Was ist eine Anpassungsstörung?

Unser Leben lang werden wir mit schwierigen Situationen konfrontiert. Wir stehen unter Stress und unser Körper muss diese täglichen Belastungen kompensieren. Meist gelingt dies problemlos, ohne dass psychosoziale, körperliche oder seelische Symptome auftreten, doch manchmal reicht unser Abwehrsystem nicht aus. In so einem Fall kann es dann zu Anpassungsstörungen kommen.

Anpassungsstörungen können in Folge von körperlichen Erkrankungen, Lebensveränderungen oder auch besonders belastenden Lebensereignissen auftreten. Die Art der Belastung kann auf verschiedenste Ereignisse zurückzuführen sein und reicht von Trauerfällen oder Trennungserfahrungen bis hin zu Emigration und Flucht.

Beschwerden

Die Krankheit ist bis heute nicht genau definiert. Da die Auslöser meist alltägliche Stresssituationen sind, ist es schwierig, eine genaue Diagnose zu erstellen, schwieriger als bei klarer umrissenen Krankheiten, wie beispielsweise Depressionen. Die Symptome können variieren, sie betreffen jedoch meist die Stimmung des Betroffenen. Erhöhte unbegründete Angst, Furcht vor Belastungen und ständige Besorgnis können daher Anzeichen für eine Anpassungsstörung darstellen. Auch das Gefühl, den Alltag nicht mehr bewältigen zu können und sogar in drastischen Fällen Gewaltausbrüche gehören zum Krankheitsbild.

Auch bei Kindern und Jugendlichen kann diese Störung auftreten. Meist äußert sich die Krankheit bei jungen Menschen durch Rückschritte im Verhalten und in der Entwicklung, z.B. erneutes Daumenlutschen oder Bettnässen.

Verschieden Formen

Um eine Anpassungsstörung diagnostizieren zu können, bedarf es einer eingehenden psychologischen Anamnese. Auch ist es hierbei sinnvoll, die Krankheit in verschiedene Kategorien zu unterteilen. So unterscheiden Ärzte beispielsweise zwischen einer „kurzen depressiven Reaktion“, die meist nicht länger als einen Monat anhält und einer „langen depressiven Reaktion“, eine Reaktion auf eine längere Belastung, die jedoch nicht länger als zwei Jahre andauert. Des Weiteren wird zwischen Störungen des Sozialverhalten, bei denen es zu aggressiven Ausbrüchen kommen kann, und Störungen von Gefühlen, die sich durch Besorgnis, Ärger und Anspannung ausdrücken, unterschieden, auch eine Mischform kann auftreten.

Wurde eine Anpassungsstörung festgestellt, ist es immens wichtig, die Ursachen zu suchen. Leider können diese so vielfältig sein wie das Leben selbst. Auch der Grad der Belastung ist von Mensch zu Mensch verschieden, oft fühlen sich daher Betroffene zusätzlich noch von ihrem Umfeld missverstanden, da sie weniger auszuhalten scheinen als ihre Mitmenschen.

Wie kann man Abhilfe verschaffen?

Der Erfahrung nach gehen Anpassungsstörungen meist nach einer gewissen Zeit vorüber, doch leider kann dies auch bis zu mehreren Jahren dauern. Daher ist es wichtig, frühzeitig für Linderung zu sorgen und den Krankheitsverlauf damit zu verkürzen. Eine Psychotherapie ist ratsam, begleitend dazu hat die Entlastung höchste Priorität. Bestehender Druck sollte abgebaut werden, ob im Beruf, in der Beziehung oder anderweitig. Nahestehende Menschen können in die Therapie mit eingebunden werden, da Menschen mit Anpassungsstörungen auf stabile und unterstützende Beziehungen angewiesen sind. Perspektiven und Ziele sind ebenfalls wichtig, wie beispielsweise intensive Stärkung der eigenen Kräfte und der Selbstkontrolle. Tritt die Belastung in Folge eines Verlustes auf, so gelten hier gleichermaßen bestimmte Regeln zur Bewältigung von Trauer (z.B.: Annehmen, Gedanken und Gefühle zulassen, Verarbeiten, etc.).

Glücklicherweise gibt es heutzutage immer mehr Psychologen und Ärzte, die eine Anpassungsstörung erkennen und immer mehr Betroffene, die sich trauen, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Denn trotz des eher harmlosen Namens und des manchmal banalen Ursprungs stellen Anpassungsstörungen eine teils quälende Belastung dar und sollten daher angemessen behandelt werden.

 

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