Depersonalisation: Wenn man sich selbst fremd ist

Die „normale“ Selbstwahrnehmung und/oder die Wahrnehmung der Umwelt ist nicht für jeden Menschen eine Selbstverständlichkeit. Ist die Selbstwahrnehmung gestört, “funktionieren” betroffene Menschen nicht mehr richtig. Eine Psychotherapie ist der richtige Schritt zur Behebung dieser Depersonalisationsstörung. Unter Depersonalisation verstehen wir, wenn ein Mensch seinen Körper oder Teile davon also zu groß oder zu klein empfindet. Manchmal erscheinen Gefühle und Handlungen als fremd und nicht zum eigenen Selbst passend.

Derealisation bezieht sich auf die verfälschte Wahrnehmung der Umwelt. Erkrankte Personen nehmen entweder Menschen oder Gegenstände eher verschleiert wahr. Oftmals treten beide Störungen parallel auf. Die Krankheit wird von Fachleuten als DDS bezeichnet – Depersonalisations-Derealisations-Syndrom. Über das Auftreten der Störung liegen bisher nur Schätzungen vor. Demnach sind ca. 1-10 Prozent der deutschen Bevölkerung betroffen. Bei ihnen treten zumindest kurzzeitig DDS-Erlebnisse auf.

Ursache und Krankheitsbild DDS

Auslöser für das Auftreten von DDS sind meistens großer Stress oder ein traumatisches Erlebnis. Allerdings ist die Neigung zur Erkrankung zum Großteil genetisch bedingt. Das Syndrom scheint zum Schutz in extremen Situationen einzutreten. Es erleichtert es der Person, mit einem solchen Erlebnis umzugehen.

DDS tritt oft in Kombination mit anderen psychischen Erkrankungen auf. Hierzu zählen z.B. dauerhafte Schlafstörungen, Phobien, Zwangsstörungen oder eine Borderline-Symptomatik. Des Weiteren können Veränderungen der Gehirnstruktur, Hashimoto-Thyreoiditis, ein Schädel-Hirn-Trauma oder Rheumatisches Fieber mit verantwortlich sein. Die Symptome können außerdem durch übermäßige Müdigkeit, nach epileptischen Anfällen oder Hypoglykämie ausgelöst werden. Die Einnahme verschiedener Drogen oder Arzneimittel können DDS ebenfalls verursachen.

Die Symptomatik der DDS verursacht, dass ein Mensch nicht mehr weiß, wer er ist bzw. sich nicht mehr erkennt. Eine Spaltung der Selbstwahrnehmung ist außerdem möglich. Patienten empfinden sich dann als einen beobachtenden Teil und einen handelnden Teil. Betroffene Personen können fast gar keinen Bezug zu ihrem handelnden Ich und zum eigenen Körpern herstellen. Erkrankte Menschen leben in einer Art Traum. Ihre Erinnerungen sind eher zusammenhangslos und fragmentarisch. Die Patienten zeigen eine eher depressive Stimmung und empfinden eine innere Leere.

Eine Therapie als Lösung

Wird DDS chronisch, tritt es bei einem Drittel der betroffenen Personen in Schüben auf. Beim zweiten Drittel zeigt sich ein kontinuierlicher Verlauf. Das letzte Drittel zeigt einen Wechsel vom anfallartigen Symptom-Auftreten zu einem kontinuierlichen Erscheinungsbild auf.

DDS Patienten wissen im Gegensatz zu Schizophrenie Betroffenen, dass eine falsche Wahrnehmung vorliegt. Dies löst bei Erkrankten Beunruhigung und Angst aus. Die Erkrankung ist mit Psychosen vergleichbar. Zu Beginn werden DDS Betroffene auf eventuelle Grunderkrankungen und auf eventuell konsumierte Substanzen untersucht.

Ist eine Grunderkrankung Auslöser der DDS, wird diese natürlich behandelt. Wird DDS als eigenständige Erkrankung diagnostiziert, sind die Behandlungsmöglichkeiten nicht sehr groß. Eine Psychotherapie ist dann die richtige Wahl. Es ist die Aufgabe des Therapeuten, dem Patienten die Angst zu nehmen „nicht normal“ zu sein. Der Lebensstil des Patienten sollte entstresst werden. Kurse in Angstbewältigung und/oder Stressmanagement sind außerdem förderlich. Durch die Behandlung soll eine Reduktion des Anfallauftretens bzw. weitere Anfälle verhindert werden. Medikamente stehen speziell für diese Behandlung nicht zur Verfügung. Allerdings kann sich z. B. der Einsatz eines Antidepressivums als sinnvoll erweisen.

Beim DDS ist demnach die Schwere der Störung ausschlaggebend dafür, was das Ziel der Behandlung ist. Durch eine Psychotherapie und Hilfe zur Stressbewältigung können aber teilweise recht gute Ergebnisse erzielt werden.

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