Dysmorphophobie - Eingebildete Hässlichkeit

Habt Ihr schon mal etwas von der körperdysmorphen Störung (KDS) oder auch Dysmorphophobie gehört? Vielen Menschen ist diese Krankheit nicht bekannt, doch handelt es sich um eine weitverbreitete Störung, bei der sich die Betroffenen einbilden, äußerlich hässlich zu sein. Bis zu einer Million Menschen sind in Deutschland erkrankt. Vor allem bei Jugendlichen hat die Dysmorphophobie in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Die Betroffenen fühlen sich extrem hässlich und sind der festen Überzeugung, dass sie aufgrund ihrer Nase, ihres Körperbaus und ihrer Haut entstellt sind. Je häufiger sie sich mit ihrem Äußeren auseinandersetzen, desto mehr beschäftigen sie sich mit ihren scheinbaren Schönheitsmakeln. Der Eindruck der eigenen Unattraktivität verfestigt sich.

Großer Unterschied zwischen Selbsteinschätzung und tatsächlichem Aussehen

Menschen, die an der körperdysmorphen Störung leiden, sind oft sehr attraktiv. Es besteht daher ein großer Unterschied zwischen der Selbsteinschätzung und dem tatsächlichen Aussehen. Psychologin Viktoria Ritter, die sich mit den Ursachen und Therapiemöglichkeiten bei einer körperdysmorphen Störung beschäftigt, stellte fest, dass die Betroffenen eine überdurchschnittlich hohe Sensibilität für ästhetische Proportionen aufweisen. Bereits minimale Abweichungen werden wahrgenommen. Oft werden die Nöte der Betroffenen sehr spät erkannt, da sich jeder von uns gelegentlich mit der Frage „Bin ich schön?“ auseinandersetzt und die Störung auch in Fachkreisen wenig bekannt ist. Außerdem empfinden sich Betroffene selbst nicht als krank. Sie wollen ihrem Schönheitsideal näher kommen, indem sie einen Hautarzt oder auch einen plastischen Chirurgen aufsuchen. Aufgrund der verzerrten Körperwahrnehmung kann dieses Schönheitsideal aber nicht erreicht werden. Bekannte Warnsignale sind, wenn jemand mehr als eine Stunde am Tag sein Aussehen überprüft, bspw. im Spiegel, im Handydisplay, in Fensterscheiben o.Ä. oder häufig anderen Fragen zum eigenen Aussehen stellt. Außerdem ziehen sich Betroffene zurück, nehmen keine Treffen mit Freunden mehr wahr und gehen nicht mehr zur Schule oder zur Arbeit, da sie aufgrund des vermeintlichen Schönheitsmakels nicht auffallen wollen.

Mobbing und Hänseleien als Auslöser

Zu den Auslösern der Störung können Mobbing und Hänseleien gehören. Hinzu kommen die in den Medien vermittelten Schönheitsideale – die Attraktiven sind auch meistens die Erfolgreichen. Doch die körperdysmorphe Störung ist keine neue Krankheit. Unter dem Begriff „Entstellungsangst“ (Dysmorphophobie) wurde sie bereits vor 100 Jahren beschrieben. Ursachen sind oft in der Kindheit zu finden, wie bspw. ein übermäßig behütetes Elternhaus oder auch Zurückweisung und häufig Kritik an der eigenen Person. Betroffene sind oft wenig selbstbewusst und können Konflikte schlecht aushalten und lösen.

Mögliche Therapien bei Dysmorphophobie

In Therapien wird mit den Betroffenen geübt, wie sie mit Konflikten umgehen und sie lösen können. Die sogenannte Exposition ist ein weiterer wichtiger Bestandteil der Therapie. Die Patienten müssen mit einem Katalog an Fragen zu ihrem Äußeren zu anderen Menschen gehen. Dies kann auch öffentlich in der Fußgängerzone geschehen. Dabei erfahren die Betroffenen ihre tatsächliche Wirkung auf andere. An der Universität Frankfurt wurde ein neuer Therapieansatz entwickelt. Hier wird mit Videofeedbacks gearbeitet. Diese sollen die verzerrten Vorstellungsbilder verändern und überschreiben. Auch Antidepressiva, sogenannte Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, können zum Einsatz kommen. Eine Psychotherapie stellt aber langfristig den wirksameren Ansatz da. Ziel ist es, dass sich die Betroffenen mit ihrem Spiegelbild wieder versöhnen.

 

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