Mobbing in der Schule - Warum Lehrer häufig falsch reagieren

In vielen Schulen wird das Thema Mobbing wie folgt behandelt: der Lehrer spricht mit den Tätern, stellt sie zur Rede und mehr passiert oft nicht. Natürlich hat dies auch oft mit einer Überforderung der Lehrer zu tun. Forscher haben jetzt herausgefunden, dass auf lange Sicht aber eine ganz andere Strategie hilfreich sein kann.

Mobbing gibt es in ganz unterschiedlichen Formen

Bei Mobbing kann es sich sowohl um Hänseleien und Ausgrenzung handeln, als auch um physische Gewalt. In Deutschland haben 25% der Schüler schon mal in ihrem Leben einen solchen Fall am eigenen Leib erlebt. Diese Zahlen ergaben sich aus anonymen Umfragen. Ca. 5% der Schüler müssen sogar regelmäßig den Hass ihrer Mitschüler spüren und leiden über ein Jahr an den Folgen. Wenn Eltern mitbekommen, dass ihre Kinder in der Schule gemobbt werden, führt der erste Weg meist zu den Lehrern. Das machen die Eltern, weil die Lehrer schließlich tagtäglich mit den Schülern zu tun haben.

Lehrer sind die ersten, die in solchen Situationen helfen könnten

Ludwig Bilz, Psychologe von der BTU Cottbus-Senftenberg und der Bildungsforscher Wilfried Schubarth von der Universität Potsdam haben sich diesem Thema gewidmet. In den letzten drei Jahren haben sie intensiv recherchiert und Studien durchgeführt. Für ihre Studie haben sie insgesamt über 2000 Schüler und 550 Lehrer zum Thema Mobbing befragt. Dabei ging es vor allem um die Fragen, wie man in solchen Situationen reagieren sollte und wie man Mobbing überhaupt verhindern kann. Als allererstes konnten die Wissenschaftler erkennen, dass es den Lehrern sehr schwer fällt, zu bemerken, wer in ihren Klassen überhaupt die Rollen des Opfers oder eben des Täters einnehmen.

Des Weiteren konnten sie feststellen, dass viele Lehrer falsch mit diesem Thema umgehen. Ihr Verhalten war deshalb falsch, weil dadurch kein weiteres Mobbing verhindert wurde. In den meisten Fällen probierten es die Lehrer mit Einzelgesprächen mit den Opfern und disziplinarische Maßnahmen gegen die Täter. In den seltensten Fällen wurden die Themen mit der gesamten Klasse besprochen. Noch seltener holten sich Lehrer die Hilfe von Kollegen bzw. beschlossen mit ihnen zusammen zu arbeiten, um das Mobbing zu bekämpfen. Laut Schubarth ist es aus diesen Gründen auch nicht verwunderlich, dass Mobbing nach wie vor so ein großes Problem ist, schließlich gaben gerade einmal 20% der Schüler an, dass in ihren Klassen auch offen und konkret über Mobbing gesprochen wurde.

Hilfe heißt auch Mitmenschen zu schützen

Oftmals fällt es Lehrern schwer, zu intervenieren, weil sie Mobbing an ihrem eigenen Empfinden messen und bewerten müssen. Das fällt vielen Lehrern schwer und sie wissen nicht genau, wie sie reagieren sollten. Die Lehrer, die am ehesten konstruktiv eingreifen würden, waren jene, die ein breites Gewaltverständnis besitzen. In diesen Klassen waren auch mehr Mädchen und Jungen vorhanden, die bei einem Mobbingfall sofort eingreifen würden. Mobbing geht nämlich nicht nur von den Personen aus, die als Täter bezeichnet werden. Es gehören auch die Personen dazu, die das alles zulassen und tatenlos daneben stehen. Wenn Du also selbst etwas gegen Mobbing tun möchtest, dann reicht es nicht aus, kein Täter zu sein, Du musst Deine Mitmenschen schützen und eingreifen, wenn Du gefordert wirst.

 

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