Risiko? Kein Problem!

Eine kürzlich erschienene Studie des Max-Planck-Instituts zum Thema Bildungsforschung belegte, dass Jugendliche lieber auf Informationen verzichten, als dass sie sich ernsthafte Gedanken über ein mögliches Risiko machen würden. Sämtliche Warnungen würden lieber ignoriert als beherzigt.

Risiko: Drogenmissbrauch, Rasen und ungeschützter Sex

Im Vergleich zu Erwachsenen handeln Jugendliche offenbar deutlich impulsiver und risikoreicher. Doch wissen sie wirklich nicht, welche Folgen Drogenmissbrauch, alkoholisiertes oder zu schnelles Autofahren und ungeschützter Geschlechtsverkehr haben können? Genau diesen Fragstellungen gingen die Wissenschaftler und Autoren der Studie des Max-Planck-Instituts nach. Das risikoreiche Verhalten mancher Jugendlicher sollte somit genauer unter die Lupe genommen werden.

Risiko abwägen oder im Dunkeln tappen

Das Experiment bestand darin, dass etwa 100 Personen vom Kindesalter bis zu jungen Erwachsenen (acht bis 22 Jahre) im Rahmen der Studie bei unterschiedlichen Glücksspielen verschiedene Geldbeträge erspielen konnten. In manchen Fällen wussten sie sowohl um die Höhe, als auch um die Wahrscheinlichkeit der Gewinne, sie mussten also eine sogenannte Risikoentscheidung fällen.

Bei anderen Spielen bekamen sie zwar den Gewinnbetrag genannt, aber nicht die dazugehörige Wahrscheinlichkeit oder zumindest nur Teilinformationen, hierbei handelte es sich also um eine Entscheidung bei vorliegender Uneindeutigkeit. In der dritten Spielgruppe erhielten die Teilnehmer der Studie überhaupt keine zusätzlichen Informationen und sollten somit trotz Unsicherheit eine Entscheidung treffen.

Volles Risiko auch bei Unklarheit

Aus diesen Untersuchungen ging hervor, dass Jugendliche im Vergleich zu Erwachsenen oder Kindern deutlich weniger Probleme damit zu haben schienen, Entscheidungen zu fällen, obwohl die Wahrscheinlichkeit zu gewinnen unsicher oder zumindest teilweise unbekannt war. Selbst bei vollkommener Unkenntnis der Gewinnchancen eines Spiels suchten Jugendliche meist nicht lange nach weiteren Informationen. Diese Art von Immunität oder Toleranz gegenüber Unsicherheiten und Risiken war in einer Altersspanne von 13 bis 15 Jahren am meisten ausgeprägt. Des Weiteren stellten die Forscher fest, dass kognitive Fähigkeiten bei diesem Experiment keine größere Rolle zu spielen schien, es kam vielmehr auf das individuelle Risikoverhalten der Probanden an.

Warum Präventionskampagnen nicht wirken

Als Ergebnis dieser Studie lassen sich demnach mehrere Aspekte festhalten. Die Wissenschaftler berichteten, es habe sich anhand der analysierten Daten deutlich herauskristallisiert, dass Jugendliche nicht viel Motivation aufbringen, um sich über bestimmte Risiken einer Begebenheit oder Tätigkeit zu informieren. Und dies sogar selbst dann, wenn die notwendigen Informationen zur besseren Einschätzung des Risikos leicht zu beschaffen wären, berichten die Experten. Dies könne durchaus auch auf einen größeren gesellschaftlichen Maßstab übertragen werden und beispielsweise Erklärungen dafür liefern, wieso so manche Kampagne zur Prävention von Drogenmissbrauch oder ungeschütztem Geschlechtsverkehr bei zahlreichen Jugendlichen nicht zu fruchten scheint.

Risikoprävention mal anders

Die neuen Erkenntnisse, die durch diese Studie gewonnen werden konnten, sollen nun dabei helfen, Maßnahmen zu entwickeln, die genau an den richtigen Schwachstellen ansetzen, hoffen die Forscher. Es könnte beispielsweise sinnvoll sein, als Risikoprävention nicht nur Informationen passiv zur Verfügung zu stellen, sondern die Jugendlichen in einem bestimmten Alter aktiv die Konsequenzen dieser Risiken erfahren zu lassen, in einer Art Risikosimulation, schlagen die Wissenschaftler vor. Doch dies sind bisher nur Ideen und Ansätze, es wird sich zeigen, wie unsere Gesellschaft in der Zukunft mit der gefährlichen Risikobereitschaft unserer Jugendlichen umgeht.

 

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