Wenn Zwänge den Alltag bestimmen

Leicht ausgeprägte Zwänge sind in den Alltag integriert. Sie erleichtern das Leben und sorgen daher dafür, dass der Tag problemlos überstanden wird. Schwierig wird es allerdings, wenn die Zwänge krankhaften Charakter annehmen. Dann beherrschen sie den kompletten Tagesablauf und können daher zu einer schweren Belastung werden.

Von der Natur des Zwangs

Bei einem Zwang handelt es sich um einen starken Drang, eine Tätigkeit oder einen Gedanken auszuüben. Die Betroffenen verspüren starke Ängste, wenn sie diesem Drang nicht nachgeben. Das Problem dabei ergibt sich daraus, dass es nicht bei einer einmaligen täglichen Handlung bleibt, sondern dass die Betroffenen die Zwänge im Alltag immer wieder durchführen müssen und dadurch viel Zeit dafür in Anspruch genommen wird. Wurde die Handlung dann durchgeführt, dann kommt der Zwang kurz nach der Situation wieder auf und kann dann erneut zu einer Belastung werden.

Die Zwänge müssen nicht einmal besonders schwerwiegend sein. Eine Tugend, die immer wieder im Alltag zu finden ist, ist der Perfektionismus. Die Menschen müssen jedes Detail berücksichtigen und verbrauchen viel Zeit, alles in einer perfekten Weise abzuschließen. Dieser Drang ist aber noch kein Zwang. Vielmehr handelt es sich dabei um eine Charaktereigenschaft, die bereits in der Kindheit erlernt wurde und sogar durchaus nützlich sein kann. Doch bereits dieser Perfektionismus, der auch unterlassen werden kann, zeigt, dass unter Umständen mehrere Stunden für die Ausübung von Zwängen gebraucht werden.

Mehrere Stunden täglich “müssen”

Bei einer Zwangsstörung ist der Perfektionismus nochmals übersteigert. In vielen Fällen werden die Handlungen ritualisiert und eine Zwangshandlung muss in einer bestimmten Anzahl wiederholt werden. Wird das Ritual nicht eingehalten, dann muss wieder von vorn begonnen werden. Bis der Betroffene sicher ist, dass der Zwang tatsächlich erfüllt wurde, werden die Handlungen ständig wiederholt. Das Ergebnis ist, dass der Tag von der Zwangshandlung geprägt ist.

Mindestens zwei Stunden täglich geben sich die Betroffenen ihrem Zwang hin. Die meisten Betroffenen verbrauchen allerdings erheblich mehr Zeit, um sich mit dem Stillen des Drangs zu beschäftigen. Im Extremfall können bis zu sechs oder acht Stunden täglich diesem Bereich gewidmet werden. Damit belastet sich der Betroffene nicht nur selbst, sondern auch seine Umgebung. Familie und Beruf leiden sehr stark unter diesen Zwängen, denn sie können vom Betroffenen kaum kontrolliert werden.

Auswirkungen auf alles und jeden

Wie groß die Probleme im Alltag sind, wird auch durch die Art des Zwangs bestimmt. Es gibt Betroffene, die ständig ihre Hände waschen müssen. Wieder andere müssen alles zählen, das eine Spitze hat. Es gibt auch Betroffene, die Menschen zählen müssen. Je nach Art des Zwangs, kann daher eine weitere Auswirkung entstehen. Oftmals sind die Außenstehenden wenig verständnisvoll und es kommt zu Hohn und Spott.

Das Unverständnis kann meistens auch dann nicht abgebaut werden, wenn erklärt wird, dass es sich um eine Erkrankung handelt. Im Beruf wird viel Zeit für den Zwang verbraucht. Daher steht ständig die finanzielle Sicherheit auf dem Spiel. Selbst die Familie steht unter ständiger Anspannung und die Atmosphäre ist belastet. Daher kann es in ausgeprägten Fällen zu Trennungen kommen.

Im Alltag kann auch die Schulbildung der Kinder zum Problem werden. Häufig gehen die Betroffenen nicht mit auf den Elternabend oder ziehen sich komplett von den Eltern der restlichen Schüler zurück. Werden die Mitschüler auf den Zwang der Mutter oder des Vaters aufmerksam, dann geben sie dies sehr oft direkt weiter. Auch die Kinder können dann Hohn und Spott ausgesetzt sein.

Und auch der Partner kann in berufliche Schwierigkeiten kommen, wenn der Betroffene auf die Hilfe des Partners angewiesen ist. Der Zwang beeinträchtigt daher alle Bereiche des täglichen Lebens und die Auswirkungen und Beeinträchtigungen sind so individuell wie das Bild der Zwangsstörung.

 

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