Lieblingskinder – die psychischen Folgen

Kaum jemand möchte es zugeben, doch viele Eltern haben durchaus ein Lieblingskind. Dies kann allerdings schwerwiegende psychische Folgen für die Lieblinge haben. Oft leiden sie unter Depressionen und Schuldgefühlen.

Eltern lieben ihre Kinder, das ist klar. Haben sie allerdings mehrere, mögen sie oft eines ganz besonders gern, auch wenn sie das natürlich niemals den Kindern gegenüber zugeben würden. Eine Studie der Universität von Kalifornien zeigte bereits vor einiger Zeit, dass 70 Prozent aller Väter und 65 Prozent aller Mütter insgeheim eines ihrer Kinder bevorzugen. Jill Suitor, Soziologin an der Universität von West Lafayette, fand heraus, dass das Lieblingskind oft dasjenige ist, bei dem Vater oder Mutter glauben, es sei ihnen selbst am ähnlichsten.

Studie über erwachsene Lieblingskinder

In einer Langzeit Studie ging Suitor nun gemeinsam mit ihren Kollegen der Frage nach, welche Folgen es wohl für die Personen gäbe, die Mamas oder Papas Lieblingskind waren. Dazu wurden 725 Erwachsene aus über 300 Familien befragt. Im Schnitt waren die nun erwachsenen Kinder 49 Jahre alt zum Zeitpunkt der Untersuchung. Auch sieben Jahre später wurden sie erneut befragt. Suitor und ihr Team analysierten vor allem die Beziehung der Teilnehmer zu ihren Müttern. Den Zeitraum der Studie wählten die Forscher bewusst aus, damit die Mütter, die zwar zur ersten Befragung zwischen 65 und 75 Jahre alt waren, noch recht fit waren, aber bei der zweiten Erhebung eher nicht mehr so agil waren.

Jill Suitor nahm an, dass die Frage, wer Lieblingskind gewesen war, Auswirkungen darauf haben würde, wer später die Pflege der alternden Mutter übernimmt. Die Erwachsenen bekamen eine Reihen von Fragen gestellt: Wie emotional verbunden sie sich mit der Mutter fühlen, ob es viele Konflikte in der Beziehung gab, wie stolz oder enttäuscht aus ihrer Sicht ihre Mutter sei und außerdem ob es ihnen gut gehe oder sie eventuell an psychischen Erkrankungen litten.

Lieblinge leiden häufiger an Depressionen

Der Liebling zu sein, scheint sich laut der Studie langfristig gesehen eher negativ auf die Entwicklung der Betroffenen auszuwirken. Denn die Teilnehmer, die die größte Verbundenheit zu ihrer Mutter schilderten, erzielten auch die höchsten Werte auf der Skala der Depressivität. Suitor begründet dies einerseits mit den daraus resultierenden Konflikten sowie der Rivalität mit den Geschwistern in Kombination mit eventuellen Schuldgefühlen der Lieblingskinder und andererseits durch ein gesteigertes Verantwortungsgefühl gegenüber den Eltern. So hatten sich die Lieblingskinder zum Zeitpunkt der zweiten Erhebung deutlich häufiger um die Pflege ihrer Mutter gekümmert, als ihre Geschwister.

Streitigkeiten zwischen den weniger und mehr geliebten Kindern bestehen ein Leben lang, doch verschärft sich laut Suitor die Rivalität mit zunehmendem Alter, besonders wenn es zur Frage der Verantwortung für die Eltern kommt. Allerdings wurden für diese Studie lediglich die Kinder befragt. Interessant wäre hier, auch die Sicht der Mütter zu berücksichtigen, es bleibt also durchaus noch Raum zur Forschung.

 

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