Die Entstehung von Angststörungen & Phobien

Angst ist ein natürliches Gefühl, das den Menschen in erster Linie schützen soll. Bei vielen Personen modifiziert sich die natürliche Reaktion auf eine reale oder vorgestellte Bedrohung und das Ergebnis daraus kann schließlich eine übersteigerte Angst sein, die dann zu einer psychiatrisch relevanten Störung wird. Psychiater sprechen an dieser Stelle von Angststörungen oder Phobien. Bleibt die Frage: „Wie entsteht eine Angststörung oder Phobie?“

Körperliche Gründe für die Entstehung

Eine Angststörung oder Phobie kann sich in jedem Lebensalter entwickeln. Es gibt in diesem Zusammenhang nicht einen einzigen Auslöser. Vielmehr können die Störungen durch eine Vielzahl von Ursachen entstehen und jede psychologische Richtung vertritt ihre eigenen Theorien, die alle eine Berechtigung haben. Bei einigen Personen greifen mehrere Umständen ineinander, die dann zur krankhaften Angst führen, die professionell behandelt werden muss.

Ein möglicher Auslöser ist die Schilddrüse. Viele Personen sind von Unter- oder Überfunktion des Organs betroffen. Sowohl die Über- als auch die Unterfunktion kann übersteigerte Gefühle, somit auch Angst, erzeugen und zu einer Angststörung führen. Bekannte Erkrankungen diesbezüglich sind beispielsweise Morbus Basedow oder auch die Hashimoto-Thyreoiditis. Während Morbus Basedow eine Überfunktion erzeugt, ist die Schilddrüsenleistung Hashimoto-Thyreoiditis beeinträchtigt.

Angststörungen und Phobien – Entstehung aus psychologischer Sicht

Weit häufiger als die körperlichen Ursachen sind psychologische Gründe für die Entstehung von Angststörungen und Phobien. In diesem Zusammenhang greifen im wesentlichen zwei unterschiedliche Modelle. Das erste Modell sieht die Angst als Zustand an, den ein Mensch durchlaufen kann. Hierbei spielen die natürlichen Mechanismen eine wesentliche Rolle. Das zweite Modell fasst Angst als Persönlichkeitsmerkmal auf. Wird die Angst der Persönlichkeit zugeschrieben, dann findet immer ein Rahmen mehrerer Dimensionen des Menschen Anwendung. Die Angst steht daher in einer Reihe mit der Extrovertiertheit und anderen Persönlichkeitsmerkmalen.

Eine bekannte Theorie der Angstentstehung basiert auf der Annahme, dass die Welt verzerrt wahrgenommen wird. Diese Verzerrung führt dazu, dass eine falsche Bewertung stattfindet, die schließlich die Angst auslöst. Für die Angststörungen werden daher Fehlinterpretationen der Situation oder eines Objekts verantwortlich gemacht. Grundlage für die Theorie ist somit die Tatsache, dass Situationen und Gefahren immer danach beurteilt werden, ob sie eine objektive oder subjektive Gefahr darstellen.

Weiter verbreitet ist hingegen die Theorie, dass Angststörungen und Phobien auf Lernerfahrungen beruhen. Die Angst kann durch Beobachtung einer Person mit Vorbildfunktion entstehen, die bereits Angst vor einem Objekt zeigt oder allgemein ängstlich reagiert. Zugleich kann auch die gleichzeitige Darbietung zweier Reize zu einer Angststörung führen. Sieht ein Kind beispielsweise ein Plüschtier, wird dieses Stofftier zunächst als neutral bewertet. Erschrickt es aber durch einen Knall, dann löst dies eine Schrecksekunde aus, die dann in Angst münden kann.

In der Folge empfindet das Kind immer dann Angst, wenn das Stofftier wieder zu sehen ist. Problematisch dabei ist, dass die Angst auch auf Objekte übertragen werden kann, die ähnlich dem Angstobjekt sind. Dadurch kann sich die Störung generalisieren. Eine weitere Verstärkung erfolgt dadurch, dass eine Vermeidung des Objekts wie eine Belohnung wirkt und dadurch das Vermeidungsverhalten weiterhin verstärkt.

Psychodynamisch gesehen liegen die Ursachen in früheren Lebensabschnitten begründet. Wurden Traumata oder andere angstbesetzte Erfahrungen gemacht, dann können diese verdrängt werden. An ihre Stelle treten stellvertretend Ängste, die sich auf Gegenstände beziehen, die eigentlich neutral bewertet werden. Die Angst vor dem Sterben kann beispielsweise in eine Angst vor Bakterien münden und einen Waschzwang auslösen. Ähnliche Reaktionen können auch durch „verbotene“ Wünsche und Bestrebungen entstehen. Durch die Angststörung können diese Wünsche ausgelebt werden.

Kinderängste und Angststörungen

Eine Angststörung kann sich auch bereits in der Kindheit entwickeln. Kinder haben Ängste, die in der Entwicklung immer auftreten und die natürlich sind. Eine Angst ist beispielsweise das „Fremdeln“ oder die Angst vor fremden Personen. Zugleich besteht in einigen Phasen eine Trennungsangst, die sich darin äußert, dass sich die Kinder an die Eltern klammern und immer sicher sein wollen, dass die Erwachsenen in der Nähe sind. Traumata, beeinträchtigte Lebensbedingungen wie Alkoholismus in der Familie oder zu hohe Ansprüche der Eltern können späterhin dann zu einer Angststörung führen. In diesem Zusammenhang gilt also: Die Ursache zu eruieren und zu mildern, sollte das erste Gebot im Zusammehang mit Angststörungen sein.

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