Gefühlskälte nicht typisch für Autismus

Nicht jeder Autist ist absolut gefühlskalt! Laut Forschern aus Wien und Triest handelt es sich dabei vielmehr um ein Syndrom namens Alexithymie.

Oft hört man, dass Autisten gefühllos und kalt sind. Dieses Image wurde durch den Amoklauf 2015 in Oregon verstärkt als der 26 jährige Täter als Autist diagnostiziert wurde. Es wurde nach dem Amoklauf beispielsweise eine Facebook-Gruppe mit dem Namen „Families Against Autistic Shooters“.

Studie beinhaltet moralisches Dilemma

Ist es denn tatsächlich so, dass Autisten kein Mitleid kennen? Ist es ihnen egal, wenn andere Menschen leiden? Um dies genauer zu untersuchen haben Psychologen der Scuola Internazionale Superiore di Studi Avanzati in Triest und der Universität in Wien Testpersonen mit moralischen Dilemmata konfrontiert. Ein Beispiel dafür ist eine erfundene Situation. Auf einer Brücke stehend siehst du wie ein Rollwagen über Schienen auf fünf Menschen zurast. Deine einzige Chance ist, einen dicken Menschen auf die Schienen zu werfen um den Rollwagen zu stoppen und somit das Leben der anderen zu retten.

Rein rational gesehen könnte man das als gut beschreiben. Die meisten Menschen hätten allerdings Probleme damit, einen Menschen zu opfern. Es wäre laut Kant´scher Ethik verwerflich, einen unschuldigen Menschen für die Rettung anderer zu missbrauchen. Für Autisten gilt dieses Gesetz auch, vielmehr sogar noch als für „normale“ Menschen. Das liegt daran, dass Autisten soziale Situationen immer als Stress empfinden und darauf sehr emotional reagieren.

Autismus und Alexithymie

Psychologen kennen aber auch eine Persönlichkeitsstörung, bei der die Betroffenen Gefühle nicht mehr so stark wahrnehmen. Dieses Phänomen nennt man Alexithymie, ein griechisches Wort, dass die Unfähigkeit Gefühle zu lesen bedeutet. Ca. 10 Prozent der Menschen leiden wohl unter diesem Syndrom, viele nur an einer abgeschwächten Form.

Für Giorgia Silani, die Leiterin der Studie, wurden früher viel zu häufig autistische Syndrome mit Alexithymie durcheinander gebracht. Bei Alexithymie sei das Verständnis von Gefühlen gestört, ganz anders als bei autistischen Symptomen. Die Krankheit zu diagnostizieren, so Silani, sei schwer und dazu komme, dass sie bei autistischen Menschen zu 50 Prozent häufiger vorkommen soll als bei anderen. Bis heute kennt man auch noch nicht die Ursachen für Alexityhmie, geschweige denn für Autismus. Das erschwert die Diagnose natürlich auch erheblich.

 

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