Vom Frustkauf zur Kaufsucht

Viele Menschen gehen gerne Bummeln und schlendern durch die Geschäfte. Häufig wird eingekauft und erst zu Hause bemerkt, dass die gekauften Dinge eigentlich nicht gebraucht werden. Solange dies nicht zur Belastung wird, ist es auch kein Problem. Problematisch wird es nur dann, wenn aus einem Frustkauf später dann eine Kaufsucht entsteht.

Häufigkeit und Mechanismen

Rund 800.000 Menschen – so eine Schätzung – leiden derzeit in Deutschland an einer Kaufsucht. Ein deutliches Anzeichen dieses Zwangs ist, dass die Menschen unkontrolliert einkaufen. Dies geschieht unabhängig davon, ob die gekauften Gegenstände tatsächlich notwendig sind oder ob sie danach nutzlos in der Ecke stehen. Ein weiteres deutliches Anzeichen ist, dass die Personen nach dem Einkaufen keine Freude oder Glück empfinden, sondern vielmehr bereuen, diesen Einkauf getätigt zu haben. Das schlechte Gewissen wird animiert.

Bis sich diese Anzeichen einstellen, vergeht allerdings eine lange Zeit. Häufig beginnen die Menschen, aus Frust einzukaufen. Zugleich kann der Beginn dieses Zwangs auch darin bestehen, dass immer wieder zu viel gekauft wird, weil die Menschen nicht in der Lage sind, den Reizen der Werbung zu widerstehen.

Der Mensch hat mehrere Gehirnzentren, die stimuliert werden, wenn er bestimmte Produkt kauft. Werden diese Zentren aktiv, dann wird das Großhirn, das eigentlich die bewussten Entscheidungen trifft, gedrosselt. In der Folge wird unkontrolliert eingekauft.

In vielen Fällen findet dann auch eine Ausschüttung der Botenstoffe im Gehirn statt. Wird nun aus Frust eingekauft, schüttet das Gehirn ebenfalls die Botenstoffe aus. Damit verbunden findet dann eine Belohnung statt und der Mensch fühlt sich – vereinfacht ausgedrückt – glücklich.

Es ist daher nicht der eigentliche Kauf, der zum Problem wird. Vielmehr geht es um das Glücksgefühl, das beim Kaufen selbst entsteht. Die eingekauften Waren bleiben sehr oft unberührt und werden daher nicht einmal ausgepackt. Das Problem an diesem Glücksgefühl ist, dass es nicht über einen langen Zeitraum hinweg fortbesteht, sondern nach kurzer Zeit abnimmt und danach dann die Schuldgefühle an seine Stelle treten.

Ist die Kaufsucht überhaupt eine Sucht?

Ob es sich bei der Kaufsucht um eine echte Sucht handelt, kann nicht eindeutig geklärt werden. Wissenschaftler diskutieren auch darüber, ob die Kaufsucht eine Impulskontrollstörung sein könnte oder eine Zwangserkrankung.
Faktisch sind die Ursachen des Verhaltens bisher unbekannt. Allerdings nehmen die Wissenschaftler an, dass es eine genetische Veranlagung geben muss, die sich allerdings nicht direkt auf die Kaufsucht bezieht, sondern vielmehr allgemeiner Natur ist.

In den Familien der Betroffenen sind häufig Menschen zu finden, die unter weiteren psychischen Erkrankungen wie beispielsweise Depressionen leiden. Zugleich scheint ein vermindertes Selbstwertgefühl eine wesentliche Rolle zu spielen. Ein wichtiger Indikator ist zur genetischen Disposition auch eine belastete Kindheit, wie von verschiedenen Instituten immer wieder betont wird.

Folgen und Therapie

Die Folgen der Kaufsucht können gravierend sein. Häufig wird das Problem zunächst nicht erkannt. Es werden zwar immer mehr Anschaffungen vorgenommen, doch sie stören nicht und sind teilweise nützlich, sodass zunächst kein Problem sichtbar wird. In vielen Fällen kommt es sogar zu einer Verschuldung und der finanzielle Ruin droht.

Eine ursächliche Therapie ist derzeit nicht möglich. Die einzige Methode, die überhaupt erfolgversprechend ist, ist die Verhaltenstherapie. Sie hat derzeit eine Erfolgsquote von rund 50 Prozent. Hierbei üben die Betroffenen, die Gründe für und gegen die Einkäufe abzuwägen und die Entscheidungen bewusst zu durchlaufen. Zugleich lernen die Betroffenen auch, in welchen Momenten sie diesen Drang verspüren, und entwickeln danach Strategien, um das Verhalten zu kontrollieren.

 

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