Mehr Spaß an Mathematik

Mehr Spaß an Mathematik

Zahlreiche Schüler konnten sich bisher nicht mit dem Schulfach Mathematik anfreunden. Ein Team von Psychologen der Münchener Ludwig-Maximilians-Universität haben nun den Zusammenhang von Gefühlen und Mathematiknoten untersucht.

Wie nimmt man Kindern die Angst vor Mathematik?

Nach einer langjährigen Studie konnten die Forscher der Münchener Universität nun als Abschluss ihrer Forschung einige Empfehlungen formulieren, die in der Praxis zukünftig dabei helfen könnten, Mathematik als Schulfach beliebter zu machen oder den Kindern zumindest die Angst davor zu nehmen. Als Grundlage für die Untersuchungen diente eine andere Studie mit dem Namen PALMA, Projekt zur Analyse der Leistungsentwicklung in Mathematik. Für diese Studie wurden etwa 3.500 Schüler fünf Jahre lang von der 5. Klasse an in ihrem Schulleben begleitet.

Traurig oder stolz? Spaß oder Verzweiflung?

Jedes Jahr sollten die Teilnehmer von PALMA einen Test im Fach Mathematik absolvieren und im Anschluss einen Fragenkatalog beantworten. In den Fragen ging es hauptsächlich um die Gefühle der Schüler gegenüber dem Schulfach. Waren sie beispielsweise traurig oder frustriert, da sie den Lehrstoff nicht verstanden? Oder waren sie vielleicht stolz auf ihre erbrachten guten Leistungen? Hatten sie Spaß an der Mathematik oder trieb sie dieses Fach in die Verzweiflung?

Der Teufelskreis der Gefühle und Noten

Schnell war ersichtlich, was wenig überraschte, dass Schüler, die eher schlechte Noten in Mathematikarbeiten und -tests schrieben, auch eher negative Gefühle mit diesem Schulfach verbanden. Viele der schwächeren Schüler berichteten von Ärger, Angst, Verzweiflung, Scham oder auch Langeweile. Die Ergebnisse der Datenauswertung belegten jedoch gleichzeitig auch, dass sich die betroffenen Schüler in einer Art Teufelskreis bewegten. Denn je schlechter die Gefühle für das Fach Mathematik seitens der Schüler waren, desto schlechter wurden auch die jeweiligen Schulnoten. Dies führte wiederum zu einer Verstärkung der negativen Gefühle und so weiter und so fort.

Wie kann man ausbrechen aus dieser negativen Abwärtsspirale?

Um aus dieser Abwärtsspirale auszubrechen bedürfe es der Hilfe der Lehrer und Eltern, so die Experten. Es sei dabei essentiell, die positiven Gefühle der Schüler verstärkt hervorzuheben. Erfolgserlebnisse seien hier ein zentraler Ansatzpunkt. Es könnte beispielsweise nicht nur die Gesamtleistung in Mathematik, sondern auch der individuelle Erfolg und Fortschritt der Schüler in den Mittelpunkt der Bewertung gerückt werden. Insbesondere Mädchen sollten hier stärker unterstützt werden, denn in den Studien berichteten weibliche Schülerinnen vermehrt von Scham- und Angstgefühlen im Vergleich zu den männlichen Testpersonen.  Auch wenn Jungen und Mädchen ähnliche Leistungen im Fach Mathematik erzielten.

Einfache Mittel können große Wirkung erzielen

Auch an der Universität Tübingen wurde auf diesem Gebiet bereits geforscht. Wissenschaftler fanden heraus, dass es meist lediglich simpler Methoden bedarf, um Schülern die Angst vor Mathematik zu nehmen. Praktische Beispiele und die Präsentation des vielfachen und interessanten Nutzens der Mathematik seien hier ausschlaggebend. Diese könnten beispielsweise von jungen Erwachsenen oder sogar von Gleichaltrigen vorgestellt werden, so die Experten. Um den Kindern den Bezug zur Realität glaubhaft zu verdeutlichen. Die Autoren der Studie der Universität Tübingen, die den Namen „MoMa“ (Motivationsförderung im Mathematikunterricht) trägt, zeigten sich optimistisch, auf diese Weise den Schülern Freude und Spaß am Fach Mathematik vermitteln zu können.

 

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1 Antwort
  1. Julia
    Julia says:

    Da werden aber einige Mathematiker die ich kenne verneinen. Auch ich kenne es eher so, dass der Spaß an Mathematik aufkommt, wenn man tatsächlich mal selbst kreative Lösungsvorschläge bringen kann, tüfteln kann, warum Zusammemhänge gelten, sich selbst Beispiele ausdenken darf etc.. Mehr Anwendungsbezug ist oft auch verbunden mit einem unterschwelligen Druck der Art „das ist wichtig, das wirst du brauchen“, und vor allem mit den komplett am der Realität vorbeigehenden Anwendungsaufgaben des jetzigen Unterrichts auch eher lustig als motivierend. In anderen Fächern ist es doch auch so, dass Schüler gerne diskuttieren oder kreativ sind. Warum sollte man Schüler dann nicht auch mal in Mathematik in eine Gruppe setzen lassen und darüber diskuttueren lassen, wie man ein neues Problem lösen kann?

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