Computerverbot - Eine geeignete Strafe?

Die Kinderzimmer sind voll von Technik. Computern, Fernseher und Co. begleiten die Kinder heute durch ihre Kindheit. Daher erscheint es den Eltern sehr oft als gute Möglichkeit, diese auch als Strafe für ein Fehlverhalten zu instrumentalisieren. Ein Fehler, denn damit werden die Grundsätze einer guten Pädagogik missachtet.

Wirksam und dennoch nicht sinnvoll

Zwar hat heute fast jedes Kind einen Fernseher, Computer oder eine Spielekonsole in seinem Zimmer. Dennoch stellt sich zunächst die Frage, ob dies aus dem Blickwinkel der Pädagogik überhaupt sinnvoll ist. Die Kinder müssen zwar lernen, wie sie mit diesen Medien umgehen sollen, der unbeschränkte Zugang ist jedoch sicherlich nicht der richtige Weg. Zu viel Computer-oder Fernsehkonsum hat negative Folgen für das Kind.

Eine Tatsache, die vielfach bestätigt wurde. Besser ist es daher, wenn diese Medien nur an Gemeinschaftsorten, wie dem Wohnzimmer, verfügbar sind. Hier können die Eltern nicht nur kontrollieren, sondern mit dem Kind in einen Dialog treten, sodass das Kind früh lernt, mit den Geräten richtig umzugehen und sie sinnvoll zu nutzen.

Noch wesentlich gravierender ist vor diesem Hintergrund, wenn der Entzug des Computers, des Fernsehers oder der Konsole als Strafe genutzt wird. In den meisten Fällen haben die Geräte schlicht nichts mit dem Vergehen zu tun. Das Kind lernt daher nicht das Fehlverhalten in Zukunft zu unterlassen.

Für Eltern ist der Entzug bequem und effektiv, denn die meisten Schützlinge spielen gerne stundenlang mit dem Gerät oder sehen sich gerne Casting-Shows oder Seifenopern an. Ob eine bequeme Methode der Bestrafung allerdings wirklich sinnvoll ist, sei bezweifelt.

Ist Bestrafung überhaupt sinnvoll?

Grundsätzlich kann ohnehin infrage gestellt werden, ob Bestrafungen tatsächlich ein wertvolles Erziehungsmittel sind. Die moderne Pädagogik versucht daher immer, Bestrafungen weitgehend zu vermeiden und stattdessen Möglichkeiten zu finden, die das Kind dazu ermutigen, über sein Fehlverhalten nachzudenken. In vielen Fällen ist es auch hilfreich, wenn das Kind die Folgen seines Verhaltens erkennt. Direkte Bestrafungen sollte es in der Erziehung daher eigentlich nicht geben. Vielmehr benötigt das Kind eine Einsicht, um das Fehlverhalten späterhin nicht mehr zu zeigen.

Strafe hat zudem noch einen weiteren unerwünschten Effekt. Zwar ermöglicht sie kurzfristig eine Veränderung des Verhaltens, die positiv bewertet werden kann. Die genauen Folgen können allerdings nicht abgeschätzt werden. Viele Erziehungsmittel wirken daher kurzfristig, in späteren Jahren können daraus allerdings negative Verhaltensweisen resultieren. Einige Zu-Erziehende lernen daraus, dass es besser ist, sich nicht erwischen zu lassen. Andere Heranwachsende leben die Verhaltensweisen dann im Verborgenen aus und perfektionieren ihr Vorgehen. Umstände, die nicht auftreten sollten.

In der Kombination mit Bestrafungen, die nichts mit dem Vergehen zu tun haben, kann dann noch ein weiterer negativer Effekt entstehen. Zwar wissen die Zu-Erziehenden, dass das Verhalten nicht angemessen war – Sie wissen aber nicht, aus welchem Grund ihr Verhalten nicht erwünscht ist. Nur weil der Fernsehapparat nun nicht mehr im Zimmer steht, bedeutet dies nicht, dass das Kind nun einsichtig ist. Es denkt nicht über seine Tat nach und wird dann auch nicht unbedingt erkennen, warum es dieses Verhalten nicht mehr zeigen darf. Vielmehr wird es sich darauf konzentrieren, seine technischen Geräte weiterhin nutzen zu können.

Wenn schon, dann sinnvoll!

Ideal wäre, wenn auf eine Bestrafung komplett verzichtet wird. Dies gilt auch für den Entzug elektronischer Medien. Bei einem Fehlverhalten soll das Kind vielmehr die Möglichkeit haben, über seine Verfehlungen nachzudenken und vielleicht sogar die Auswirkungen zu sehen. Wenn dann dennoch eine Strafe ausgesprochen wird, dann muss diese mit dem Vergehen selbst in enger Beziehung erkennen. Ein Beispiel hierfür ist Diebstahl.

Hat das Kind gestohlen, dann muss es den Schaden selbst wieder begleichen. Es kann das Gestohlene entweder persönlich zurückgeben oder auch den Schaden durch leichte Tätigkeiten regulieren, bis ein Ausgleich erfolgt ist. Ähnliches lässt sich bei allen Verfehlungen feststellen. Zugleich sollte auch danach gefragt werden, ob eine Strafe überhaupt sinnvoll ist. In vielen Fällen sind die Nachwirkungen der Strafe für das Kind selbst als Nachteil zu werten, aus dem es bereits lernt. In diesem Fall sollte dann einfach darüber gesprochen werden. Vertrauen und Liebe sind hierbei eine gute Methode, um das Kind zum Lernen zu animieren.

Eine kurze Zusammenfassung

Zusammenfassend kann daher festgehalten werden: Die richtige Erziehung ist jene, bei der technische Geräte nicht im Kinderzimmer stehen. Ebenso sollten Eltern diese Mittel nicht als Erziehungsmaßnahme nutzen, sondern vielmehr darauf achten, dass die Strafe mit dem Vergehen in Verbindung steht. Ein Umdenken ist daher erforderlich – schließlich sind die Eltern das Vorbild des Kindes. Und genau so müssen sie sich auch Verhalten.

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