Spielsucht - Die sozialen Folgen

Spielsucht – Die sozialen Folgen

Ist von Spielsucht die Rede, dann rückt häufig der Gegenstand der Sucht in den Vordergrund. Weit seltener werden die sozialen Probleme thematisiert, die mit der Sucht einhergehen und gravierender Natur sein können. Der Rückgang sozialer Interaktionen entsteht in der Regel nicht nur, weil sich das Umfeld vom Betroffenen abwendet. Auch der Süchtige selbst verursacht den Kontaktverlust. Daher können die sozialen Folgen als Wechselwirkung verstanden werden.

Rückzug des Betroffenen aus seinem Umfeld

Spielsucht besteht aus einer Zentralisierung des Spiels im Leben eines Betroffenen. Daher können daraus verschiedene Probleme abgeleitet werden, die mit der Spielsucht direkt in Verbindung stehen. Die sozialen Kontakte finden beispielsweise lediglich in Zusammenhang mit der Sucht statt. Die bisherigen Freunde werden diese Orte kaum aufsuchen, wenn sie nicht selbst spielsüchtig sind. Das bedeutet, dass ein neuer Freundeskreis aufgebaut wird, der eine ähnliche Symptomatik aufweist, wie der Betroffene selbst.

Es handelt sich somit um Spielsüchtige, die allerdings nur einen lockeren Umgang pflegen. Sehen und gesehen werden, lautet daher das Motto, das in Spielhallen gültig ist. Ein tiefgehendes Vertrauensverhältnis entsteht nicht. Da sich das Verhalten ausschließlich auf das Spiel zentriert, sind die Bekanntschaften sehr oberflächlich und tiefgreifende Gespräche sind nicht zu erwarten. In dieser Phase ist der Spielsüchtige bereits sozial isoliert, denn das Interesse ist nicht auf die Person gerichtet. Vielmehr sind die Kontakte notwendig und durch die räumliche Nähe unvermeidbar.

Weit gravierendere Folgen hat die Spielsucht für das direkte Umfeld. Der Freundeskreis sowie die Familie leiden unter der Sucht des Betroffenen am stärksten. Er hält es zuhause nicht lange aus und es zieht ihn immer wieder zum Ort des Spiels. Bedingt durch die Sucht ist es dem Süchtigen nicht möglich, sich mit seinen bisherigen sozialen Kontakten zu beschäftigen. Geburtstage werden nicht mehr wahrgenommen und auch nette Einladungen zum Abendessen werden abgelehnt. Der Freundeskreis rückt in den Hintergrund und nimmt im Leben des Betroffenen keinen Stellenwert mehr ein. Der Kontakt wird dezimiert, da das Spiel viel Zeit beansprucht.
Auch die Familie leidet unter der Sucht. Der Spielsüchtige lebt für sein Spiel und geht bereits am frühen Morgen in die gängigen Einrichtungen, um seine zu befriedigen. Dabei vergisst er die Zeit, denn er hat keine Orientierung mehr. Daher kommt er erst spät am Abend nach Hause und er nimmt nicht mehr am familären Tagesablauf teil . Die Verbindung zwischen den Mitgliedern der Familie lockert sich und irgendwann sind sich die Personen fremd. In vielen Fällen scheitern die Beziehungen und der Süchtige wird auch von diesen Personen, die einst sein Leben begleiteten, verlassen. Dieser Rückzug wurde das Verhalten des Betroffenen hervorgerufen, sodass die Trennung eine natürliche Konsequenz ist. Zu diesem Zeitpunkt ist dem Betroffenen die emotionale Tragweite seiner Handlungen allerdings nicht bewusst.

Warum sich die Familie, Freunde und Bekannten zurückziehen

Die Belastungen sind stark ausgeprägt. Es kommt zu Schulden und der Partner muss den Tag alleine bestreiten. Zugleich treten weitere Probleme auf. Durch die Geldknappheit kann keine Nahrung eingekauft werden. Es stehen immer weniger Freiräume zur Verfügung. Häufig wird versucht, die Sucht zu verheimlichen, weshalb ebenfalls viel Energie benötigt wird, ohne dass die Situation verbessert werden kann. Der direkte Kontakt wird von der Familie ebenfalls als belastend empfunden. Der Spielsüchtige ist nicht in der Lage, seine Gedanken auf andere Aspekte zu richten, sodass das Spielen jederzeit allgegenwärtig ist. Ein normales Familienleben ist daher nicht mehr möglich. Die Kinder werden unter Umständen in der Schule offen auf das Problem angesprochen und gerade bei Schulkindern finden Hänseleien statt, sodass die psychische Belastung für die Kinder groß sind. Auch wenn über eine lange Zeit hinweg versucht wird, das Familienleben aufrecht zu erhalten, wird nach Monaten oder Jahren eingesehen, dass es keinen Sinn mehr macht, die Beziehung retten zu wollen. Die Familie geht und lässt den Betroffenen alleine in seiner Sucht.

Da die Bekannten und Freunde vernachlässigt werden, begreifen sie sehr schnell, dass es keinen Sinn hat, den Kontakt weiterhin zu suchen. Die Freundschaft verläuft sich im harmlosen Fall im Sand. Häufig wurde dem Betroffenen allerdings auch Geld geliehen, das nicht mehr zurückgezahlt werden kann. Daher stehen die Finanzen häufig zwischen dem Süchtigen und seinen Bekannten. Ärger und Wut sowie Unverständnis sind dann die Folge. Zugleich reagiert der Betroffene nicht mehr auf die Ansprachen seiner Freunde und Bekannten. Daher wird die Freundschaft und damit der soziale Kontakt zwecklos. Kommen dann noch kriminelle Handlungen des Betroffenen dazu, wollen die ehemaligen Freunde und Bekannten nicht mehr mit dem Betroffenen in Verbindung gebracht werden. Die Folge davon ist ein vollständiger Rückzug und die sozialen Kontakte werden abgebrochen.

Isolation ist häufig die Rettung

Grundsätzlich können die sozialen Folgen allerdings nicht nur negativ beurteilt werden. Gerade wenn der Betroffene kein soziales Umfeld mehr hat, ist ein freier Fall gegeben. Niemand kann ihn mehr auffangen und der Süchtige ist auf sich alleine gestellt. Es beginnt eine Abwärtsspirale. An deren Ende häufig der Beginn einer Therapie steht. Die Aufgabe der sozialen Kontakte sowie die Isolation sind für viele Süchtige dann der Auslöser dafür, über die Situation nachzudenken und den Ernst der Lage zu erkennen. Dies ist in vielen Fällen der Grund, aus dem eine Therapie begonnen wird.

 

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