnetresonanztomografie können Wissenschaftler nun die Aktivitäten im Babygehirn abbilden. Mit dem funktionellen MRT können die Gehirnaktivitäten von Kindern und Erwachsenen untersucht werden, wobei die Patienten still liegen müssen, damit die Bilder gelingen. Für Babys ist das natürlich schwierig, meist gelangen nur Aufnahmen im Schlaf. Dennoch wollten die Wissenschaftler herausfinden, wie das Gehirn der Kinder arbeitet, daher wurden den Babys Videos vorgespielt.

Viele Parallelen von Babygehirn zu Gehirn Erwachsener

Bei ersten Aufnahmen konnten die Forscher nun feststellen, dass es viele Parallelen zum Gehirn Erwachsener gibt, z.B. bei der Verarbeitung visueller Informationen. Neben Gemeinsamkeiten gibt es auch Unterschiede. Durch die Studie kann man die Entwicklung und Anfänge des Gehirns und des Geistes besser verstehen. Die Untersuchung mit dem fMRT ermöglicht eine Untersuchung des Gehirns, ohne in einem Eingriff den Schädel öffnen zu müssen. Außerdem werden dabei Veränderungen im Blutfluss erkennbar. Kritiker merken an, dass durch die beeindruckenden Bilder lediglich indirekt die Gehirnaktivität gemessen werden kann. Gleichwohl liefert die Studie eine Art Karte des Gehirns, sie zeigt die einzelnen Bereiche und ihre Aktivitäten im Zusammenhang.

Andere Studien zeigen z.B., wie in welcher Region das Gehirn auf Bilder von Gesichtern reagiert. Andere Studien zeigen, die Aktivitäten, wenn Menschen über Gedanken anderer Menschen nachdenken. Das beeinflusst unsere Entscheidungen und unsere Wahrnehmung anderer Menschen. Somit hat die Studie auch einen philosophischen Aspekt. Bei Erwachsenen erfüllt das Gehirn komplexe, aber auch abstrakte Funktionen. Dazu gehören das Empfinden für Moral und unsere Fähigkeit, die Gedanken anderer zu erahnen.

Bei der Studie mit den Babys zeigte sich, dass die Kinder vor allem von Gesichtern in den Videos fasziniert waren. Erwachsene tun sich häufig schwer damit, Gesichter zu unterscheiden, wenn sie auf dem Kopf stehen. Bei Kindern macht das keinen Unterschied. Kinder ab etwa vier Monaten können langsam zwischen Gesichtern in normaler Position und Gesichtern auf dem Kopfstand unterscheiden.

Bereits im Alter von sechs Monaten ähneln die Ergebnisse denen der Erwachsenen

Bisher ist aber noch nicht klar, wie das Gehirn der Kinder unterscheiden kann. An der Studie nahmen anfangs fast 20 Babys teil. In den Videos wurden den Kindern Gesichter, Naturszenen, Menschen oder Spielzeuge gezeigt. Außerdem wurden die Bilder teilweise durcheinander gebracht vorgespielt. Der Fokus lag dabei auf Gesichtern und Orten, da im der Erwachsenen hier unterschiedliche Gehirnareale aktiviert werden. Bei Babys konnten ähnlich Muster entdeckt werden. Bei Kindern im Alter von vier bis sechs Monaten zeigten sich ähnliche Reaktionen in den betroffenen Regionen. Das lässt den Schluss zu, dass die Großhirnrinde erste funktionale Tendenzen entwickelt. Nicht klar ist, ob die Kinder mit dieser Fähigkeit zur Welt kommen, aber sie muss sich früh entwickeln. Ähnliche Reaktionen zeigten sich auch im frontalen Kortex, der für Emotionen, Selbstpräsentation und ähnliches verantwortlich ist. Auch hier zeigten die kindlichen Gehirne bereits Aktivitäten. Im Unterschied zu Gehirnen der Erwachsenen scheinen die Kinder-Gehirne flexibler zu arbeiten.

Klar ist, dass das Gehirn im Säuglingsalter enorm wächst. So nimmt die Großhirnrinde im ersten Lebensalter um 88 Prozent an Volumen zu. Auch die Nervenzellen entwickeln neue Verknüpfungen, die zum Teil während der Kindheit auch wieder verschwinden. Dementsprechend flexibel arbeitet das Gehirn. Bei einem Schlaganfall würde sich das Gehirn schnell und gut erholen. Bei Vernachlässigung können Kinder jedoch Folgen wie eine Lernschwäche entwickeln.

Die Erkenntnisse über die Entwicklung des Gehirns ermöglichen das Verständnis von fehlerhaften Prozessen bei Erkrankungen wie Autismus. Diese Menschen etwa können schwer Gesichter interpretieren. Entstehen solche Beeinträchtigungen bereits im Säuglingsalter? Oder sind sie Folge von fehlender Aufmerksamkeit gegenüber Gesichtern bzw. anderer Auslöser? Diese und ähnliche Fragen können Forscher durch die Erkenntnisse Schritt für Schritt erklären, auch wenn die Forschung hier noch ganz am Anfang steht.

 

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